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Wie aus Flickwerk Kunst wird

Velten Wie aus Flickwerk Kunst wird

Seit 15 Jahren gibt es die Patchworkgruppe in Velten. Einst ins Leben gerufen, um russische Aussiedlerfrauen zu integrieren und ihnen die deutsche Sprache nahe zu bringen, ist die Gruppe bis heute ein fester Bestandteil der Gemeindearbeit. Einmal im Jahr werden die genähten Kunstwerke der Öffentlichkeit präsentiert.

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Renate Wright (links) rief die Patchworkgruppe im Oktober 2001 ins Leben.

Quelle: Foto: Gawande

Velten. Bis zu zwei Stunden täglich näht Manuela Brinsel aus Velten. Mal mit der Maschine, mal mit der Hand. Ein Jahr braucht sie so für einen Quilt, eine Steppdecke, die meist aus drei Lagen besteht, und sich auch als Wandteppich eignet. „Es ist für mich Entspannung, verbunden mit kreativer Gestaltung“, so die Rentnerin, und lacht: „Das Zuschneiden dauert teils länger als das Nähen.“

Zehn große Quilts hingen am Wochenende im Gemeindezentrum der evangelischen Kirche. Hinzu kamen Kissen, Taschen und andere Kleinigkeiten, die durch die meist bunten, traditionellen Patchworkmuster – Patchwork bedeutet Flickwerk – zu individuellen, einzigartigen Kunstwerken werden. Gefertigt von den acht Mitgliedern der Patchworkgruppe der evangelischen Kirche Velten.

Einmal im Jahr werden die Ergebnisse der wöchentlichen Treffen (donnerstags von 9 bis 12 Uhr) der Öffentlichkeit präsentiert. Mit Erfolg. Viele Interessierte fanden den Weg ins Gemeindezentrum. „So feiern wir bei Kaffee und Kuchen mit den Ausstellungsbesuchern den 15. Geburtstag der Gruppe“, erklärt Karin Kaufmann, die seit der Gründung der Gruppe 2001 dabei ist. Damals wollte Renate Wright russische Aussiedlerfrauen aus der Isolation holen und mit ihnen beim gemeinsamen Nähen Deutsch lernen. „Unser Hauptanliegen war Integration“, so Wright. Einige Frauen sind heute nicht mehr dabei, weil sie Arbeit gefunden haben. Neue sind hinzugekommen. „Wir bieten hier keinen Patchworkkurs an, sondern eine Gemeinschaft, in der gegenseitig Wissen weitergegeben wird.“ Durch die Arbeit mit gebrauchten und gespendeten Stoffen, ist das eher teure Hobby zudem für alle realisierbar.

Für das gemeinsame Werk der Gruppe wird zudem ein Motto gewählt, das sich oft an der Jahreslosung der Kirche, in diesem Jahr das Thema Heimat, orientiert. „Erst wollten wir deshalb Landschaften gestalten, aber das war uns optisch zu unruhig“, berichtet Karin Kaufmann, die von ihrer Schwägerin mit dem Patchworkvirus infiziert wurde. Also entschied man sich für ein Kreuz als Patchworkmotiv. Schließlich habe man mit der, für alle Religionen offenen Gruppe in der Gemeinde Velten eine Heimat gefunden, so Kaufmann.

Dazu gehört auch Zouaouia Hoffmann. Die Berlinerin hat schon als Kind in ihrer Heimat Algerien mit Stoffresten genäht. Tagesdecken oder Satteldecken für den Esel. „Nur das Wort Patchwork kannte ich damals noch nicht.“ Heute müssen ihre Quilts vor allem farbenfroh und fröhlich sein.

Von Ulrike Gawande

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