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Oberhavel Wiege Bötzow
Lokales Oberhavel Wiege Bötzow
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00:18 11.02.2016
Das Schloss um 1652. Zeichnung von Memhardt Quelle: Bodo Becker
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Oranienburg

Obwohl Oranienburg in diesem Jahr das 800. Jubiläum der Ersterwähnung feiert, beginnt die eigentliche „städtische“ Geschichte erst mit dem Wirken der Kurfürstin Louise Henriette. In den nachfolgenden Jahrzehnten entsteht ein architektonisches Gebäudeensemble am Schlossplatz, das die Charakterisierung als Stadt rechtfertigt. Bis in unser Jahrhundert hinein ist die historische Mitte von baulichen Veränderungen geprägt.

Mit der Besitznahme des Havellandes durch Markgraf Albrecht der Bär im Jahre 1150 setzte die Kolonisation durch deutsche Siedler ein. Bis zum Ende des 12. Jahrhunderts konnte der westliche Teil des Havellandes bis zur Havel dauerhaft gesichert werden. Dagegen befand sich das Barnimland östlich der Havel noch im Besitz der pommerschen Fürsten. Die Havel mit ihren sumpfigen Niederungen und Dünengelände stellte ein natürliches Grenzhindernis dar. Havel-Übergänge besaßen somit strategische Bedeutung. Für seine Besitzsicherung ließ der Enkel von Albrecht, Otto II. (1184 bis 1205), Burgen errichten. Während Spandau schon 1197 urkundlich erwähnt wird, tritt Bötzow erst in einer Urkunde des brandenburgischen Bischofs Siegfried II. vom 28. Dezember 1216 namentlich als Stadt in Erscheinung. Die Einstraßensiedlung, es gab sie als slawische beziehungsweise deutsche Siedlung schon Jahrhunderte vor 1216, lag zwischen der Grenzburg und der Kirche. Der heutige Standort des Schlosses ist ungefähr identisch mit der Lage der Burg, die mit einem Burggraben zum Platz hin zusätzlich gesichert war. Gebetene oder ungebetene Gäste fanden nur über eine Zugbrücke Einlass.

Das Logo für das Jubiläumsjahr. Quelle: Stadtverwaltung

Kurfürst Joachim II. ließ um 1550 die alte Burganlage abreißen und dafür ein Jagdschloss errichten. Die Stadt Bötzow bestand bis zum 16. Jahrhundert nur aus Lehmfachwerkhäusern an der heutigen Havel- und Breiten Straße, die mit Schilf und Rohr gedeckt waren. Erst in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts begann die bauliche Gestaltung des Platzes vorm Schloss, die der ehemaligen mittelalterlichen Burgsiedlung ein bescheidenes städtisches Aussehen gab. Kurfürstin Louise Henriette von Nassau-Oranien hatte 1650 von ihrem Gatten, Kurfürst Friedrich Wilhelm das Jagdschloss und das dazugehörige Amt Bötzow „als Geschenk auf Lebenszeit“ bekommen. Die junge Kurfürstin ließ das alte Schloss zu großen Teilen abtragen und von 1651 bis 1663 durch einen Um- und Neubau unter der Leitung des in den Niederlanden ausgebildeten Baumeisters Johann Gregor Memhardt ersetzen. In einem Schreiben vom 2. Januar 1652 an die Kurmärkische Amtskammer kennzeichnete Friedrich Wilhelm zum ersten Mal das Amt mit dem Namen „Oranienburg“. Ein Jahr später übernahm der Magistrat den Namen „Oranienburg“ in das Stadtsiegel.

Nach den verheerenden Folgen des Dreißigjährigen Krieges zielte das Wirken der engagierten Kurfürstin jedoch auch darauf ab, Amt und Stadt nach dem Vorbild ihrer niederländischen Heimat wirtschaftlich zu entwickeln. Dazu gehörte eine gut funktionierende Amtsverwaltung mit den erforderlichen Einrichtungen. Die errichteten Bauten entsprachen in Ausführung und Anlage den städtebaulichen Vorstellungen der absolutistischen Herrschafts- und Verwaltungspraxis jener Zeit. Dabei hatte Memhardt sicher auch hier entscheidenden Einfluss auf die Planungen genommen.

Am 21. November 1651 tauschte der Kurfürst die dem Schloss gegenüber liegende Bürgerstelle des Heidereiters Christoph Gerlach ein, um dort ein Jagdzeughaus zu errichten. Der Heidereiter, später mit dem Titel Landjäger versehen, verwaltete die im Amt gelegenen Forsten. Das um 1653 errichtete Jagdzeughaus beherbergte unter anderem die Diensträume des Landjägers. Sowohl der Grundriss des Hauses, seine äußere Gestaltung als auch die Innenarchitektur lassen niederländische Vorbilder erkennen. Daher vermutet man neben dem Wirken des Hofmaurers Hans Perger (bestallt am 7. Mai 1657) die architektonische Konzeption vom Schlossarchitekten selbst. Zentrum des Hauses war eine um zwei hölzerne Halbsäulen geführte zweiläufige Wendeltreppe, die vom Keller bis zum Dachgeschoss führte. Der dadurch geschaffene hohe Raum sollte den öffentlichen Charakter des Hauses betonen.

Beim Neubau der Berliner Straße 2004 in diesem Bereich haben die baubegleitenden Archäologen gewaltige Sandsteinbrocken als Fundamente des Jagdzeughauses und des nachfolgenden Rathauses freigelegt. Sie reichen bis unter den heutigen Fußgängerweg. Die Berliner Straße muss ursprünglich also viel schmaler gewesen sein. Carl Friedrich Ballhorn berief sich in seiner 1850 erschienen Stadtgeschichte auf ein Verzeichnis der vorhandenen oder im Bau befindlichen Verwaltungsgebäude des Amtes Oranienburg (seit 1653) aus dem Jahre 1657. Danach stand rechts neben dem Jagdzeughaus, auf der anderen Seite an der Breiten Straße 1, das Amtshauptmannshaus. Der adelige Amtshauptmann besaß die administrative, richterliche und militärische Gewalt im Amtsbezirk. Mit Otto Reichsfreiherr von Schwerin (1616 bis 1679) besaß die Kurfürstin eine herausragende Persönlichkeit aus dem Hofstaat des Kurfürsten als Amtshauptmann. Bis 1654 stand von Schwerin an der Spitze der Verwaltung des Amtsbezirks. 1658 wurde er Oberpräsident des Geheimen Rats und hatte damit nach dem Kurfürsten die höchste Stellung in der Regierung inne.

Als Hofmeister war er außerdem seit 1662 für die Erziehung des Kronprinzen Karl Emil und dessen Bruder Friedrich, dem späteren Kurfürsten Friedrich III./König Friedrich I. verantwortlich.

Von Bodo Becker

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