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Wider den faulen Pfuhl

Linke in Oberhavel gegen die AfD Wider den faulen Pfuhl

Auf der Gesamtmitgliederversammlung der Linken im Landkreis Oberhavel ging es auch um den Umgang mit der AfD. Sie sei der Sumpf, der faule Pfuhl, der alles verpeste, wurde Goethe im „Faust“ zitiert. Die Linke solle eigene Schwerpunkte setzen und sich der Sorgen der Bürger annehmen, hieß es.

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Landtagsabgeordnete Gerrit Große am Rednerpult.

Quelle: Fritz Hermann Köser

Oranienburg. Das ist der Sumpf, der alles verpestet, da ist der „faule Pfuhl“. Es sind wenig einladende Stätten, die im „Faust“ von Johann Wolfgang Goethe auftauchen. Ursel Degner, Vorsitzende der Hennigsdorfer Linken, zitiert die entsprechenden Sequenzen aus dem Werk, um auf eine gewisse Partei anzuspielen: die AfD. Die Rechtspopulisten setzen der Linken wie auch den anderen Parteien kräftig zu, wie erst kürzlich die Landtagswahlen in Sachsen Anhalt bewiesen hatten. Und in den Umfragen schneiden sie nach wie vor gut ab. Trotz oder gerade wegen negativer Schlagzeilen? Diese „zutiefst menschenfeindliche Partei“, so Landtagsabgeordnete Gerrit Große, erreiche mit jedenfalls heftigen verbalen Ausfällen und Entgleisungen immer wieder mediale Aufmerksamkeit. Grund genug, auf dieses Problem bei der Gesamtmitglieder-Versammlung der Kreislinken vergangenen Sonnabend näher einzugehen. Der Saal in der Germendorfer Gaststätte war sehr gut besucht, die Agenda umfangreich.

Neben der Wahl der Vertreter zur Aufstellung der brandenburgischen Kandidatenliste für die Bundestagswahl 2017 wurde unter anderem der vergangene Bundesparteitag ausgewertet. Der Bundestagsabgeordnete Harald Petzold sprach über die Arbeit der Bundestagsfraktion, Kreisvorsitzende Stefanie Rose erörterte die Lage der Linken in Oberhavel. Es gab einen Film vom Bundesparteitag, dem eine Generaldebatte zur Arbeit der Partei bis zur Bundestagswahl folgte. Dabei setzen viele Genossen, gerade im Hinblick auf die AfD, auf mehr Bürgernähe. Auf Zuhören, auf Aufklären.

Das Parteiprogramm der AfD genau zu lesen, empfiehlt etwa Angela Geißler. Gerade Geringverdiener wüssten gar nicht, was da auf sie zukommt, so die Oranienburger Linke. Viele AfD-Anhänger durchschauen nicht, für was diese Partei eigentlich steht, findet auch Ursel Degner. Ihr war in Gesprächen mit Bürgern aufgefallen, dass nicht wenige sich von der Politik nicht mehr wahr- und ernstgenommen fühlen. „Mit ihrer Stimme für die AfD wollen die „denen da oben“ einen Denkzettel verpassen, stellte sie fest. Man müsse mit den Menschen reden und ihre Sorgen ernst nehmen, sagt sie. Probleme ansprechen und Lösungen anbieten, mahnt auch Enrico Rossius, Vorsitzender der Oranienburger Linken, an. Der AfD dürfe nicht gelingen mit einfachen Antworten oder gar Hetze die Menschen zu gewinnen.

Lukas Lüdtke setzt auf stärkere inhaltliche Auseinandersetzungen, gerade beim Thema Russland könnte sich die Linke besser positionieren. Vordergründig, so der Linke aus Hohen Neuendorf, seien beide Parteien für ein besseres Verhältnis mit Moskau, bloß sei die AfD dabei eher Putin- als Russlandfreundlich. Der Linken dagegen gehe es neben Völkerverständigung vor allem um das Ende der gegen Russland verhängten Sanktionen, die der deutschen Wirtschaft massiv schadeten: „So manchem Mittelständler bricht das Geschäft weg“.

Günter Pioch, Vorsitzender der Linken im Mühlenbecker Land, sieht gemeinsame Aktionen mit anderen Parteien als Ausweg aus dem AfD-Dilemma. Auch beim Nachwuchs. So könnte die Linken-Jugendorganisation Solid mit den Jusos oder der Grünen Jugend gemeinsame Kampagnen, etwa gegen Rassismus, starten.

Die Linke solle sich an der AfD gerade nicht abarbeiten, findet dagegen die Kreisvorsitzende. Man könne schon mit dem Herausarbeiten eigener Schwerpunkte und Stärken wie der Sozialpolitik der lästigen Konkurrenz den Wind aus den Segeln nehmen. Ganz nebenbei. Stefanie Rose: „Die AfD interessiert die Langzeitarbeitslosen doch einen Dreck.“

Von Fritz Hermann Köser

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