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Wettrennen mit der Dreikantpfeile

Gasgeben auf drei Rädern Wettrennen mit der Dreikantpfeile

Zu DDR-Zeiten hatte die Dreikantpfeile Schutt geladen. Jetzt ist die wendige Arbeitsbiene im Renngeschäft. Am Sonntag fand im Ziegeleipark Mildenberg der zweite Saisonlauf der Deutschen Dumpermeisterschaften statt.

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Dumper-Parade: Bevor die Profis auf der Strecke ihre Kipper in den Sand drehen, dürfen Zuschauer in den Mulden mitfahren.

Quelle: Uwe Halling

Mildenberg. Vivien Michel stand mit einem Rad schon im Aus. Beinahe wäre sie aus dem Sattel ihrer Rennmaschine geworfen worden. Die Pilotin hatte sich und ihren Dumper mit Verve in die vorletzte Kurve gelegt und plötzlich lag die Dreikantpfeile auf der Seite. Mit einem Ruck ging es zum Glück zurück auf die Strecke. „Das war knapp“, so die 19-Jährige nach ihrer Höllenfahrt. Für ihren mutigen Fahrstil erhielt sie Szenenapplaus. Mehr als 600 Zuschauer verfolgten am Sonntag das erste Dumperrenen im Ziegeleipark. Für die Fahrer aus mehreren Bundesländern war es der zweite Saisonlauf. 28 Teilnehmer fuhren auf der großen Wiese um Meisterschaftspunkte. Alle hatten Familie und Freunde mitgebracht – insgesamt 150 Personen.

Nach einem Qualifying am Vormittag gaben die Dumper am Nachmittag richtig Gas. Die Wettkampfstrecke war am Vortag bei Regen aufgebaut worden, nach den ersten Runden staubte es aber schon wieder ordentlich. Hunderte Reifen markierten den engen Fahrweg mit anspruchsvoller Kurvenlage. Eine halbe Stunde vor dem Start waren Mitarbeiter der Dekra aus Oranienburg da und nahmen die wuchtigen Dreiräder unter die Lupe: Bremsen, Lenkung, Kippmulde. Eine Abgasuntersuchung war nicht erforderlich, was die kohleschwarzen Wölkchen erklärte, die die kleinen Arbeitsbienen beim Aufheulen des Motors ausstießen. Dreikantfeile, so wurde der dreirädrige Dumper im DDR-Volksmund genannt. Das Muldenkipper-Fahrzeug diente vor allem zum Abtransport von Schuttgut. Vor gute 20 Jahren kamen Männer des Heimatvereins Koselitz (Sachsen) auf die Idee, damit beim nächsten Dorffest ein Rennen zu fahren. Daraus wurde die Deutsche Dumpermeisterschaft. „Wer hier keine Gänsehaut bekommt“, rief der Moderator in Mildenberg durchs Mikrofon. Und tatsächlich war das Publikum euphorisch. „Tolle Geschichte“, lobten Einheimische. Wichtigste Voraussetzung für das Rennen sind der typische Dumperaufbau, drei Reifen und unter der Haube, so steht es in der Ausschreibung: ein original ein-Zylinder-vier-Takt-Diesel-Saugmotor. Luftgekühlt.

So einen hat der Ziegeleipark. Techniker Norbert Krüger hat den „ausgegraben“ und wieder flott gemacht. Dafür durfte er auf dem Parcours einen Ehrenrunde drehen. Hans-Georg Witzlau hat für das nächste Jahr schon Pläne geschmiedet. „Wir werden den Dumper vom Ziegeleipark auf Vordermann bringen und nächsten Jahr mitfahren“, sagte der frühere Ortsvorsteher. Genügend Rennluft durften die Mildenberger Schlepperfreunde am Sonntag schon einatmen: sie stellten die Streckenposten im Rund. Für einen vorderen Platz sei aber ohnehin nicht nur die Technik entscheidend: „Leistung wird durch Wahnsinn ersetzt“, meinte ein Zuschauer.

Von Cindy Lüderitz

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