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Oberhavel Wohin mit den Flüchtlingen?
Lokales Oberhavel Wohin mit den Flüchtlingen?
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15:21 27.08.2015
Die ehemalige Fliegerschule in Bärenklau wird zum Asylbewerberheim umgebaut. Quelle: Robert Tiesler
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Oranienburg

Landrat Ludger Weskamp (SPD) berät am 31. August mit Bürgermeistern und Amtsdirektoren über die Unterbringung zusätzlicher Flüchtlinge im Landkreis. Oberhavel soll in diesem Jahr 1920 Flüchtlinge aufnehmen, das sind 835 mehr als geplant. Beim Treffen der Kommunalpolitiker werde es in erster Linie um die Bereitstellung weiterer Gebäude und Liegenschaften gehen, teilte der Landkreis gestern mit. „Die Gesprächsergebnisse, insbesondere konkrete und schnell realisierbare Lösungen, sind Bestandteil einer weiteren Fortschreibung der Unterbringungskonzeption, die gegenwärtig erarbeitet und in den kommenden Wochen der Öffentlichkeit vorgestellt wird.“ Zusätzlich prüfe eine eigens eingerichtete Arbeitsgruppe leerstehende Gebäude sowie mobile Lösungen auf ihre Eignung als Notunterkunft für Flüchtlinge. Wie ein Sprecher des Kreises sagte, sei das neue Aufnahmesoll für Oberhavel vom Land noch nicht offiziell bestätigt worden. „Sind die Schätzungen zutreffend, dann entspräche dies einer monatlichen Aufnahme bis Jahresfrist von etwa 273 Menschen.“ Im August kamen rund 160 in Oberhavel an und konnten in Wohnungen und Gemeinschaftsunterkünften untergebracht werden.

Gegenwärtig leben 1016 Asylbewerber im Landkreis Oberhavel. Davon wohnen 873 Menschen in den Gemeinschaftsunterkünften in Hennigsdorf/Stolpe, Oranienburg/Lehnitz, Gransee und Zehdenick. 211 Personen konnten in Wohnungen, unter anderem in Fürstenberg, Glienicke, Gransee, Hennigsdorf, Hohen Neuendorf, Kremmen, Oranienburg, Velten und Zehdenick untergebracht werden. Dies entspreche einer Quote von rund 21 Prozent. Die in diesem Jahr aufgenommenen 543 Asylsuchenden stammen hauptsächlich aus Syrien, Albanien und der Russischen Föderation.

In einem MAZ-Interview hatte Landrat Ludger Weskamp die Errichtung neuer Massenunterkünften für Flüchtlinge ausgeschlossen: „Wir verteilen sie in der Fläche, und wir möchten die Standorte klein halten.“ Als Obergrenze nannte er 240 Menschen in einer Unterkunft. Da funktioniere bürgerschaftliches Engagement und ließen sich persönliche Beziehungen herstellen. Gleichzeitig machte der Landrat deutlich, dass die Aufnahme von Flüchtlingen nicht nur einige Kommunen betrifft: „Es wird zukünftig keine Stadt und keine amtsfreie Gemeinde mehr in Oberhavel geben, in der keine Asylbewerber leben werden.“

Von MAZonline

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