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Oberhavel Wohnungen im Speicher in Oranienburg
Lokales Oberhavel Wohnungen im Speicher in Oranienburg
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19:36 05.01.2016
Die Abrissarbeiten sind abgeschlossen. Quelle: ENRICO KUGLER
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Oranienburg

Warten ist derzeit angesagt beim Umbau des alten Speichers in Oranienburg zu Wohnungen. Im letzten Sommer war das alte Gemäuer nach 40 Jahren im Dornröschenschlaf wiedererweckt worden: Damals rückten Brecher und Bagger an: Der Abriss der alten Anbauten ist inzwischen abgeschlossen, die Betonflächen rund um den Speicher verschwunden. Schutt bergeweise wurde abtransportiert. Nur zwei Haufen sind geblieben, „da sie sich während der Arbeiten als mit Sondermüll behaftet erwiesen“, so Mathias Kühne. Die Abrissfirma müsse den Schutt noch entsorgen, „wir denken auch über eine Alternative nach“, so der Geschäftsführer der Louise Henriette Speicher GmbH. Die Abrissarbeiten schlugen mit 250 000 Euro zu Buche, einen Sockelbetrag an Förderung hatte die Stadt übernommen.

„In der ersten Dezemberwoche haben wir nun den Bauantrag gestellt“, so Kühne. Er geht davon aus, dass das Projekt Ende Februar 2016 genehmigt wird. Dem vorausgegangen waren intensive Abstimmungen mit dem Denkmalschutz. „Es gab unterschiedliche Auffassungen, aber wir haben eine Kompromiss gefunden.“ Geplant sei, „die Wohnungen ab 1. März zu vermarkten und im September mit dem Umbau zu beginnen“, so Kühne.

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Das Bauprojekt der GmbH umfasst neben dem Speicherumbau den Neubau von rund 300 Wohnhäusern im Karree zwischen Louise-Henriette-Steg, Lehnitzstraße und Havelarm. Ein grünes Stadtquartier, nur einen Sprung von Innenstadt und Bahnhof entfernt. Der Eingang ins Wohnquartier soll sich an der Lehnitzstraße in der Verlängerung der Willy-Brandt-Straße über ein „Torhaus” befinden. Während entlang des Henriettestegs ein Gebäudezug aus zwölf individuellen Häusern unterschiedlicher Höhe geplant ist, befinden sich auf der Seite vis-a-vis zum Havelarm drei solitäre Wohngebäude. Eine Mischung aus Miet- und Eigentumswohnungen. Zäune gibt es nicht, Autos sind unter die Erde in Tiefgaragen verbannt.

„Doch wir konzentrieren uns zunächst auf den Speicher“, so Kühne. Mit dem Bauantrag liegen die Planung vor – „bis zu jeder Türklinke“. In den meterhohen Getreidesilos werden auf sechs Etagen jeweils drei Wohnungen gebaut. Jede bekommt eine Balkon und Fenster bis zum Boden. Licht ist Trumpf. Dabei wird in die Silos eine Art Trägerskelett eingezogen, in den „Waben“ entstehen die neuen Wohnungen. Der künftige „Wohnturm“ gipfelt in zwei großen Dachgeschosswohnungen mit Weitsicht bis zum Berliner Fernsehturm und jeweils 150 Quadratmetern Wohnfläche. Im Erdgeschoss entsteht eine Etage für Gewerbe. Eine Weinhandlung oder ein Café ist für Mathias Kühne vorstellbar. Dass sich Interessen finden, ist er optimistisch.

Der Geschäftsführer ist ebenso zuversichtlich, dass die Vermarkung gelingt: „Von Oranienburgern haben wir erhebliches Interesse nach Informationen. Wohnen in einem alten Speicher – es gibt kein vergleichbares Projekt in Brandenburg." Eine Broschüre dazu liegt vor, „aber die geben wir erst heraus, wenn wir Genehmigungssicherheit haben.“

Von Heike Bergt

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