Volltextsuche über das Angebot:

-2 ° / -9 ° Schneeschauer

Navigation:
Woche der Wissenschaft

Hennigsdorf Woche der Wissenschaft

Während der Gesundheitswoche „Health Week“ steht noch bis Freitag ein mobiles Labor auf dem Postplatz, in dem sich nachmittags Besucher über wissenschaftliche Themen wie die Analyse von DNA informieren können. Am Donnerstagnachmittag präsentieren sich außerdem Biotech-Unternehmen im Innovationsforum.

Voriger Artikel
Zeugen nach Unfall mit Kind gesucht
Nächster Artikel
Zwei neue Brücken am Kanal geplant

Die Schüler aus der 6 b der Fontaneschule haben am Mittwoch im Biotechnikum-Bus gelernt, wie Käse gemacht wird.

Quelle: Paetzel

Hennigsdorf. Es ist kurz nach halb elf, anderthalb Stunden lang haben die Kinder mit Milch, Enzymen und Salzen hantiert. „So, jetzt bitte alle eure Kittel zurücklegen“, ruft Diplom-Biologe Tim Fechtner. Die Schüler, allesamt aus der 6 b der Fontane-Grundschule, murren, am liebsten hätten sie die Laborkittel gar nicht mehr ausgezogen. „Das hat auch richtig Spaß gemacht“, sagt Melissa. Die 12-Jährige und ihre Mitschüler haben am Mittwoch im Biotechnikum-Bus, einem mobilen Labor auf dem Postplatz, gelernt, wie man Käse macht. „Ganz wichtig sind Kalzium und viel Wärme“, doziert das Mädchen. Vor der Tür des Busses wartet schon die nächste Hennigsdorfer Klasse. Ihr Thema: Wie gewinnt man DNA-Stränge aus Bakterien? Papierkügelchen oder Getuschel wie in der Schule gibt es nicht. „Im Unterricht müssen die Kinder immer nur mitschreiben, hier können sie alles sehen und anfassen“, erklärt Tim Fechtner. Mit seiner Kollegin Aline Anton begrüßt er bis Freitag Schüler im Biotechnikum-Bus. Nachmittags ist das zweistöckige Gefährt, das oben ein Kino eingebaut hat, für alle Hennigsdorfer geöffnet. Unterm Mikroskop lassen sich Zellen betrachten und die Gäste erfahren, wie Blutproben ausgewertet werden oder wie sich aus Stroh Benzin gewinnen lässt. Außerdem lassen sich verschiedene Getränke kosten, der Besucher muss sie dann nach dem Zuckergehalt ordnen. „Das schaffen im Jahr vielleicht zwei Besucher“, so Tim Fechtner. Das ist wenig, denn der Biotechnikum-Bus - bezahlt vom Bundesforschungsministerium - macht seit 2008 jedes Jahr Halt in etwa 80 Städten.

Vor dem Biotechnikum-Bus herrschte den ganzen Mittwochvormittag großer Andrang von Schulklassen

Vor dem Biotechnikum-Bus herrschte den ganzen Mittwochvormittag großer Andrang von Schulklassen.

Quelle: Enrico Kugler

Im Rahmen der Health Week in Berlin und Brandenburg macht der Bus Station in Hennigsdorf. Die Stadt nimmt zum dritten Mal an der Gesundheitswoche teil. „Gerade für Hennigsdorf, seit 20 Jahren ein Standort für Biotech und Lifescience, ist das eine gute Möglichkeit, sich zu präsentieren“, sagt Bürgermeister Andreas Schulz, der am Mittwoch einen Rundgang durch den Biotechnikum-Bus machte. Rund 50 Unternehmen mit etwa 850 Mitarbeitern aus den Bereichen Medizin, Medizintechnik und Pharmazie gibt es mittlerweile rund ums Blaue Wunder. Auch sie werden sich im Rahmen der Health Week wieder vorstellen, am Donnerstag ab 13.30 Uhr geht es im Innovationsforum los. Dann wird es Unternehmenspräsentationen und ab 16.30 Uhr Führungen geben. Zeigen werden sich unter anderem die Brahms GmbH (Thermo Fischer Scientific), OakLabs, UGA Biopharma und in.vent Diagnostica.

Der Wissenschafts-Truck des Bundesministeriums für Forschung und Bildung macht Station auf dem Postplatz und läd zu spannenden Experimenten ein

Der Wissenschafts-Truck des Bundesministeriums für Forschung und Bildung macht Station auf dem Postplatz und läd zu spannenden Experimenten ein.

Quelle: Enrico Kugler

Vor allem junge Leute sollten interessiert werden, sie können sich über Job- und Praktikumsmöglichkeiten sowie Themen für ihre Abschlussarbeiten informieren. „Die Studierenden sollen sehen, dass Hennigsdorf ein idealer Arbeitsort ist und wir viele spannende Unternehmen haben“, so Andreas Schulz. Mit der geplanten Erweiterung des Campus sollen sich noch mehr Unternehmen ansiedeln, was den Standort noch attraktiver für junge Leute machen soll. Andererseits habe Hennigsdorf keine wissenschaftliche Einrichtung wie in Golm oder Teltow. „Deshalb müssen wir uns andere Wege überlegen, die Wissenschaft nach Hennigsdorf zu holen“, so der Bürgermeister. Diesem Ruf folgten am Mittwochabend auch Vertreter der Medizinischen Hochschule Brandenburg, die mit Life-Science-Unternehmern und Wissenschaftlern im Bürgerhaus über mögliche Kooperationen diskutierten.

Von Marco Paetzel

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Oberhavel


MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg