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Oberhavel Wohnungen? Hotel? Post? – Geteilte Meinungen
Lokales Oberhavel Wohnungen? Hotel? Post? – Geteilte Meinungen
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13:04 26.02.2018
2019 ziehen die Oranienburger Filialen von Deutscher Post und Postbank aus dem Gebäude in der Stralsunder Straße aus. Quelle: Enrico Kugler
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Oranienburg

Seit den 1930er Jahren residiert die Post in Oranienburg in dem markanten Gebäude vis-a-vis des Bahnhofsvorplatzes. 2019 ist damit Schluss, der Mietvertrag läuft aus. Nach einer Verlängerung sieht es nicht aus. Lothar Stenzel erwarb den denkmalgeschützten Bau aus den 1920er-Jahren 2014, will diesen mit der Brenta Real, deren Geschäftsführer er ist, entwickeln. Die Firma ist auf die Sanierung denkmalgeschützter Gebäude spezialisiert, 2019 soll es losgehen (MAZ berichtete). Vorstellbar sind Geschäfte, Arztpraxen, Büros oder Wohnungen, darunter eine Tiefgarage. Oder gar ein City-Hotel wäre möglich. Stenzel habe aber auch nichts dagegen, wenn die Postbank im Gebäude bleibt, allerdings nach dem Umbau zu den aktuellen Mietkonditionen.

Hotel-Idee findet Befürworter – Bedarf sei da

Planungen, die bei den Oranienburgern auf geteilte Meinungen stoßen und seit Tagen für intensive Diskussionen sorgen. So findet der Vorschlag eines Hotels an dieser Stelle durchaus Befürworter. „Ich finde ein Hotel gar nicht mal so schlecht, besser als Wohnungen zumindest“, findet Sebastian Seyffart. „Touristen kommen öfters gerne mal nach Oranienburg. Sie gucken sich unsere Stadt an und gehen auch eventuell die kleinen Geschäfte besuchen. Da Hotelgäste sich abwechseln, denke ich, dass das für den örtlichen Einzelhandel gar nicht mal so verkehrt ist.“ Auch Jacqueline Tietz befürwortet den Bau eines neuen Hotels: „Vielleicht ist es vielen hier nicht bewusst, aber wir haben nur zwei Hotels in Oranienburg. Und die sind immer gut belegt.“ Pensionen seien rar und „an einer Hand abzuzählen“. Viele Besucher, die auf der Suche nach einer Hotelunterkunft sind, würde eine zentrale Lage befürworten. „Deswegen finde ich das Postgebäude toll dafür“, so Tietz.

Bezahlbare Wohnungen an diesem Standort möglich?

Doch auch Fragen, ob bezahlbare Wohnungen nicht wichtiger seien, werden in der Diskussion laut. Der Mangel an erschwinglichem Wohnraum in der wachsenden Stadt ist kein neues Thema. „Die hohen Mieten sind eine Katastrophe“, erklärt eine MAZ-Leserin, „bezahlbare Unterkünfte sind wichtig, gerade auch für unsere Rentner. Es blutet einem das Herz, wenn man sieht, dass Rentner, die ihr Leben lang fleißig gearbeitet haben, nun im Müll wühlen, um Essen zu finden, Pfandflaschen sammeln oder Zeitungen austragen müssen, weil sie es sonst nicht schaffen, über die Runden zu kommen.“

Ergänzung von fehlenden Parkmöglichkeiten gewünscht

Mangelhaft sei auch das Angebot an Parkflächen. „Oranienburg ist eine Behördenstadt: Kreisverwaltung, Arbeitsamt, Jobcenter, Krankenkassen, viele Fachärzte – und nirgends kann man parken. Eine Stadtparkanlage mit geräumigem Parkplatz für Parkzeiten länger als ein oder zwei Stunden wäre wichtig für Leute, die von außerhalb kommen. Man hetzt durch die Stadt, auch wegen der wenigen, zeitabhängigen Parkplätze. So kommt man nicht mal zum Shoppen“, gibt Lutz Müller zu bedenken.

Zukünftiger Standort der Post noch unbekannt

Ein zentral gelegenes Areal, welches gleich mehrere dringliche Bedürfnisse der Kreisstadt erfüllt, könnte sich als Knotenlöser und Glücksgriff für die Stadt erweisen. Zumal Stenzel in enger Abstimmung mit der Denkmalbehörde bei der Entwicklung der Anlage auf „Qualität und Anspruch“ setzt. Die Entscheidung darüber, was das Gebäude nach Abschluss der Arbeiten schließlich beherbergen wird, ist noch längst nicht gefallen. Passenderweise merkt Christin Eckhold-Spindler aus Oranienburg an: „Es ist noch nichts passiert, aber es wird schon genörgelt.“

Sorgen äußern die Oranienburger, dass die Erreichbarkeit der Post sich deutlich verschlechtert. So wird bereits gemutmaßt, dass zukünftig eine „Weltreise“ nötig sei, um Pakete und Briefe aufzugeben. Wo die Post ihre Dienstleistungen zukünftig tatsächlich anbietet, ist noch nicht bekannt. Auf eine diesbezügliche MAZ-Anfrage wollte sich die Deutsche Post nicht detailliert äußern.

Die Post muss am Bahnhof bleiben: Pro & Contra

MAZ-Redaktionsleiter Sebastian Morgner würde ein neues Hotel begrüßen: „Ein Hotel am Bahnhof. Das klingt plausibel. Und würde der Stadt Oranienburg guttun. Oft war schon zu hören, dass die anderen Hotels gut gebucht werden. In den Sommermonaten können wohl nicht mal allen Radfahrern, die auf dem Radweg Berlin nach Kopenhagen unterwegs sind, eine Unterkunft geboten werden. Ein weiteres Hotel macht deshalb Sinn. Zudem wäre es für die Touristen günstig, nach der Ankunft am Oranienburger Bahnhof gleich ins Hotel einzuchecken, um dann die Stadt zu erkunden oder die Gedenkstätte Sachsenhausen zu besichtigen. Vielleicht wird dann der eine oder andere überlegen, einen Tag länger in Oranienburg zu bleiben. Für die Händler rund um die Bernauer Straße sicher lukrativ. Natürlich muss im zweiten Atemzug ein neuer Standort für die Post gefunden werden. Ohne Zweifel. Oranienburg braucht eine Anlaufstelle, wo Briefe und Pakete abgegeben werden können. Und es Briefmarken gibt. Der Ort ist dabei aber egal.“

Redakteur Stefan Blumberg plädiert dafür, dass die Post bleibt wo sie ist: „Wenn in Oranienburg die Post nicht mehr am Bahnhof ist, dann spricht auch nichts dagegen, das Schloss getrost nach „Süd“ zu verschieben und die Havel durch Eden fließen zu lassen. Nur zu. Oranienburg hat einige Anker, die die Stadt auszeichnen, die sie ausmachen, die ihr einen Wiedererkennungswert geben. Die Post gegenüber vom Bahnhof ist so ein Anker. Seit Jahrzehnten befindet sie sich an ein und derselben Stelle. Generationen von Oranienburgern könnte man mitten in der Nacht wecken und sie zur Post schicken – sie würden mit geschlossenen Augen dort hinfinden. Es ist ein Traditionsstandort, an dem nicht allein der Tradition wegen festgehalten werden sollte, sondern auch der Rationalität wegen. Nichts gegen ein weiteres Hotel in der Stadt, aber die Briefmarke, der Briefumschlag, das Päckchen – das will ich genau dort kaufen oder abschicken. Tausenden Einwohnern und Gästen der Stadt ist das ein guter Service. So ist es, so soll es bleiben.“

Von Nadine Bieneck

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