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Whiskey, Soda, Blues und gute Laune
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Reger Andrang beim zweiten Kneipenfest in Oranienburg Whiskey, Soda, Blues und gute Laune

Eigentlich dürften sie gar nicht hier sein, die zwei Paare an dem großen Tisch in der Alten Fleischerei. „Wir sind alle krankgeschrieben“, scherzt Jörg aus Borgsdorf.

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ORANIENBURG. Die vier freuen sich auf die Songs Sander van Flint und seine Keyboarderin Ula. „Wir kennen die Band nicht“, sagt Sabrina aus Oranienburg. Alle waren Wiederholungstäter bei dem zweiten Oranienburger Kneipenfest vergangenen Sonnabend. Diesmal fangen sie in der Fleischerei an, „die liegt so schön nahe bei der S-Bahn“, sagt Ines aus Borgsdorf.

Und schon legen die Musiker los. Gefühlvollen Folkrock spielen sie, eigene Lieder und Coversongs, unter anderem von Neil Young und Jethro Tull. Die beiden Berliner treten gerne hier auf. „Super“ findet Sander van Flint die Gaststätte, „rustikal, aber ordentlich“. Einziger Wermutstropfen: sie spielen direkt neben einer Tür – die führt zu den Toiletten.

Lauter, voller und erdiger geht es in der Milchbar zu. Pete Gavin and the Shanghai Bluesgang Light, ebenfalls ein Duo, versuchen ein wenig Memphis, ein wenig Südstaaten-Atmosphäre in die Kneipe zu bringen, die Gitarren klagen, jammern und jaulen. „Hi, Downtown Oranienburg“, witzelt Pete Gavin. „Wir sind heute Abend weit gereist“, fährt der ältere Herr mit der Baskenmütze fort, und spielt so wohl auf den Bandnamen an. Er bläst in die Mundharmonika und röhrt „How, how, how“. Jetzt bitte alle, animiert er die Anwesenden.

Noch mehr Betrieb herrscht im Café Rendezvous, wo Plekwek mit ihren Songs auch in die 60er Jahre entführen. Die Herren auf der Bühne tragen schwarze Hemden und bunte Krawatten, die Sängerin hat Blumen im Haar. „Be my Baby“, intoniert sie, und reckt die Arme in die Höhe.

Für Ute aus Lehnitz ist das Lokal zum Kneipenfest ein Muss. „Schon letztes Jahr war die Stimmung so toll hier“, sagt sie zufrieden. Am Eingang steht Evi, sie will den ganzen Abend bleiben. „Die Sängerin ist meine Freundin“, sagt sie. Einen langen Weg hat sie dafür in Kauf genommen, die Ex-Oranienburgerin ist extra mit dem Auto aus Salzgitter angereist.

Wer sich auch mal in Ruhe unterhalten wollte, war in der gemütlichen Altstadtklause gut aufgehoben, für diese Gaststätte war das Kneipenfest eine Premiere. „Es hat sich für uns gelohnt“, sagt eine Tresenkraft zufrieden. Das Duo „Whiskey and Soda Light“ spielt Country Musik, ein Musiker sieht mit seinem Hut aus, als käme er frisch aus Nashville. Als der Klassiker „Rhinestone Cowboy“ ertönt, blickt Dana aus Berlin versonnen in ihr Rotweinglas. „Hier ist es nicht so aufgesetzt wie in der Hauptstadt“, bemerkt sie. (Von Fritz Hermann Köse)

INFO: Und wer das diesjährige Kneipenfest in Oranienburg verpasst hat, der findet hier noch weitere Termine unter www.kneipenfest.info.

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