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Wiederaufbau in Wolfsruh

Workcamp im Grünen Wiederaufbau in Wolfsruh

Im Frühjahr 2016 soll auf dem ehemaligen Bundeswehrareal in Wolfsruh eine neue Wohnstätte des Gib-Vereins für Menschen mit Intelligenzminderung eröffnet werden. Am Montag startete auf der Liegenschaft ein internationales Workcamp.

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Mit Hacke und Spaten legten die Workcamp-Teilnehmer in Wolfsruh los.

Quelle: Uwe Halling

Wolfsruh. Mehr als zehn Jahre nach dem Zapfenstreich im Bundeswehrdepot Wolfsruh wird die verwaiste Militärliegenschaft wiederbesiedelt. Der Gib-Verein will in einigen der insgesamt sechs Häuser des ehemaligen Verwaltungstraktes eine Wohnstätte für Menschen mit geistiger Behinderung einrichten (MAZ berichtete). Am Montag startete auf dem Gelände ein internationales Workcamp mit Teilnehmern aus mehr als sechs Nationen. Die Jugendlichen werden dabei helfen, die Wege zu den Häusern freizulegen und an den Gebäuden Baufreiheit zu schaffen – mit Hacke und Spaten.

Am Sonntag reisten die jungen Erwachsenen, darunter viele Studenten, aus Japan, Mexiko, Taiwan, Aserbaidschan, Spanien, Frankreich an. Bei einem Grillabend im Gib-Haus Seilershof wurden erste Kontakte geknüpft. Unterstützt wird das Projekt unter anderem von Taxi-Berlin-Chef Hermann Waldner. Ihm gehört das Hotel am Wentowsee, in dem die Workcamp-Teilnehmer für drei Wochen wohnen dürfen. Sie sind die ersten Gäste seit der Schließung des Hauses vor mehr als fünf Jahren. „Wir finden das Projekt toll und sind eingesprungen, als klar war, dass in Wolfsruh keine Übernachtung möglich ist“, sagte Waldners Stellvertreterin, Laila de Alencar. Sieben Zimmer wurden für die internationale Gruppe hergerichtet, neben Küche und Frühstücksraum. Eigentlich sei das Hotel noch eine Baustelle, so Alencar. Spätestens 2016 sollen in dem Haus aber wieder Gäste begrüßt werden.

Von der Unterkunft und von der Umgebung ist Felix Tallerico begeistert. „Das hätten wir nicht erwartet“, sagt der Betreuer aus Trier. Ihn habe die Beschreibung des Projektes gereizt, sowohl der soziale Aspekt als auch die abgeschiedene Lage des Objektes. „Kein Handyempfang und im Grünen gelegen, das waren gute Argumente“. Ähnlich ging es Elgun Maliki aus Aserbaidschan, der Ingenieurwesen studiert hat und sich für Architektur, aber auch für die Historie des ehemaligen Munitionslagers im Wald interessiert. Für den Gib-Verein ist es das erste Workcamp überhaupt. „Wir fanden die Idee toll“, sagte Ernestine Brauns, stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Gib-Vereins. Für die Jugendlichen wird es auch ein Besuchsprogramm geben – „sie sollen ja nicht nur hier arbeiten“, so Brauns. Berlin-Fahrt, Bootstour und Radführung sind geplant.

Die Wohnstätte soll voraussichtlich im Frühjahr 2016 bezogen werden und ähnlich wie Seilershof Platz für zwei Wohngruppen sowie einen Arbeitsbereich bieten. Daneben ist eine Kooperation mit dem Eigentümer der rund 240 Hektar großen, waldreichen Liegenschaft geplant. „Wir waren beeindruckt, wie gut die Häuser trotz des Leerstandes in Schuss waren“, sagte Brauns. „Man hat gesehen, dass die Bundeswehr einiges gemacht hat.“ Probleme mit den Versorgungsleitungen haben den ursprünglichen Zeitplan dann aber doch gesprengt. „Da müssen wir noch mal ran.“

Von Cindy Lüderitz

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