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Wie der Norden mobil bleibt

Experten-Runde zum ÖPNV in Oberhavel Wie der Norden mobil bleibt

Es wird nicht mehr Busse zwischen Gransee, Zehdenick und Fürstenberg geben, aber auch nicht weniger. Das ist eine Botschaft des SPD-Forums mit Verkehrsexperten der Oberhavel-Holding am Montagabend in Gransee. Eine weitere: bei der Pünktlichkeit lässt sich einiges verbessern.

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Bushaltestelle in Seilershof.

Quelle: Uwe Halling

Gransee, . Die große Frage – Wie lässt sich der öffentliche Personennahverkehr im Oberhavel-Norden womöglich ausdehnen? – wurde am Montagabend gar nicht gestellt. Vielleicht deshalb, weil Klaus-Peter Fischer, Geschäftsführer der Oberhavel-Holding, rechtzeitig klarstellte: „Eine Angebotserweiterung im Norden wird es nicht geben.“ Andererseits waren die Gäste der Informationsrunde „ÖPNV in Oberhavel – heute und morgen“ eher darauf aus, einige für sie problematische Einzelfälle im Busverkehr zu schildern und womöglich Lösungsansätze zu hören. Klaus-Peter Fischer und der Betriebsleiter der Oberhavel-Verkehrsgesellschaft, Heiko Moormann, waren dazu vom SPD-Ortsverein Gransee-Fürstenberg eingeladen worden.

Die Verkehrsexperten haben sich längst mit der Zukunft befasst. „Oberhavel wächst bis 2030 weiter – im Süden, aber nicht im Norden“, sagte Fischer. Er weiß trotzdem, dass es im Nordkreis weitere Abstriche nicht geben könne. Inzwischen gehen die Gedankenspiele soweit, dass sich auch die Verkehrsbranche mit dem 4.0-Zeitalter beschäftigt. „Der ÖPNV wird in Zukunft anders aussehen“, sagt Klaus-Peter Fischer. Busse würden dann offenbar ohne einen Busfahrer unterwegs sein.

Manfred Rissmann aus Zehdenick interessierte ein Phänomen, das ihm öfter begegnet: die Anschlüsse an Bus und Bahn. Ein Verkehrsmittel sei immer gerade weg. „Ja, es gibt eine Abstimmung mit der Bahn. Wir haben aber Verknüpfungspunkte, die sind maßgebend“, so Klaus-Peter Fischer (Solche Punkte sind eine Schnittstelle, bei der auf ein anderes Verkehrsmittel umgestiegen werden kann.) Auch Ankunftszeiten oder Abfahrtszeiten an und von Schulen seien, hieß es, oft unglücklich. Heiko Moormann: „Gut wäre, wenn wir den Fahrplan machen und sich die Schulen danach richten und eventuell zeitversetzt mit dem Unterricht beginnen würden. Aber das funktioniert nicht. Zudem meldet jeder irgendwo seine Bedürfnisse an: Schüler, Eltern, die Arbeitenden.“ Rüdiger Ungewiss, Ortsvorsteher von Dannenwalde und Fahrer des Bürgerbusses, wünschte sich an bestimmten Tagen einen Bus mehr, damit Einwohner Erledigungen in der Stadt machen könnten. Klaus-Peter Fischer: „Wir können nicht jeden Menschen abholen, deshalb appelliere ich an die wirtschaftliche Vernunft.“ Er argumentiert dabei auch mit diesen Zahlen: Im Norden leben 30 Einwohner auf einem Quadratkilometer, im Süden 220.

Heiko Moormann, Klaus-Peter Fischer und René Jordan (vr)

Heiko Moormann, Klaus-Peter Fischer und René Jordan (v.r.)

Quelle: Stefan Blumberg

Dass die OVG ein gutes Angebot liefere, findet Lothar Kliesch, Ortsvorsteher von Himmelpfort und Kreistagsabgeordneter: „Ich wünsche mir, dass dieses Angebot noch besser transportiert wird. Viele Dinge bekommen gerade Touristen gar nicht mit.“

Offene Türen rannten die Gäste der Runde in Sachen Zuverlässigkeit bei den Abfahrtszeiten der Busse ein. „Wir versuchen, pünktlich zu sein“, sagt Heiko Moormann. Er ist sich sicher, dass es nur zu Verspätungen kommt, wenn im System etwas nicht stimmt, zum Beispiel Schnee auf der Straße liegt. „Sollte der Bus täglich zu spät kommen, dann müssen wir den Fahrplan ändern“, so Heiko Moormann. Ihm geht es letztlich um eins: „Wir möchten, dass Sie mit uns mobil bleiben.“

1100 Kilometer Streckennetz

Die Nord-Süd-Ausdehnung in Oberhavel, auf der Busse der Oberhavel-Verkehrsgesellschaft fahren, beträgt 80 Kilometer – von Altthymen im Norden bis Hennigsdorf im Süden.

 Das Streckennetz hat eine Länge von 1100 Kilometern. Darauf befinden sich 1134 Haltestellen.

Im Jahr befördert die OVG zirka sechs Millionen Fahrgäste.

120 Mitarbeiter und 87 Busse sind im Einsatz.

 

Von Stefan Blumberg

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