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Oberhavel Wo bleibt der Storch?
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00:35 28.02.2018
Noch ist das Storchennest leer, das von der Dammstraße aus am besten zu sehen ist. Sonst ist der Kremmener Storch immer der Erste. Quelle: Robert Roeske
Kremmen

Den besten Blick auf das Storchennest haben Kati Hansen und André Neumann in ihrem Haus in der Dammstraße 4. Eigentlich bräuchten sie nicht mal die Webcam verfolgen, die auf ihrem alten Schornstein montiert ist. „Wir sehen den Horst am besten vom Sofa aus“, erzählt Kati Hansen, die das Spektakel auf dem Grundstück schräg gegenüber seit 2010 eifrig verfolgt. Doch in diesem Jahr hat sich nichts getan im Nest.

Andrè Neumann hat dank seiner Kamera auf dem Schornstein seines Hauses alles im Blick. Quelle: Robert Roeske

Am Sonnabend blickten die beiden öfter als sonst aus dem Fenster. Zum einen, weil es langsam Zeit wurde, dass der Storch in Kremmen als Erster seinen Horst bezieht. Und zum anderen, weil eigentlich die Kremmener Feuerwehrleute anrücken wollten, um das Nest etwas zu säubern.

Schon vor einigen Tagen sollte der Storch kommen

Um diesen „Sondereinsatz“ hatte Storchenexperte Roland Heigel die Feuerwehr gebeten. Seit Dienstag vergangener Woche rechnete er damit, dass der Kremmener Storch kommt. „So am 20. oder 21. Februar habe ich ihn erwartet, er ist meistens der Erste“, erzählte Heigel.

Nun aber wurde bereits einer in Linum gesehen. Das beunruhigte den Storchenexperten aus Wensickendorf schon ein wenig. Denn unter den Storchenfreunden ist so eine Art Wettbewerb ausgebrochen, wer das erste Tier melden kann. „Nicht, dass der aus Linum eigentlich der Kremmener Storch ist“, befürchtete Heigel.

Roland Hegel aus Wensickendorf ist Storchenbeauftragter und allgemein Vogelexperte. Quelle: Enrico Kugler

Vielleicht hänge es damit zusammen, dass im Horst in der Dammstraße dieses Mal mehr Grasbüschel als sonst im Nest gewachsen sind. Wenn es der Feuerwehr gelingt, den Horst etwas zu säubern, könnte es den Storch doch animieren, wieder in dieses schöne Nest zu kommen.

So war der Plan von Roland Heigel. Und da die Störche ohnehin vielen Kremmenern sehr am Herzen liegen, waren auch die Feuerwehrleute bereit, mit der Drehleiter anzurücken und den Horst auf Vordermann zu bringen.

Doch aus dem Horst-Putz-Einsatz der Feuerwehr wurde am Sonnabend nichts. Die Männer um den stellvertretenden Ortswehrführer Detlef Müller wurden kurz vor ihrem Storchenauftrag zu einem schweren Lkw-Unfall auf der Autobahn gerufen (MAZ berichtete).

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Im vorigen Jahr war dem Fotografen am 19. Februar dieses Bild gelungen. da saß der Storch schon im Horst an der Dammstraße. Quelle: Robert Roeske

Im vorigen Jahr hatten die Storchenfreunde von Kremmen die Nase vorn. Am 19. Februar war das Nest belegt.

Kati Hansen und André Neumann hielten trotzdem die Augen offen. Denn am Sonnabendvormittag hatte schon ein Storch über der Stadt seine Runden gedreht. Mit der Kamera auf ihrem Schornstein verpassen die beiden so gut wie nichts. Einen Blick von oben in das Nest liefert die kleine Webcam aber nicht. „Von den Jungtieren sieht man erst wirklich was, wenn sie schon etwas größer sind“, so Kati Hansen. „Aber seit 2010 sind immer Störche hier, und sie haben immer drei Junge.“

Vor drei Jahren erfroren die Jungstörche

Als die Kamera, gesponsert übrigens von einem Mitglied des Landschaftsfördervereins Oberes Rhinluch, vor drei Jahren zum Herrentag in Betrieb ging, da ereignete sich allerdings eine kleine Tragödie. Die Nächte waren sehr kalt, und es hatte zu allem Übel auch noch geregnet. „Die Jungen sind einfach an Unterkühlung gestorben“, erzählt Kati Hansen. Nur noch ein weißer Federhaufen war zu sehen gewesen.

Kati Hansen und André Neumann hielten auch bei ihrem Sonntagsspaziergang durch Kremmen die Augen auf. „Aber wir haben keinen Storch gesehen.“ Am Sonntagnachmittag war der Horst immer noch leer. Das große Warten geht also weiter.

Von Andrea Kathert

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