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Wernigeroder Straße: Loch an Loch

MAZ-Aktion „Schlechte Straßen“ Wernigeroder Straße: Loch an Loch

Die Wernigeroder Straße in Oranienburg ist ziemlich miserabel. Es reiht sich Loch an Loch, beklagt Anwohnerin Barbara Boitz. Sie findet, die Fahrbahn ist eine Herausforderung für jeden: für Radfahrer, Leute mit Kinderwagen, Senioren mit Rollator und auch Autofahrer. Sie meldet sich innerhalb der MAZ-Umfrage zur schlechtesten Straße.

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Ein Tempo-30-Schild braucht es hier nicht. Besser, man fährt ganz, ganz vorsichtig.

Quelle: Enrico Kugler

Oranienburg. Barbara Boitz fährt einen Nissan. „Wenn ich den Absatz runter fahre und in das Loch gerate, setze ich mit der Bodenplatte auf“, beschreibt sie den Straßenzustand vor ihrer Haustür.

Seit zwei Jahren wohnt sie im Mehrfamilienhausneubau in der Wernigeroder Straße 8. Kurz davor endet der Asphaltstreifen, der von der Berliner Straße bis hinter den „Home Market“ reicht. Auf der anderen Seite, wo die Wernigeroder Straße auf die Saarlandstraße stößt, sieht es ähnlich aus: Ein paar Meter sind befestigt, die gesamte Wernigeroder Straße dazwischen ist Sandpiste, besteht aus großen und kleinen Kuhlen und Löchern. „Und wenn es regnet, haben wir Seen vor der Haustür. Wer da kein Auto hat, muss zu Hause bleiben.“ Die Thale- und die Blankenburger Straße sind in ähnlichem Zustand – „ich sehe hier wirklich Handlungsbedarf“, so die Anwohnerin.

Die Wernigeroder Straße sei für jeden eine Herausforderung, für Fahrradfahrer, Menschen mit Kinderwagen, Ältere mit Rollator und auch Autofahrer, die sie gar nicht in den Vordergrund stellen will. „Es gibt hier keinen Fußweg, keine Fahrbahn, nichts. Mein Anliegen ist, dass man das benutzbar herrichten muss.“ Sie sei schon bei der Stadtverwaltung gewesen und habe von den „Straßenläufern“ erfahren, die den Zustand erfassen. Auch, dass die Löcher ab und zu mit Recycling verfüllt würden: „Wie lange das hält, wissen wir alle.“

Barbara Boitz findet, „man wohnt ganz wunderbar in Oranienburg Süd. Und es gibt in der Stadt viele Einkaufszentren im Vergleich zu anderen Kommunen.“ Doch angesichts der immer stärkeren Verdichtung der Bebauung auch in Süd und der Tatsache, dass die Grundstückspreise rasant angezogen haben findet sie: „Zuzug ist gut, aber dann muss man auch was für Verkehr- und Infrastrukturentwicklung tun, damit die Stadt lebenswert bleibt.“

Gerade das Thema Straßenzustand, Verkehr und Nahverkehr sieht sie in Oranienburg als stiefmütterlich behandelt: „Wir haben gute Einkaufszentren, aber man kommt nicht hin.“ Mancher Senior sei in einem Alter, wo er vielleicht doch nicht mehr hinters Lenkrad gehöre, „aber wie sollen sie zum Einkauf kommen? Busse fahren nicht.“ Und es gehe nicht, „dass man Straßen einfach nicht befestigt.“

Die Veranstaltungsmanagerin findet, dass zu einer Lösung viele an einen Tisch gehörten: Stadtverwaltung, Bürger, Gewerbetreibende, Händler, Stadtmarketing und Immobilieneigentümer, um eine Lösung zu finden. „Ohne immer gleich die große Glocke des grundhaften Ausbaus zu schwingen. Auch echte Zwischenlösungen sind gut.“

In der Stadt wird derzeit die Liste mit den Straßen, die 2017 ausgebessert oder glattgeschoben werden, weil sie in besonders schlechtem Zustand sind, festgelegt. Die Wernigeroder Straße steht nicht mit drauf.

Kennen Sie weitere schlimme Straßen in Oberhavel? Die MAZ sucht die schlechteste im Landkreis. Rufen Sie an, 03301/5 94 50, oder schreiben Sie eine Mail an oranienburg@MAZ-online.de. Wir melden uns.

Von Heike Bergt

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