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Wohnen neben Bombardier

Hennigsdorf Wohnen neben Bombardier

Bezahlbarer Wohnraum ist in Hennigsdorf knapp. Bei einer Diskussion zum Thema hat die Linke am Mittwoch vorgeschlagen, künftig auch auf brachliegenden Gewerbegebieten in der Stadt Wohnungen zu bauen. Unter anderem hat die Partei das Gelände neben Bombardier am Walter-Kleinow-Ring im Auge.

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Neben dem Bombardier-Gelände könnten bald Menschen wohnen, wenn es nach der Linkspartei geht.

Quelle: Paetzel

Hennigsdorf. Die Stadt boomt. Die Wohnungsunternehmen WGH und HWB melden nahezu Vollvermietung. Und auch sonst ist derzeit in Hennigsdorf kaum eine Wohnung zu finden, die auch für Geringverdiener, Asylbewerber oder Arbeitslose bezahlbar wäre. Genügend Platz für den Bau neuer Häuser gibt es in der dicht bebauten Stadt auch nicht mehr zuhauf. Es reiche auch nicht, die letzten freien Lücken in Wohngebieten zu bebauen, erklärte Ursel Degner, Fraktionschefin der Linken. Die Partei hatte am Donnerstag ins Gasthaus „Fairplay“ geladen, um über das Wohnungsproblem in Hennigsdorf zu sprechen. Als Expertin war Caren Lay, Sprecherin für Mieten-, Bau- und Wohnungspolitik, der Linken-Bundestagsfraktion gekommen.

Das Rezept der Hennigsdorfer Linken lautet, brachliegende Gewerbegebiete zu nutzen, um in Hennigsdorf mehr Wohnraum zu schaffen. Die Stadt verfügt – abzüglich der Betriebsflächen des Stahlwerks und Bombardier – über etwa 1 110 000 Quadratmeter Gewerbeflächen. Davon sind in den vergangenen Jahren viele Flächen vermarktet worden, doch noch etwa ein Drittel davon ist frei. „Wir müssen uns mal überlegen, ob wir wirklich alle Gewerbegebiete brauchen und ob es rechtlich möglich ist, Teile davon für den Wohnungsbau umzuwidmen“, erklärte Ursel Degner. Leerstehende Gewerbegebiete könne man als Mischgebiete mit Wohnen und Gewerbe ausweisen. „Da haben wir schon ein paar Stellen in der Stadt im Auge.“ Ein denkbares Gebiet wäre etwa das Areal zwischen dem Trendmöbel-Markt und dem Bombardier-Gelände am Walter-Kleinow-Ring. Was aus Sicht der Linken am meisten gebraucht werde, seien altersgerechte Wohnungen, die auch von Menschen mit geringer Rente zu bezahlen seien. „Auch Wohnungen für junge Menschen, die das erste Mal eine Wohnung beziehen, fehlen uns“, so Degner. Die Hochhäuser der HWB, unterteilt in Jung, Alt und Familien, würden den Bedarf auf die Dauer nicht abdecken können.

Die Bundestagsabgeordnete Caren Lay reagierte positiv auf den Vorschlag, Gewerbegebiete umzu- widmen. Kürzlich sei im Bundestag entschieden worden, dass das „Urbane Gebiet“ als neue Kategorie in das Baugesetzbuch eingeführt werde. So würde es möglich, in solchen Gebieten auch Wohnungen zu bauen. „Bislang hat das Baurecht verhindert, das dort, wo Gewerbe ist, auch Wohnungen gebaut werden können“, so Lay.

Auf ein weiteres Problem machte der Linken-Kreistagsabgeordnete Ralf Wunderlich aufmerksam. Hunderte Asylbewerber im Kreis würden nach einer Wohnung suchen, dies könne den Druck auf dem Wohnungsmarkt noch einmal verschärfen. „Wir müssen aufpassen, dass daraus kein neuer Rassismus entsteht“, so Wunderlich.

Von Marco Paetzel

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