Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -3 ° Regen

Navigation:
Wie bewerten die Einwohner ihren Ort?

MAZ-Umfrage in Glienicke und Mühlenbecker Land Wie bewerten die Einwohner ihren Ort?

Die MAZ-Umfrage in den Gemeinden Glienicke und Mühlenbecker Land vermittelt ein klares Bild: Beim Thema Seniorenwohnen, Nahverkehr und Sicherheit wird viel Verbesserungsbedarf gesehen. Lediglich Freizeitmöglichkeiten werden mehrheitlich als gut eingeschätzt.

Voriger Artikel
Oranienburgs erstes Denkmal galt einer Frau
Nächster Artikel
Millionen für die Innenstadt

Die Schildowerin Paula Rüdiger feierte Mitte Februar ihren 100. Geburtstag mit ihren Gästen – in einem Hohen Neuendorfer Pflegeheim.

Quelle: Enrico Kugler

Mühlenbecker Land/Glienicke. Alle Haushalte in den Gemeinden Glienicke und Mühlenbecker Land hatten kürzlich Post von MAZ-Chefredakteur Thoralf Cleven. Der Brief enthielt einen Fragebogen zum Leben im jeweiligen Ort und Ortsteil. Bei der anonymen Umfrage konnten die Einwohner uns mitteilen, was ihnen gefällt und wo sie Nachholbedarf sehen. Vier Fragen mit je vier Antwortmöglichkeiten befassten sich mit dem Wohnraumangebot, ÖPNV-Anbindungen, der Sicherheitslage sowie Kultur- und Freizeitmöglichkeiten. Und an fünfter Stelle wollten wir allgemein wissen, was sich die Menschen für die Zukunft ihres Ortes wünschen.

Die Umfrage vermittelt ein klares Bild: Beim Thema Seniorenwohnen, Busse und Bahnen sowie Sicherheit wird mehrheitlich Verbesserungsbedarf gesehen, lediglich die Kultur- und Freizeitmöglichkeiten werden überwiegend als gut eingeschätzt (35 Prozent).

Einwohner vermissen Einrichtungen wie Betreutes Wohnen

31 Prozent der Befragten zum Beispiel halten das Angebot für barrierefreies Wohnen für lückenhaft und 43 Prozent von ihnen fehlen spezielle Einrichtungen wie Betreutes Wohnen. Lediglich vier Prozent schätzen das Angebot als ausreichend ein. Immerhin 20 Prozent geben zu, dass sie das Thema (noch) nicht interessiert.

Toni  Marmulla wurde Anfang 2015 als  12 000

Toni Marmulla wurde Anfang 2015 als 12 000. Einwohner von Glienicke begrüßt. Er ist das erste Kind von Julia und Stefan Marmulla.

Quelle: Helge Treichel

Die größte Einigkeit herrschte beim Thema ÖPNV: Dass der Öffentliche Nahverkehr besser werden muss, wurde in 57 Prozent der Haushalte angekreuzt. Das Fehlen von Radwegverbindungen, etwa nach Zühlsdorf, bemängelten 29 Prozent. Und für das Reaktivieren der Heidekrautbahn sprachen sich 26 Prozent aus. Aber: Immerhin 15 Prozent der Menschen erreichen ihre Ziele laut Umfrage mit Bussen und Bahnen gut.

Ein klares Votum auch zur Sicherheitslage: Fast die Hälfte derjenigen, die uns geantwortet haben, halten die Polizeipräsenz für nicht ausreichend (47 Prozent). Fast ebensoviele (44 Prozent) finden, dass mehr gegen Wohnungseinbrüche getan werden müsste. Lediglich neun Prozent befürworten, das Thema selbst in die Hand zu nehmen, um Sicherheitspartnerschaften mit der Polizei einzugehen. Und auch das ist ein Achtungszeichen: Immerhin 21 Prozent der Befragten sind mit der Sicherheitslage in ihrem Ort zufrieden und finden, dass jeder nur selbst etwas Augenmerk auf seine Sicherheit legen müsse.

Ein Fünftel der Einwohner verbringt die Freizeit in Berlin

Bei den Kultur- und Freizeitmöglichkeiten sind die Meinungen recht ausgewogen. 35 Prozent halten das Angebot für gut, 34 Prozent wünschen sich mehr davon. Mehr Feste und Kulturveranstaltungen in den Ortsteilen wünschen sich 21 Prozent der Umfrageteilnehmer, 18 Prozent verbringen ihre Freizeit meist in Berlin.

Das Bildungsangebot an Schulen und Kindertagesstätten wird offensichtlich als gut eingestuft. Diese Schlussfolgerung lassen jedenfalls die Antworten auf Frage fünf zu. Die Zukunftswünsche drehen sich allermeist um andere Themen. Die Leute sprechen sich gegen Windkrafträder in ihrer Gemeinde aus, gegen die neuen Autobahnraststätten Briesetal und gegen ein übermäßiges Bebauen. Sie wünschen sich mehr Verkehrsberuhigung (zum Beispiel einen Fußgängerüberweg zwischen Sportplatz und Wohngebiet Bie­selheide in Schönfließ), Einkaufsmöglichkeiten in Summt, Schönfließ oder Zühlsdorf, schnellere Straßenreparaturen sowie stellenweise mehr Hundekotmülleimer. Oder eine öffentliche Toilette für Schildow. Auf der Wunschliste stehen außerdem der Ausbau des S-Bahnhofs Schönfließ, mehr Parkplätze am S-Bahnhof in Mühlenbeck sowie ein Drogeriemarkt in Schildow und Glienicke sowie eine bessere Pflege der Bäume und öffentlichen Grünflächen. In Zühlsdorf sind die mitunter durch Pfützen unpassierbaren Sandstraßen ein Thema, ebenso mehr Einkaufsmöglichkeiten und die fehlende Radwegeanbindung nach Mühlenbeck.

Sauberkeit, Fußwege, Flüchtlinge

Bessere Fußwege, mehr Sauberkeit, Erhalt und Pflege des Grünraums – so lauten Wünsche aus Glienicke. Gefordert wird auch ein strengeres Vorgehen gegen die Falschparker im Sonnengarten. Und im Interesse der Wohnqualität wird ein gepflegter Umgang der Bürger untereinander befürwortet. Auch ein Wunsch: Turnhallen, Schulen oder andere Einrichtungen sollten nicht als Flüchtlingsunterkünfte „missbraucht“ werden. Das Denken der Kommunalpolitiker solle nicht an der Gemeindegrenze stoppen. Eine bessere kommunale Zusammenarbeit wird vereinzelt ebenso gewünscht wie mehr Bürgernähe.

Von Helge Treichel

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Oberhavel


57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg