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Wetter sorgt für Feuerwehreinsatz

Großalarm in Hohen Neuendorf Wetter sorgt für Feuerwehreinsatz

Klingt kurios, ist laut Fachmann aber wahr: Die Wetterlage führte am Montagabend zu einem Feuerwehrgroßeinsatz in Hohen Neuendorf. Als der Besitzer eines Einfamilienhauses in der Rudolf-Breitscheid-Straße seine Kachelofenluftheizung angefeuert hatte, zog der Rauch nicht durch den Schornstein ab, sondern wurde ins Haus gedrückt. Mehrere Löschzüge rückten aus.

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Die Feuerwehrleute beim Einsatz in der Rudolf-Breitscheid-Straße.

Quelle: Julian Stähle

Hohen Neuendorf. Einen Kellerbrand befürchtete der Bewohner des Einfamilienhauses an der Rudolf-Breitscheid-Straße 14 in Hohen Neuendorf, als er am Montagabend um 19.43 Uhr den Feuerwehrnotruf 112 wählte. Was die aus Hohen Neuendorf, Birkenwerder und Bergfelde ausgerückten Löschzüge vorfanden, klingt kurios, wurde aber vom eigens herbeigeorderten Schornsteinfegermeister bestätigt: Die Wetterlage sorgte für einen Rückstrom im Kamin, sodass der Rauch nicht nach oben abzog, sondern ins Haus gedrückt wurde.

„Es gab keinen Mangel an der Anlage. Das war ausschließlich dem Wetter geschuldet“, sagt der Bevollmächtigte Bezirksschornsteinfegermeister Rainer Berger. Der Schornstein sei erst im Januar gekehrt und der Ofen vor zwei Jahren überprüft worden. „Davor ist keiner sicher. Das kann jedem passieren“, schickt der erfahrene Fachmann nach, der seit 1982 selbstständig tätig ist und im nächsten Jahr in den Ruhestand gehen möchte.

Blick in die Rudolf-Breitscheid-Straße während des Einsatzes

Blick in die Rudolf-Breitscheid-Straße während des Einsatzes.

Quelle: Julian Stähle

Vor Ort stellten die herbeigeeilten Retter tatsächlich fest, das aus dem Keller des großen Einfamilienhauses dichter Qualm und Brandgeruch aufstieg. In der Folge hatte der ältere Bewohner eine leichte Rauchvergiftung erlitten. Der Angriffstrupp, der unter Vollschutz die Kellerräume erkundete, konnte jedoch keine offenen Flammen feststellen. Es war lediglich zu einer starken Rauchentwicklung gekommen.

Der Grund dafür sei simpel, aber sehr tückisch und gefährlich, erklärt Rainer Berger: „Durch den Wetterumschwung ist die Temperatur draußen höher als im Haus selber. Das hat zur Folge, dass die warme Luft der Feuerstelle nicht so einfach nach draußen abzieht.“ Es komme zu einem sogenannten „Rückstrom“, bei dem der Kamineffekt quasi umgekehrt werde. Die Folge: Der Qualm zog in den Keller. In seiner Berufspraxis habe er bereits mehrfach derartige Fälle erlebt, sagt Rainer Berger. Meist sei das in der Übergangszeit im Herbst oder Frühjahr der Fall.

Auch ein Quad war im Einsatz

Auch ein Quad war im Einsatz.

Quelle: Julian Stähle

Die Einsatzkräfte, die unter anderem mit einer Drehleiter aus Glienicke und mit einem Erkundungsquad angerückt waren, entfernten das brennbare Material aus dem Kachelofen und lüfteten. Sie setzten dabei zusätzlich einen Hochdruckbelüfter ein, um das gesamte Haus rauchfrei zu bekommen. Allerdings verteilte sich der Rauch in beiden Etagen. Dadurch entstand auch ein gewisser Schaden am Inventar.

Der Bewohner, der sein Haus selbstständig verlassen hatte und unter Schock stand, wurde von den ebenfalls herbeigeeilten Rettungssanitätern in Sicherheit gebracht und im Krankenwagen untersucht. Der Mann lehnte es allerdings ab, ins Krankenhaus mitzufahren. Angehörige kümmerten sich um den Senior, der bei seinen Verwandten auch ein Notquartier bezog. Sein eigenes Haus muss zunächst gründlich durchgelüftet und gereinigt werden, bevor es wieder bewohnbar ist.

Premiere für die  neue Einsatzkleidung der Brandschützer aus Birkenwerder

Premiere für die neue Einsatzkleidung der Brandschützer aus Birkenwerder.

Quelle: Julian Stähle

Für die Feuerwehr Birkenwerder behielt der Einsatz eine kleine Besonderheit bereit. Die Kameradinnen und Kameraden hatten erst am selben Tag neue beigefarbene Einsatzuniformen bekommen. Die Uniformen konnten nun gleich beim ersten Einsatz auf Herz und Nieren getestet werden. Das Urteil: Daumen hoch.

Von Julian Stähle und Helge Treichel

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