Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Oberhavel Wo einst die Panzer rollten
Lokales Oberhavel Wo einst die Panzer rollten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:29 13.03.2018
Das Gelände der ehemaligen Märkischen Kaserne von oben. Quelle: Ingo Pahl
Anzeige
Lehnitz

Wer heute auf dem Mühlenbecker Weg in Richtung Summt fährt, wird auf der rechten Seite einen Komplex entdecken, dessen Bestimmung auf den ersten Blick nicht ganz klar ist.

Die Hauptzufahrt wird durch ein riesiges, grünes Tor versperrt. Das schwere Stahlteil lässt sich nur automatisch öffnen. Daneben steht ein großer, schmuckloser Komplex, errichtet aus viel, viel Beton. Hinter dem schweren Tor fällt ein gediegener Wohnblock mit vorgesetzten gelben Balkonen ins Auge. Rechts neben dem Tor stehen zwei sanierte Gebäude mit großzügigen Spielanlagen davor.

Dieses kontrastreiche Ensemble bringt wohl am besten zum Ausruck, in welchem Wandel sich das Gelände der ehemaligen Märkischen Kaserne gerade befindet.

Militärisch geht es dort schon lange nicht mehr zu. Zu DDR Zeiten war das Artillerieregiment I dort stationiert. Die Rudolf-Gyptner-Kaserne, 1975 gebaut, galt als die modernste in der ganzen DDR.

Nach der Wende hieß sie Märkische Kaserne, die Bundeswehr war nun der Hausherr und das Panzerartilleriebataillon 425 hielt Einzug. 2005 wurde noch eine neue Truppenküche errichtet.

Doch am 30. Juni 2006 kam das Aus für die Kaserne. Die Bundeswehr zog ab, die Gebäude blieben leer zurück und verfielen in einen Dornröschenschlaf. Über viele Jahre.

Neue Herausforderungen durch Flüchtlingswelle

Bis schließlich die Flüchtlingswelle zu ersten Überlegungen führte, die Gebäude der Bundeswehr und die Unterkünfte der Soldaten umzubauen. Der Landkreis kaufte der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben vier Gebäude ab.

Die beiden Blocks, die unmittelbar neben der freiwilligen Feuerwehr Lehnitz am Mühlenbecker Weg stehen (Haus 3 und 4), wurden 2015 zu Asylunterkünften umgebaut. Weil niemand wusste, wie viele Flüchtlinge kommen, wurden in der Häusern 17 und 18 Notunterkünfte für Asylbewerber eingerichtet.

Erste Wohnungen mit sozialverträglichen Mieten entstanden

Der Flüchtlingsstrom ebbte ab. Und die Oberhavel Besitz- und Verwaltungsgesellschaft mbH als neuer Eigentümer wollte auch andere Teile des Geländes einer sinnvollen Nutzung zuführen. Sozialverträglicher Wohnungsbau sollte entstehen.

Zunächst wurde das saniert, es ist der Block, der nun gelbe Balkone trägt und inzwischen komplett vermietet ist. Das Konzept der Holding ging auf. Auch das Haus 13 um die Ecke wurde für Wohnungen hergerichtet. Die Bausubstanz erwies sich in allen Fällen als durchaus brauchbar.

Die Wohnungen im Haus 13 sind nun auch alle fertig. Quelle: Enrico Kugler

Der Umbau wiederum war stellenweise eine Herausforderung für die Statiker, weil es in den Soldatenunterkünften keinen zweiten Aufgang gab. Der wurde quasi in den vorhandenen Baukörper geschnitten. Das zweite Wohngebäude, das Haus 13, ist inzwischen auch fertig saniert.

Auf diesem Luftbild sind die Häuser nummeriert. Quelle: Ingo Pahl/MAZ: Scheerbarth

Die Ein- bis Dreiraumwohnungen, zwischen 41 und 98 Quadratmetern groß, alle mit Terrasse oder Balkon, sind gut nachgefragt, nur acht Wohnungen sind noch frei. „Als wir mit der Sanierung angefangen haben, gab es große Bedenken, ob Konflikte mit den Asylbewerbern auftreten“, schildert Klaus-Peter Fischer, Geschäftsführer der Holding. Die Befürchtungen waren unnötig. Das Zusammenleben auf dem Gelände klappt problemlos.

