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Wohnen über der Stadt

Oranienburg Wohnen über der Stadt

Der alte Getreidespeicher ist das zweihöchste Gebäude in Oranienburg. Als Kornkammer dient er schon lange nicht mehr. Dafür sollen nun in dem denkmalgeschützten Bauwerk exklusive Wohnungen entstehen, die einen Blick bis zum Berliner Fernsehturm ermöglichen. Um den Speicher herum werden neue Häuser entstehen.

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Dieses Bild werden die Oranienburger noch eine Weile genießen können. Es dauert noch, bis die Umbauarbeiten am alten Speicher beginnen.

Quelle: Robert Roeske

Oranienburg. Eigentlich wollte Mathias Kühne zum Sommer bereits die Baugenehmigung für den alten Getreidespeicher auf dem Tisch haben. Doch daraus wird nichts, und der Sommer ist auch bald vorbei.

Im Moment hakt es an den Abstimmungen mit einigen Behörden. Kleinigkeiten, wie Kühne findet. Zum Beispiel hat der Denkmalschutz bestimmte Vorstellungen zu Gestaltungselementen am Speicher, wie die Geländer an den Balkonen. Die Wasserbehörde arbeite auch noch an ihren Stellungnahmen. „Das ist gerade wie ein Ping-Pong-Spiel“, findet der Geschäftsführer der Louise-Henriette-Steg GmbH & Co. KG.

In der letzten Stadtverordnetenversammlung vor der Sommerpause beschäftigten sich auch die Oranienburger Abgeordneten mit dem Speicher. Es gab einige Veränderungen zum B-Plan abzusegnen. Eigentlich auch nur Kleinigkeiten, denen die Stadtverordneten mit 23-mal Ja und vier Enthaltungen zustimmten.

In dem Antrag ging es unter anderem um Abstandsflächen bei der Bebauung, die noch mal korrigiert werden müssen. Der Architekt hatte sich wohl in diesem Punkt an Berliner Richtlinien gehalten. Die Gebäudehöhe des Speichers muss angepasst werden. Das zweithöchste Bauwerk in der Stadt nach der Nicolaikirche ist nicht 70,70 Meter sondern 73,96 Meter hoch. Extra vermerkt im B-Plan werden nun auch untergeordnete bauliche Anlagen wie Terrassen, Stege und Wege. Zu diesem Punkt hatte Ralph Bujok (Die Linke) einige Bedenken. „Ich bitte darum, dass die Stadt das vorhandene Grün dokumentiert. Damit bei der Beräumung für die Bebauung nicht alles verschwindet.“

Der Havelarm am Fuße des Speichers muffelt vor sich hin

Der Havelarm am Fuße des Speichers muffelt vor sich hin.

Quelle: Roeske

Was die Uferkante am Havel­arm am Fuße des Speichers betrifft, hat Mathias Kühne nicht den Eindruck, dass dort viele erhaltenswerte Bäume stehen. „Das sind doch nur hässliche Pappeln, Wildwuchs und Gestrüpp.“ Zum Havelarm selbst weiß Kühne, dass der gerade keine Augenweide ist und jetzt vor sich her stinkt. „Dort werden wir auf jeden Fall etwas machen müssen“, sagt der Investor und formuliert es mal ganz vorsichtig: „Die Stadt hat uns dazu ihre Unterstützung in Aussicht gestellt.“ Für den Havel­arm gäbe es verschiedene Sanierungsmöglichkeiten. Man könnte den Stich richtig ausbaggern, die Uferkante befestigen und mit einer künstlichen Wasserbewegung dafür sorgen, dass das Wasser nicht wieder anfängt zu muffeln. Das alles wird sich im Rahmen der Baumaßnahmen erst ergeben, ist noch ein wenig Zukunftsmusik und hängt nach Kühnes Ansicht entscheidend davon ab, in welchem Umfang sich die Stadt beteiligt. Denn schließlich täte man nicht nur etwas für die Leute, die später aus den Fenstern des Speichers auf den Havelarm schauen, sondern auch für die Spaziergänger auf der Pferdeinsel.

Wenn es dann mal losgehen sollte am Speicher, bleibt zunächst viel zu tun, um das Gebäude von unnötigen Sachen zu befreien. Nach dem Entkernen könnten Zwischendecken von unten nach oben eingebaut und die Wand- und Fensterdurchbrüche geschaffen werden. Die Neubebauung rund um den Speicher ist erst das nächste Kapitel. Dafür möchte Mathias Kühne frühestens im Oktober oder November einen Bauantrag stellen.

Über einen neuen Termin für die Erteilung der Baugenehmigung am Speicher will Mathias Kühne nicht mehr spekulieren. Das ist ihm inzwischen zu unsicher.

Doch um das nötige Interesse an seinem Projekt braucht sich der Investor keine Sorgen zu machen. „Wir haben schon jetzt mehr Interessenten als Wohnungen“, sagt Mathias Kühne.

Neues Wohngebiet in bester Lage

Der alte Getreidespeicher am Louise-Henriette-Steg in Oranienburg soll zu einem exklusiven Wohngebäude umgebaut werden.

Auf jeder der neun Etagen werden vier Wohnungen entstehen, mit Balkonen und vielen Fenstern, um die Aussicht von dem zweitgrößten Oranienburger Gebäude genießen zu können.

Der Speicher wird der Mittelpunkt einer Wohnanlage sein, rundherum entstehen Neubauten mit 250 bis 350 Wohnungen.

Bis Mitte der 1970-Jahre war der Getreidespeicher in Betrieb, seitdem stand er leer.

Als Bauherr treten die Louise-Henriette-Steg GmbH & Co. KG und die Wurm GmbH und Co. Projekte Oranienburg KG auf.

Von Andrea Kathert

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