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Winnetous Silberbüchse unterm Hammer

Mühlenbeck als Eldorado Winnetous Silberbüchse unterm Hammer

Die berühmte Silberbüchse von Winnetou und viele andere Erinnerungsstücke des verstorbenen Schauspielers Pierre Brice kommen unter den Hammer. Im Auftrag der Erbin soll am 7. und 8. November in Mühlenbeck (Oberhavel) der Nachlass des langjährigen Winnetou-Darstellers nach Angaben des Berliner Auktionshauses Historia versteigert werden.

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Pierre Brice in der Rolle seines Lebens – als Winnetou.

Quelle: dpa

Mühlenbeck. Das Mühlenbecker Land könnte zum Eldorado für Karl-May-Fans und Western-Liebhaber werden: Die berühmte Silberbüchse von Winnetou und viele andere Erinnerungsstücke des verstorbenen Schauspielers Pierre Brice kommen nach einer Ankündigung des Berliner Auktionshauses Historia voraussichtlich am 7. und 8. November am nördlichen Rand Berlins unter den Hammer. Ein Teil des Erlöses werde dem Verein Dalai Lama future4children, dessen Kinderhilfsprojekte Pierre Brice gemeinsam mit dem Dalai Lama großzügig unterstützte, zu Gute kommen.

Veranstaltungsort wird noch geheim gehalten

Den genauen Ort der Versteigerung, zu der mehrere 1000 Gäste erwartet werden, möchten die Veranstalter noch nicht bekannt geben. Nur so viel: Es handelt sich um eine größere Halle. Und nein, es ist nicht die ehemalige Kodak-Immobilie, sagt Pressesperecherin Christina Schulze. Dabei handelt es sich um eine in den 1980er-Jahren erbaute Lagerhalle der ehemaligen Kunst und Antiquitäten GmbH (KuA) der DDR. Deren Sitz befand sich zwar in Berlin, aber das streng bewachte Hauptlager an der Kastanienallee jedoch sorgte bei S-Bahn-Fahrgästen für Spekulationen. Vermutet wurde unter anderem ein Zentrallager für die Intershops. Der wahre Zweck wurde erst nach 1989 bekannt: Staatlich enteignete Kunstgegenstände und Antiquitäten wurden von hier aus in die BRD und nach Westberlin verkauft – ein wichtige Devisenquelle für die DDR.

Eigenhändig bemalte Kostüme

Brice war am 6. Juni mit 86 Jahren in Paris in den Armen seiner deutschen Frau Hella gestorben. Er ist in Gräfelfing bei München beerdigt. Bei der Auktion werden neben dem Gewehr von ihm selbst entworfene und eigenhändig bemalte Winnetou-Kostüme, Sättel und Zaumzeuge sowie zahlreiche private Stücke versteigert, darunter Uhren, Kleidungsstücke, Einrichtungsgegenstände, Antiquitäten und ein Jaguar V6.

Katalog als Einladung zur Auktion

Der limitierte und ein Kilogramm schwere Katalog, der als Einladung zur Auktion gilt, enthält zahlreiche Objekte aus allen Lebensabschnitten von Pierre Brice und wird laut Auktionshaus „wie ein Bilderbuch seines Lebens“ gestaltet sein. Aus seiner Kindheit etwa stammt das selbstgebaute Spielzeugboot, das Pierre Brice in seinen Memoiren erwähnt, aus seiner Jugend der Dolch, den er im zweiten Weltkrieg von einem deutschen Offizier geschenkt bekam, als er diesem half, sich den Amerikanern zu stellen. Die Zeit beim Militär wird repräsentiert durch seine Uniform, militärische Auszeichnungen, Waffen und weitere Stücke. Eine Vorbesichtigung ist zwei Wochen vor der Auktion geplant.

Zahl der Bieter noch unbekannt

Wenngleich die bisherige Resonanz einen großen Coup erwarten lässt, hinsichtlich des Ansturms der Bieter tappen die Auktionshausmitarbeiter noch im Dunkeln. Eingestellt sei man derzeit auf mehrere 1000 Interessenten. Wie viele am Ende persönlich vor Ort oder live über das Internet mitbieten – „wir wissen es nicht“, sagt Projektmanager Christian Schäfer: „Wenn es 20 000 sind, werden wir wohl aber auf ein anderes Objekt ausweichen müssen.“ Damit bleibt offen, ober der Brice-Nachlass mit mehren Hundert Einzelstücken tatsächlich in Mühlenbeck versteigert wird. Ebenso unbekannt bleibt vorerst die genaue Anzahl der Objekte, die gegenwärtig noch zusammengestellt versandfertig gemacht werden.

Rolle seines Lebens

Pierre Brice, eigentlich Pierre Louis Baron de Bris, wurde am 6. Februar 1929 in Brest geboren und starb am 6. Juni 2015 bei Paris.

Der französische Schauspieler wurde vor allem durch seine Rolle als Winnetou in den Karl-May-Verfilmungen der 1960er-Jahre bekannt.

Der Auktionskatalog zu seinem Nachlass ist ab sofort im Vorverkauf und kann unter www.historia.de bestellt werden.

Von Helge Treichel

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