Bezahlbarer Wohnraum ist schwer zu finanzieren

Eine Baugenehmigung, auch das Haus 14 zu Wohnungen umzubauen, liegt bereits vor. „Bei dem Haus 15 warten wir aber erst mal ab“, sagt Fischer. Bezahlbarer Wohnraum ist schwer zu refinanzieren. Und seine Holding will schließlich nicht in den Wohnungsmarkt eingreifen. In den drei ehemaligen Unterkünften gäbe es dann 104 Wohnungen auf dem Gelände.

Im Haus 10 haben sich einige Gewerbetreibende niedergelassen, darunter eine größere Tischlerei. Für das Haus 12, die alte Truppenküche der Kaserne, gibt es momentan keine Pläne.

Im Haus 16 haben schon die Bundeswehrsoldaten die Schulbank gedrückt. Quelle: Enrico Kugler

Das Haus 16 nutzte die Bundeswehr schon zu Schulungszwecken. Momentan wird dort auch Unterricht abgehalten. Die Sekundarstufe II der Torhorstschule nutzt es als Ausweichquartier, solange die Gesamtschule in der Walther-Bothe-Straße umgebaut wird. Geplant ist, das Haus 17 ebenfalls für Unterrichtszwecke umzubauen: Ab dem Schuljahr 2020/21 will der Landkreis dort eine Oberschule eröffnen. In dieses Konzept passt hervorragend, dass die Bundeswehr vor dem Haus 16 eine sehr moderne Turnhalle gebaut hat. Gleich daneben liegt ein Sportplatz mit Fußballfeld und 400-Meter-Laufbahn.

Die ehemalige Märkische Kaserne von oben und im Wandel der Zeit

Bleibt als letzte Truppenunterkunft das Haus 18. „Das werden wir abreißen“, sagt Klaus-Peter Fischer. Damit soll der Innenhof für die Wohngebäude offener gestaltet und der Kasernencharakter aufgehoben werden.

Was auf der großen Freifläche vor dem Haus, dem ehemaligen Exerzierplatz der Bundeswehr , passiert, ist noch offen. Parkplätze wären schon mal eine Option. Die neue Truppenküche, die im Haus 64 erst kurz vor der Schließung der Kaserne entstand, beherbergt inzwischen das Ausbildungszentrum der Holding.

Die Tage des Kulturhauses mit dem Barbarossa-Saal direkt am Haupttor sind bereits gezählt. Der gesamte Komplex wird abgerissen. An dieser Stelle wird ein Investor einen Supermarkt errichten. „2019 soll er in Betrieb gehen“, sagt Fischer. Wer es sein wird, verrät er nicht. Sobald der Komplex abgerissen ist, soll auch das ehemalige Kasernentor als Hauptzufahrt für das gesamte Areal geöffnet werden.

Von Andrea Kathert

Bis vor wenigen Tagen schien es für den ehemaligen Radweg entlang der Kreisstraße zwischen Liebenberg und Grüneberg keine Zukunft zu geben. Nun dürfen Radler und Fußgänger wieder Hoffnung schöpfen.

12.03.2018

Martin Chrzan angelt seit seinem sechsten Lebensjahr. Damals hat er außerdem noch Fußball bei TuS Sachsenhausen gespielt. Inzwischen ist der heute 29-jährige Oranienburger in seiner Freizeit ausschließlich als Petrijünger unterwegs und möchte sein Hobby um nichts in der Welt missen – selbst dann nicht, wenn er mal tagelang nichts fängt.

12.03.2018

Im Februar fuhr eine Frau auf einen parkenden LKW in der Wilhelmstraße auf, auch ein MAZ-Leser beschwerte sich, dass die Laster schwer zu sehen seien. Doch ein Parkverbot in der Straße durchzusetzen, das müsste von der zuständigen Verkehrsbehörde angeordnet werden. Die Voraussetzungen dafür sieht die Stadtverwaltung auch nicht.

12.03.2018
Anzeige