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Oberhavel Wie Schachfiguren behandelt
Lokales Oberhavel Wie Schachfiguren behandelt
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14:38 15.02.2016
Tatjana Ansbach stellte ihr Buch in der Friedrich-Wolf-Gedenkstätte vor. Quelle: Fritz Hermann Köser
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Lehnitz

Ein einziger Schuss, und plötzlich ist alles anders. Von nun an hat sich das Leben von Heydar völlig verändert. Die Kugel traf seinen Sohn, Ali liegt in seinem Blut und stirbt. Abgefeuert hatte sie ein Soldat, er war in das Haus der Familie eingedrungen. Wegen einer „Säuberung“.

Erneut hatte der Tschetschenienkrieg ein sinnloses Opfer gefordert. Heydar, seiner Frau und seinen verbliebenen drei Kinder bleibt nur noch die Flucht nach Deutschland. „Ein Schicksal“ lautet so auch der passende Titel dieser Geschichte aus dem Werk „Fremd“ von Tatjana Ansbach. Die Autorin las daraus vergangenen Sonntag in der Lehnitzer Friedrich-Wolf-Gedenkstätte. Als ehemalige Anwältin hatte sie viele Migranten betreut. Die Erzählungen seien realen Fällen nachempfunden, sagt sie.

Zunächst beginnt alles ganz harmonisch. Der gebürtige Aserbaidschaner studiert im damaligen Leningrad, heute Sankt Petersburg. Vier Jahre lang genießt er das Leben in dieser schönen Stadt. Und nun? Man weist ihm eine Arbeit in Grosny zu. Alles geht seinen Gang. Er heiratet, seine Frau Vafa schenkt ihm vier Kinder, er findet viele Freunde. Ihre Volkszugehörigkeit interessiert ihn nicht.

18 Jahre lebt er in Tschetschenien. Hier, und nur hier ist seine Heimat, als plötzlich der Krieg ausbricht. Verwüstete Häuser, verwundete Menschen. Den gewohnten Alltag gibt es nicht mehr. Die Leute greifen zu den Waffen. Fliehen in die Berge. Verkriechen sich in Kellern vor den Bombenangriffen. Er selber quält sich mit Zweifeln und Selbstvorwürfen. Soll er kämpfen? Will er die Unabhängigkeit Tschetscheniens überhaupt? Bald findet er seine Aufgabe. Die gesamte Welt will er über die Kriegsverbrechen informieren. Mit Hilfe einer Menschenrechtsorganisation, die ausländische Journalisten begleitet. Ein gefährliches Unterfangen, immer wieder wird er festgenommen, geschlagen und gefoltert.

Nach dem Tod seines Sohnes will er nur noch weg. Die Familie packt das Nötigste ein. Nach einer langen Reise hält der Lkw vor einem großen, grauen Gebäude. Ein Asylbewerberheim, irgendwo in Deutschland. Gleich vor Ort stellten Heydar und Vafa den Antrag. Jahrelang wartet die Familie auf eine Antwort. In dieser Zeit lebt sie im Heim, Alla und ihre zwei Brüder gehen zur Schule. Die Tochter heiratet einen Türken mit deutscher Staatsangehörigkeit.

Doch mit einem Mal zerplatzt dieser Hauch von Normalität, der Asylantrag wurde abgelehnt. Das Gericht erachtet Russland als sicheren Ort, schon wegen seiner schieren Größe. Doch dann geschieht etwas Seltsames. Die Ausländerbehörde verweist die Familie an die aserbaidschanische Botschaft. Das Land will den ethnischen Bevölkerungsanteil unbedingt vergrößern. Sie haben keine Wahl, sie müssen dorthin. Alla darf in Deutschland bleiben. Die Familie fühlt sich wie Schachfiguren, wie Spielbälle im willkürlichen Spiel der Behörden.

Die Autorin ergänzt die Erzählung mit einem Brief, den die Familie an sie gerichtet hatte. In Baku wurde die sie nach der Ankunft verhaftet. Ein Freund kauft sie der Polizei ab. Er hilft ihnen, in die Türkei auszuwandern. Da sie gut Deutsch können, finden sie Jobs in einem Touristenort. Allerdings haben sie kein Visum. Fliegen sie auf, droht die Rückkehr nach Aserbaidschan. Nun möchte die Familie es wieder in Deutschland versuchen, setzt auf die Anwältin, „unsere letzte Hoffnung“. Die klärt die Familie über Chancen und Risiken auf. Doch sie kommt nicht. Tatjana Ansbach hat nie wieder etwas von ihnen gehört.

Von Fritz Hermann Köser

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