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„Wir würden in die alte Polizeiwache ziehen“

Sorge um Kita „Stadtmusikanten“ „Wir würden in die alte Polizeiwache ziehen“

Nach der Schließung der Kita „Stadtmusikanten“ in Oranienburg sollen die Kinder von Eltern, die berufstätig sind, ab Montag auf die kommunalen Kitas im Stadtgebiet verteilt werden. Das bereitet vielen betroffenen Eltern Sorge. Sie fragen, warum die Stadt nicht ein Gebäude anbieten kann, in dem alle 74 Kinder vorübergehend untergebracht werden können.

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Sind um die weitere Betreuung ihrer Kinder besorgt: Mandy Frantziok (l.) und Sabrina Gesswein.

Oranienburg. Sabrina Gesswein (32 Jahre) und Mandy Frantziok (28) sind sehr besorgt. Die beiden Mütter aus Oranienburg haben ihre Söhne bislang in die Kita „Stadtmusikanten“ in der Martin-Luther-Straße 23 gebracht. Die Kita ist in einem Gebäude untergebracht, dessen Eigentümer die Stadt Oranienburg ist. Die hat das Haus dem Kita Stadtmusikanten Oranienburg e. V. vermietet.

Bislang wussten die Muttis und Vatis den Nachwuchs dort gut aufgehoben. Doch dieses gute Gefühl ist inzwischen Angst gewichen. Angst, wie es mit der Betreuung der Kinder weitergeht. Bereits am 10. September waren die Eltern vom Kita-Personal in Kenntnis gesetzt worden, dass der Starkregen vom 29. Juni auch bei „Stadtmusikanten“ Spuren hinterlassen hat – Schimmelbefall im Keller. Wie es hieß, sei ein Gutachter bestellt worden, um die Situation zu beurteilen.

Als die Eltern am Mittwoch dieser Woche ihre Kinder abholen wollten, teilten ihnen die Erzieherinnen mit, dass die Kita ab sofort geschlossen werden muss. Eltern, die arbeiten gehen, durften ihre Sprösslinge am Donnerstag noch einmal in die Einrichtung bringen. Ab Freitag war aber auch das nicht mehr möglich. Dafür wurde angekündigt, dass die Mädchen und Jungen jener Eltern, die berufstätig sind, ab Montag auf die kommunalen Kitas im Stadtgebiet verteilt werden. Dann soll beispielsweise der Sohn von Sabrina Gesswein, der fünfjährige Ole Gunnar, die Fröbel-Kita in Oranienburg, und der Sohn von Mandy Frantziok, der dreijährige Sam, die Kita in Sachsenhausen besuchen.

Diese Ausweichunterbringung, so Sabrina Gesswein und Mandy Frantziok, gelte jedoch nur sechs bis acht Wochen. Was danach passiert, sei momentan so offen wie ein möglicher Termin für die Wiedereröffnung des angestammten Kita-Gebäudes. „Warum werden unsere Kinder ohne jede Eingewöhnungszeit und womöglich auch ohne Bezugsperson – fünf von sieben Erzieherinnen werden mitaufgeteilt – in eine neue Umgebung hineingeschubst?“, fragen sich die Mütter. Während das Kita-Personal alles versuche, um die Lage irgendwie zu entschärfen, zeigen sich die Mütter von der Stadt enttäuscht und fragen: „Warum bietet man uns nicht ein Ausweichquartier an, wo alle 74 Kinder Unterschlupf finden können?“ Viele Eltern seien bereit, auch Hand anzulegen, wenn in einem Ausweichquartier zuvor Arbeiten erledigt werden müssten. Was den Müttern vorschwebt? „Wir würden auch in die alte Polizeiwache ziehen“, sagen sie. Da könnten die Kinder sogar ihren angestammten Spielplatz nutzen, weil das Gebäude in der Nachbarschaft der Kita steht und nur durch einen Bauzaun davon getrennt ist. Allerdings ist der 1973 errichtete Plattenbau Eigentum des Landes und wurde als baufälligste Polizeiwache Brandenburgs bezeichnet. Auch auf die alte Comeniusschule oder die Container an der Dr-Heinrich-Byk-Straße haben die Frauen ein Auge geworfen und sagen: „Wer uns helfen kann – bitte melden!“

Von Bert Wittke

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