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Wohnanlage für Flüchtlinge wird teurer

Kremmen Wohnanlage für Flüchtlinge wird teurer

Die Kremmener Stadtverordneten müssen am 1. September entscheiden: Bürgermeister Klaus-Jürgen Sasse (SPD) bittet um weitere 250.000 Euro für das Wohnprojekt für Flüchtlinge an der Berliner Straße. Stefanie Gebauer (UWG/LGU) hält dagegen: So viel sei nicht nötig, sagt sie.

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Die Bauarbeiten auf dem Gelände an der Berliner Straße in Kremmen können demnächst beendet werden-

Quelle: Robert Roeske

Kremmen. Die neun Häuser auf der neuen Wohnanlage an der Berliner Straße in Kremmen sind fast fertig. Voraussichtlich Mitte September, spätestens Anfang Oktober ziehen dort die ersten Flüchtlinge ein, teilte Bürgermeister Klaus-Jürgen Sasse (SPD) am Freitag mit.

Allerdings steigt nochmals der Finanzbedarf. Die Kremmener Stadtverordneten müssen darüber entscheiden, ob weitere 250 000 Euro für das Projekt bewilligt werden oder nicht. „Die Planungskosten waren sehr viel höher als gedacht“, so der Bürgermeister. Allein die Baugenehmigung habe 16 000 Euro gekostet. Auch die Kosten für die Solarthermie-Anlage seien nun berücksichtigt.

Stefanie Gebauer (UWG/LGU), die Vorsitzende des Finanzausschusses

Stefanie Gebauer (UWG/LGU), die Vorsitzende des Finanzausschusses.

Quelle: Robert Tiesler

Kritik an diesem Antrag kommt von der Finanzausschussvorsitzenden Stefanie Gebauer (UWG/LGU). Sie kritisiert in einem Brief an die Abgeordneten den Antrag der Verwaltung. Laut ihren Berechnungen gehe es momentan bei den Arbeiten nur um einen Mehrbetrag in Höhe von 161 257,95 Euro und nicht um 250 000 Euro. „Da wir eine Verantwortung für den gesamten haushalt der Stadt Kremmen und ihrer Pflichtaufgaben tragen, wäre es nicht gerechtfertigt, circa 90 000 Euro mehr für dieses Projekt ohne konkreten Grund bereitzustellen.“ Sie empfiehlt einen Änderungsantrag und darin die angesetzten 250 000 Euro durch die 162 000 Euro zu ersetzen.

Aus Sicht von Klaus-Jürgen Sasse sei die Differenz aber ganz einfach“, wie er am Freitag sagte. Bislang seien die Beschlüsse eng gefasst gewesen. „Wir hatten keinen Spielraum.“ Es müsse für Änderungen jedes Mal bis zur Stadtverordnetenversammlung abgewartet werden. „Sollten wir das Geld am Ende nicht brauchen, steht es wieder dem Haushalt zur Verfügung. Er betont, dass andere Maßnahmen von den Mehrkosten nicht beeinträchtigt würden. Die energetische Sanierung der Straßenlaternen sei billiger als gedacht gewesen, das neue Auto für die Feuerwehr sei erst für 2017 geplant – was aber nicht an der Stadt, sondern an Lieferengpässen läge, so Sasse.

Um Geld zu sparen, sei beispielsweise überlegt worden, ob die Flüchtlinge als Ein-Euro-Jobber bei den Außenanlagen auf dem Gelände helfen könnten. „Aber der Landkreis will ein fertiges Objekt“, so Sasse. Somit sei dieser Plan hinfällig.

„Wir hätten von Anfang an höher rangehen können“, sagt der Bürgermeister zu den eng bemessenen Kosten. „Aber dann wäre sofort die Frage zurückgekommen, warum das nicht kalkuliert worden ist.“ Tatsächlich geht auch Gebauers Antrag in die Richtung der genaueren Kontrolle darüber, was, wo und mit wie vielen Mitteln verbaut wird.

Amtsinhaber Klaus-Jürgen Sasse (SPD)

Amtsinhaber Klaus-Jürgen Sasse (SPD)

Quelle: Robert Tiesler

Die Gesamtsumme für den Bau der neun Häuser könnte nun also bis zu 3,55 Millionen Euro betragen. „Ich hoffe natürlich, dass wir nur die 161 000 Euro mehr brauchen, das wäre insgesamt eine Kostensteigerung von fünf Prozent und bei so einem großen Projekt nahezu eine Punktlandung“, argumentiert Klaus-Jürgen Sasse.

Am 31. August erfolgt die Übergabe der ersten Häuser, dann wird aber noch die Gestaltung der Außenanlagen fortgesetzt. Die Abnahmebegehung ist für Mitte September geplant, die Übergabe an den Landkreis momentan für den 1. Oktober.

Am Montag, 29. August, berät der Ortsbeirat die geplante Mehrausgabe. Am Dienstag, 30. August, folgt der Bauausschuss, am Donnerstag, 1. September, schließlich die Stadtverordnetenversammlung – jeweils um 19.30 Uhr im Saal des Rathauses.

Von Robert Tiesler

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