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Wir fühlen uns vom Landkreis diskriminiert!

Treffen der Vertriebenen Wir fühlen uns vom Landkreis diskriminiert!

Zum Tag der Heimat hatte der Kreisverband Oberhavel des Bundes der Vertriebenen eingeladen. Kulturstaatssekretär Martin Gorholt erinnerte an die DDR-Zeit, als es an jeglicher Willkommenskultur für die vier Millionen Vertriebenen gemangelt habe. Kreischef Speckmann kritisierte, dass kein Kreis-Politiker zum Tag der Heimat gekommen war.

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Hans-J. Speckmann (l) mit Kulturstaatssekretär Martin Gorholt

Quelle: U. Gawande

Oranienburg.  „Heimatliebe wohnt ganz tief in unserem Herzen, ist Teil unseres Seins. Man hat uns alles weggenommen, doch die Heimatliebe blieb.“ Mit diesen und weiteren Worten beschrieb Alfons Zeh aus Neuruppin beim traditionellen „Tag der Heimat“, zu dem der Bund der Vertriebenen vom Kreisverband Oberhavel am Samstag im Bürgerzentrum Oranienburg eingeladen hatte, seine tiefe Verbundenheit zur alten Heimat, aus der er in Folge des Zweiten Weltkrieges vertrieben worden war.

„Aber wo ist eigentlich unsere Heimat?“ fragte Pfarrer Arndt Farack in seinen Worten zum Tag. „Ist sie dort wo man geboren wurde, dort wo man aufgewachsen ist oder dort, wo die Gräber der Vorfahren sind?“ Er appellierte, sich in der heutigen Zeit an die eigenen Erfahrungen von Flucht und Vertreibung zu erinnern, passend zum Motto der Veranstaltung: „Vertreibung ist unrecht -gestern und heute“. Bei diesen Worten hatten viele der rund 100 Gäste Tränen in den Augen. Erinnerungen kamen hoch. Wie schon zuvor bei den alten Volksliedern, vorgetragen vom Ensemble „Quelle“. Mit Beethovens Neunter zum Text „Eine Welt für alle Menschen, ohne Mauern ohne Zaun“ schlossen die Musiker ihren Vortrag.

Kulturstaatssekretär Martin Gorholt erinnerte an die DDR-Zeit, als es an jeglicher Willkommenskultur für die vier Millionen Vertriebenen gemangelt habe, vielmehr galt damals die Maxime für Wohnung und Arbeit. Das persönliche Schicksal – der zu unrecht als Umsiedler Bezeichneten – aber sei uninteressant gewesen. „Schweigen ist unser größter Feind.“

„Wo aber sind die Vertreter von Landkreis und Stadt, fragte Kreisverbandsvorsitzender Hans-J. Speckmann. „Das ist eine Schande!“ Zwar weile der Bürgermeister in Hamm, jedoch könne man eine Vertretung schicken, so Speckmann. „Wir fühlen uns diskriminiert.“ Für besonderes Engagement wurden Ursula Kroll, Christel Hensel. Gertrude Röper und Dagmar Jurat (Torhorstschule) geehrt.

Von Ulrike Gawande

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