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Oberhavel Wie lange bleibt ein Eisblock cool?
Lokales Oberhavel Wie lange bleibt ein Eisblock cool?
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20:42 22.06.2016
Eisblockwette mit Klimaschutzmanager Malte Stöck (r.) und Fischhändler Christian Krause. Quelle: Helge Treichel
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Hohen Neuendorf

Hier geht’s um die älteste aller Schlachten: der Mensch gegen die Naturgewalten. Eisblöcke gegen Sonnenhitze. Passivhaus gegen Bruchbude. Die Stadtverwaltung Hohen Neuendorf hat aus diesem Grund die Eisblockwette ausgerufen. Der Rathausvorplatz bildet für mehr als zwei Wochen die Arena.

Dort stehen seit Dienstagnachmittag zwei unscheinbare Modellhäuschen, die jedoch nicht mit Toiletten für die Bauarbeiter der Rathausbaustelle zu verwechseln sind. Hohen Neuendorfs Klimaschutzmanager Malte Stöck hat in jedem dieser Holzkästen 100 Kilogramm Eis eingelagert. Aber nur eine dieser Hütten ist nach dem Passivhausstandard mit zehn Zentimetern Steinwolle gedämmt. Die große Frage lautet nun: „Wie viel mehr Eis ist am Ende im ungedämmten Haus geschmolzen?“

Malte Stöck prüft noch einmal den Inhalt, bevor er die Häuschen wieder fest verschließt. Quelle: Helge Treichel

Wer richtig tippt, was auch online unter www.sanieren-profitieren.de möglich ist, kann einen leckeren Eisbecher gewinnen. Drei sind insgesamt ausgelobt. Die Hürde ist allerdings hoch. Der Testzeitraum beträgt mehrere Tage in der prallen Sonne. Erst am 8. Juli sollen die Modellhäuser wieder geöffnet und somit das Geheimnis gelüftet werden. Da drängt sich eine andere Frage auf: Wird dann überhaupt noch Eis übrig sein?

Dass dies so sein könnte, bezweifelt sogar Christian Krause von Kunzes Fischmärkte GmbH. Dabei hat der Hohen Neuendorfer Geschäftsführer hat sein gesamtes frostigstes Knowhow eingebracht: Aus insgesamt 200 Litern Wasser hat er in seinem Kühlhaus bei minus 23 Grad Celsius Eisblöcke hergestellt. Erst 30 Minuten vor dem Befüllen der Modellhäuschen hat er diese aus dem Tiefkühler genommen und im Kühlwagen antransportiert. Und trotzdem mag selbst er nicht daran glauben, dass die Coolness lange währt. Aus Erfahrung, sagt er.
Optimistischer ist Enrico Müller aus Borgsdorf, der allererste Wettkandidat. Der 38-Jährige glaubt, dass am Ende noch rund 20 Prozent Eis im gedämmten Haus übrig sind. Was tippen Sie?

Enrico Müller aus Borgsdorf füllt seinen Wettschein aus. Quelle: Helge Treichel

Den sachlichen Hintergrund dieser Jahrmarktaktion erläutert Fachbereichsleiterin Ariane Fäscher, in der Stadtverwaltung für Kommunikation zuständig. Nach ihren Worten hat sich die Stadt das Ziel gesetzt, den Kohlendioxid-Ausstoß bis zum Jahr 2030 um gut 30 Prozent zu reduzieren – bezogen auf den Wert des Jahres 2010. Der Anteil erneuerbarer Energien soll in dieser Zeit von acht auf 21 Prozent wachsen. „Das können wir aber nur erreichen, wenn wir im Bereich von Wohnen und Verkehr deutliche Einsparungen erreichen.“ Denn etwa 90 Prozent des Treibhausgases würden von privaten Haushalten freigesetzt – je zur Hälfte beim Wohnen und Verkehr. Es komme also darauf an, die Einwohner zum Mitmachen zu motivieren. Mit der Eisblockwette soll die Wirksamkeit von Dämmungen demonstriert werden. Aufgelöst wird die Wette im Zuge einer Informationsveranstaltung des Hohen Neuendorfer Netzwerkes „Zukunft Haus“, die am 8. Juli um 17 Uhr in der Stadthalle beginnt. Die Experten des Netzwerkes werden nicht nur Fragen beantworten, sondern auch ihren neuen Flyer vorstellen.

Die Modellhäuschen dienen zugleich als Litfaßsäule für Informationen über den Versuch und das Thema allgemein. Quelle: Helge Treichel

Es geht ums Mitmachen

Wer mitmachen möchte, schreibt seine Prozentzahl mit seinem Namen und seiner Telefonnummer auf eine Postkarte und schickt diese an: Stadtverwaltung Klimaschutzbeauftragter, Oranienburger Straße 2, 16540 Hohen Neuendorf. Oder wirft diese direkt in den weißen Briefschlitz des Rathauses.

Möglich ist auch eine Mail an klimaschutz@hohen-neuendorf.de. 

Nähere Informationen zu den Klimaschutzaktivitäten der Stadt, zu Veranstaltungen, Ansprechpartnern, Beratungsangeboten und mehr unter www.klimaschutz-hn.de.

Von Helge Treichel

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