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Oberhavel „Wir sollten wieder mehr miteinander reden“
Lokales Oberhavel „Wir sollten wieder mehr miteinander reden“
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17:14 05.09.2017
Selbst viele Jahrzehnte als Zeitungsreporter unterwegs, hatte sich Gerhard Jährig Notizen zu seinen Kritikpunkten in der Stadtpolitik gemacht.
Zehdenick

Mit einer kleinen Rechenaufgabe eröffnete Rudolf Sarbinowski aus Osterne am Dienstag die MAZ-Talkrunde in Zehdenick. „Hundert minus neun, so alt bin ich“, sagte er und legte gleich los mit seinen Sorgen. Ihn ärgert, dass in Osterne der Dorfteich und die Wiesen drumherum verkauft worden seien – ohne, dass die Bürger im Vorfeld davon etwas erfahren hätten. Auch die zunehmende Bürokratie macht dem Rentner zu schaffen. Anfragen an die Stadtverwaltung seien kompliziert, Antworten würden lange auf sich warten lassen, so seine Erfahrungen. Generell wünscht sich Sarbinowski, dass mehr miteinander geredet wird, um Probleme zu lösen. Viele Themen bewegen auch Gerhard Jährig, seit 1970 in Zehdenick und viele Jahre als Zeitungsjournalist unterwegs gewesen. Er hatte – ganz die alte Schule – eine Liste von Anmerkungen vorbereitet. Seine größte Sorge gilt dem Wandel in der Innenstadt und dem Wegsterben von Traditionsgeschäften sowie Gaststätten. Bis zum Ende des Jahres würden einige bekannte Gesichter aus dem Einzelhandel weichen. Dass die Linienbusse der OVG aus dem Zentrum verbannt worden sind, hält Jährig in dem Zusammenhang für kontraproduktiv, weil somit weniger Menschen in die Stadt kämen. Gransee habe dieses Problem besser gelöst, meint er. Auch wirke die Dammhastbrücke in seinen Augen wie eine Grenze. Ergebnis dessen sei ein Gefälle zwischen Nord- und Südstadt. „Entweder muss die Brücke für den Autoverkehr freigegeben oder eine neue gebaut werden, um diese Trennung aufzuheben.“

Die Runde in Zehdenick. Quelle: Stefan Blumberg

„Ich wünsche mir eine bessere Abstimmung zwischen Bus und Bahn“

Manfred Rißmann, als Mitglied der SPD und Vorsitzender des Seniorenbeirates aktiv, war als Privatperson zum MAZ-Talk gekommen. Eines seiner Hauptthemen ist der öffentliche Nahverkehr. Er wünscht sich eine bessere Abstimmung zwischen Bus und Bahn und hofft, dass die Bahnpendler nach den Bauarbeiten und dem damit verbundene Schienenersatzverkehr auf der Linie der R 12 wieder zurückkehren. „Momentan ist der Parkplatz am Bahnhof nahezu leer, die Leute sind auf das Auto umgestiegen“, so Rißmann. Als Wesendorfer weiß er, wie wichtig Mobilität für Dorfbewohner ist. „Bei uns funktioniert zum Glück die Gemeinschaft noch. Da nimmt einer den anderen auch mal mit. Allein nur mit dem Bus kämen wir nicht weg“, sagt Rißmann. Bezogen auf das von Gerhard Jährig angesprochene Geschäftssterben in der Innenstadt, fasste sich Rißmann zuallererst an die eigene Nase. „Ich ertappe mich selbst dabei, wie ich Sachen im Internet bestelle oder auch mal in eine Shoppingmall fahre, um einzukaufen.“ Gastgeber Gerhard Wöge schloss sich mit einer versöhnlichen Bilanz zur Tourismussaison der Diskussionsrunde an. „Das war für uns ein gutes Jahr. Es waren viele Urlauber in der Stadt.“ Und die sähen die Stadt meist positiver als die Einheimischen.

Von Cindy Lüderitz

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