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Wie ein großes Klassentreffen

Velten Wie ein großes Klassentreffen

Zur Vernissage der ersten Sonderausstellung im Veltener Hedwig-Bollhagen-Museum kamen zahlreiche ehemalige Mitarbeiter der 2001 verstorbenen Keramikerin aus Marwitz. Von 18 von ihnen hatte die Fotografin Solveig Faust großformatige Porträts angefertigt. Diese sind nun, flankiert von Keramiken der entsprechenden Künstler, bis April im Museum zu sehen.

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Förderer, Bürgermeisterin, Museumsleiterin, Künstlerin und porträtierte Keramiker zum Gruppenbild vereint.

Quelle: UG

Velten. Es war ein buntes Stimmengewirr im Foyer des Veltener Hedwig Bollhagen Museums bevor die erste Sonderausstellung am Donnerstagabend eröffnet werden konnte, die anlässlich des 109. Geburtstages Hedwig Bollhagen stattfand.

Fotografin und Bollhagen-Fan Solveig Faust

Fotografin und Bollhagen-Fan Solveig Faust

Quelle: UG

„Fast wie bei einem Klassentreffen“, sinnierte Solveig Faust, Fotografin aus Berlin, von der die Bilder der Ausstellung stammten. Man war sich einig: Dieser Abend hätte der 2001 verstorbenen Künstlerin gefallen. Waren doch viele der über 100 Besucher ehemalige Mitarbeiter von ihr, vom Lehrling bis zum Meister, sowie weitere Weggefährten, die über ganz Deutschland verteilt leben, und die sich hier in Velten teilweise nach vielen Jahren erstmals wieder sahen.

Andrang bei der Ausstellung, die noch bis April 2017 zu sehen ist

Andrang bei der Ausstellung, die noch bis April 2017 zu sehen ist.

Quelle: UG

Auch der Titel der Ausstellung, gefördert von Kulturland Brandenburg, lautete „Marwitz, in der Werkstatt – Lehrlinge und Mitarbeiter Hedwig Bollhagens“. Sie ist Ergebnis eines Fotoprojektes von Solveig Faust, die sich auf Spurensuche zu HBs künstlerischem Erbe begeben hat. Innerhalb eines Jahres besuchte sie zahlreiche Menschen, die in der Marwitzer Werkstatt tätig waren oder bis heute sind. Fotografierte sie in ihren Ateliers oder bei der Arbeit. Entstanden sind großformatige Porträts der Künstler, von denen 18 in der Ausstellung gezeigt werden. Flankiert von keramischen Arbeiten dieser Keramiker, die von HB auf unterschiedliche Weise geprägt wurden.

Keramik von Frauke Gerhard

Keramik von Frauke Gerhard

Quelle: UG

„In ihren Werken lebt Bollhagen weiter“, so Udo Arndt, Vorsitzender des Fördervereins des Museums. Und doch haben sich alle Künstler weiterentwickelt, ihren ganz eigenen Stil gefunden.

Ein Besucher besieht sich Keramiken von Jean von Rügen (hinten), Niki Spies (Mitte) und Dagmar Radtke (vorne)

Ein Besucher besieht sich Keramiken von Jean von Rügen (hinten), Niki Spies (Mitte) und Dagmar Radtke (vorne).

Quelle: UG

So wie Egon Wrobel, der in den 60er Jahren als Praktikant in der Marwitzer Werkstatt tätig war. „Bollhagen ist ein großes Vorbild für mich, besonders in Bezug auf Disziplin. Ich habe bei ihr die Grundlagen der Pinselführung gelernt“, so der freischaffende Künstler aus Stahnsdorf, der sich vor allem Plastiken, derzeit bevorzugt in verpackter Form, widmet. „Ich mag den Reiz des Geheimnisvollen.“ Und so ist bei jedem Künstler auf unterschiedlichste Art der Einfluss von Hedwig Bollhagen zu erkennen. „Mir hat sie Türen geöffnet“, bringt es Antje Scharfe, die heute als Professorin für Kunst und Keramik an der Hochschule Burg Giebichenstein lehrt, auf den Punkt.

Eine Porträtwand mit den Bildern von Solveig Faust zeigt die ausstellenden Keramiker der Sonderausstellung

Eine Porträtwand mit den Bildern von Solveig Faust zeigt die ausstellenden Keramiker der Sonderausstellung.

Quelle: UG

Auch Solveig Faust wurde schon früh vom Bollhagen-Virus infiziert: Vom Taschengeld, eigentlich für eine Klassenfahrt bestimmt, kaufte sie sich als 14-Jährige die erste Bollhagen-Keramik. „Das Fotoprojekt war schön, außergewöhnlich, ja einmalig. Für viele der Porträtierten hat es ein Zeitfenster geöffnet. Alle verbindet die Liebe zu HB. Sie erzählen gern, wenn man von der Werkstatt spricht.“ Einen besonders bewegenden Moment erlebte Faust bei Arno Röger, der bei ihrem Treffen schon bettlägerig war, aber bei dem Gedanken an HB noch einmal aufgeblüht sei und für ein Foto das Bett verließ. Drei Wochen später war der ehemalige Marwitzer Werkstattmitarbeiter verstorben.

Von Ulrike Gawande

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