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Oberhavel Wildschweine erobern die Stadt
Lokales Oberhavel Wildschweine erobern die Stadt
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00:19 05.01.2018
In Hennigsdorf-Nord sind immer mehr Wildschweine unterwegs. Nun warnt sogar die Wohnungsgenossenschaft (WGH) mit Hinweisschildern davor. Die Schäden, die die Tiere anrichten, sind immens. Quelle: Enrico Kuglert
Hennigsdorf

Für Kerstin Grossmann ist es ein gewohnter Anblick: Eine Rotte Wildschweine trabte am Dienstagmorgen durch Hennigsdorf-Nord. Dem Stadtteil sieht man die ungebetenen Gäste an: Mehrere Flächen sind regelrecht durchwühlt und sehen aus wie Äcker. „Wir haben uns daran hier in Nord aber schon gewöhnt“, sagt Kerstin Grossmann. Sie hat vor allem Sorge um ihren Chihuahua Benni.

Auch im Hennigsdorfer Rathaus sieht man die zunehmende Zahl der Wildschweine mit Sorge. „Nach Aussage der Jägerschaft ist das eine Entwicklung, die weiter zunehmen wird“, erklärt Ordnungsamtsleiter Volker Riemann. Die Ursache sei vor allem, dass die Schweine im Wald kaum noch Nahrung fänden und ins Stadtgebiet drängen. Zudem würden aus Riemanns Sicht nicht genug Wildschweine geschossen, um die Population zu kontrollieren. Volker Riemann hat deshalb jetzt den zuständigen Landesbetrieb Forst und die Untere Jagdbehörde wegen der Wildschweine informiert. Zudem habe Riemann die Unterstützung der Stadt angeboten. „Eine Antwort steht aber noch aus“, so Riemann. Nur durch eine gezielte und intensivere Bejagung sei eine Änderung der Problematik zu erreichen.

Kerstin Grossmann fotografierte diese Rotte in der Rigaer Straße in Hennigsdorf. Quelle: Kerstin Grossmann

Damit meint Volker Riemann aber nur die Wälder. Im Stadtgebiet bleibt die Jagd weiter eine große Ausnahme. Im Juli 2017 hatte das Ordnungsamt zur Gefahrenabwehr auf eine Bache schießen lassen, die in einer Rotte von etwa 40 Tieren stand. Daraufhin hatten Anwohner die Polizei informiert, weil sie wegen der Schüsse besorgt waren. Das Risiko im Stadtgebiet sei einfach zu groß, sagt auch Ordnungsamtschef Volker Riemann.

„Die Jagd ist wieder in vollem Gange“, sagt indes Revierleiter Bernd Erdmann. Nach den Stürmen des vergangenen Jahres konnten er und seine Jäger kurzzeitig nicht in den Wald. Doch auch über Weihnachten und Silvester wurden einige Wildschweine geschossen. Vom Beginn des Jagdjahres am 1. April 2017 bis jetzt seien schon über 100 Schweine geschossen worden, sowohl in gemeinsamen Einsätzen der Jäger als auch von einzelnen Jägern. „Das, was möglich ist, machen wir auch möglich“, sagt Erdmann.

Kerstin Grossmann aus Hennigsdorf-Nord würde sich wünschen, dass die Schweine im Stadtteil weniger Nahrung finden würden. Doch genau das sei ja hier das Problem. Zuletzt habe Grossmann wieder Stullen, Äpfel oder Erdnussflips in den Büschen gefunden. „Hier in Nord liegt immer so viel rum.“

Von Marco Paetzel

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