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Wohnungen in ehemaliger Kaserne fertig

Lehnitz Wohnungen in ehemaliger Kaserne fertig

35 neue Wohnungen in Lehnitz sind bezugsfertig. Das ehemalige Kasernen-Gelände könnte sich zum nächsten großen Wohnkomplex mausern. Entgegen einiger Gerüchte werden anerkannten Asylbewerbern jedoch keine Wohnungen frei gehalten. Ein Drittel der Wohnungen stehen allen SGB II-Empfängern zur Verfügung.

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Einladend oder abschrecken? Über die farbliche Gestaltung des Wohnblocks gehen die Meinungen auseinander.

Quelle: Enrico Kugler

Lehnitz. Auch wenn die gelbe Farbe nicht allen zusagt, zu grell erscheint: Einladend, ja fast optimistisch sieht der fertige Wohnblock auf dem Gelände der ehemaligen Kaserne in Lehnitz aus. Dienstag lud die kreiseigene Oberhavel Holding Besitz- und Verwaltungsgesellschaft (OHBV), die für die Sanierung verantwortlich ist, zur Besichtigung.

Daniel Gross, zuständiger Bauleiter, führte die Dimension vor Augen: „Auf mehr als 2000 Quadratmeter Wohnfläche entstanden 35 neue Wohneinheiten.“ Ein-, Zwei- und Dreiraumwohnungen. Bauzeit: Acht Monate. „Rechnet man die Unterbrechungen raus“, so Bauleiter Gross. „Es musste alles komplett entkernt werden.“ Zwei Aufgänge gibt es, dazu Balkone. „Wir haben ein gutes Spektrum an Wohnraum“, so Gross. Zudem sind zwei Wohnungen barrierefrei. Beheizt wird das Gebäude mit Fernwärme von den Stadtwerken Oranienburg.

Die SPD um Landrat Ludger Weskamp (Mitte) verschaffte sich einen Überblick

Die SPD um Landrat Ludger Weskamp (Mitte) verschaffte sich einen Überblick.

Quelle: Enrico Kugler

Ziel des Vorhabens der OHBV: bezahlbaren Wohnraum schaffen. Nur ein paar Außenarbeiten müssen bei Block 19 noch erledigt werden. „Wir beginnen jetzt mit der Vermarktung der Wohnungen“, so Klaus-Peter Fischer, Geschäftsführer der OHBV. Die Kaltmiete – so die Information Anfang des Jahres – liegt zwischen 5 und 7,50 Euro je Quadratmeter.

Lange hieß es, Wohnungen würden anerkannten Asylbewerbern frei gehalten. Hitzige Diskussion in den sozialen Netzwerken folgten. Landrad Ludger Weskamp (SPD) betonte noch einmal: „Ein Drittel der Wohnungen wird Empfängern, die Leistungen nach dem SGB II erhalten, angeboten.“ Dazu zählen anerkannte Flüchtlinge, die Hartz-IV beziehen. Aber: Eben nicht nur. „Hier wird kein Wohnraum explizit für Asylbewerber frei gehalten“, so Weskamp.

Bauleiter Daniel Gross mit Grünen-Bürgermeisterkandidat Heiner Klemp (vl)

Bauleiter Daniel Gross mit Grünen-Bürgermeisterkandidat Heiner Klemp (v.l.).

Quelle: Enrico Kugler

Perspektivisch könnte der Standort Lehnitz ein eigenes kreiseigenes Wohngebiet werden: Der nächste Block, Nummer 13, wird derzeit saniert. Ende des Jahres sollen hier noch einmal weitere 35 Wohnungen bezugsfertig sein. Für die zwei Wohnblöcke in Lehnitz hat die OHBV neun Millionen Euro in die Hand genommen. Insgesamt gehören der Holding sieben Blöcke auf dem einstigen Kasernen-Areal.

Die Blöcke 17 und 18 sind derzeit mit Asylbewerbern und Geflüchteten belegt. Die Notunterkünfte laufen aber aufgrund der sinkenden Zahlen an Menschen mit Fluchthintergrund, die dem Landkreis zugewiesen werden, sukzessiv aus. Ein Block wird gerade freigeräumt, der zweite folgt diesen August. „Für zwei weitere Blöcke liegt uns schon eine Baugenehmigung vor“, so Klaus-Peter Fischer. Auch hier könnten perspektivisch Wohnungen entstehen.

Am nächsten Block wird schon gebaut

Am nächsten Block wird schon gebaut. Ende des Jahres soll er fertig sein.

Quelle: Enrico Kugler

Ganz so weit wird von offizieller Seite noch nicht gedacht. Die Idee eines Schulcampus ist noch im Ideen-Rennen, denn: Aufgrund von 9 Millionen Euro teuren An- und Umbauarbeiten an der Oranienburger Torhorst-Gesamtschule wird die Sekundarstufe II ab September zwei Jahre lang in Lehnitz unterrichtet: in einem einstigen Schulungsgebäude der Bundeswehr, Block 16.

Hier wurden zuletzt Asylbewerber untergebracht. Vorigen Dezember zogen die letzten aus. Ideal: Es gibt in Lehnitz eine Sporthalle und einen Sportplatz. Für gut 4 Millionen Euro wird an der „richtigen Schule“ in Oranienburg eine Dreifeld-Sporthalle samt Außensportanlage „hochgezogen“.

Linke fordert mehr sozialen Wohnungsbau

Der Bundestagsabgeordnete Harald Petzold (Linke) begrüßt mit seinem Wahlkreismitarbeiter die „Anstrengungen des Landkreises“. Es seien aber noch Herausforderungen zu bewältigen. „Die Städte und Gemeinden müssen ihr Engagement im kommunalen, sozial-bezahlbaren Wohnungsbau erhöhen“, so Petzold.

„Bei Leerstandsquoten von unter zwei Prozent finden Wohnungssuchende ansonsten einfach keine passende bezahlbare Wohnung.“ Seine Forderung: Das Land sollte das Förderprogramm für den sozialen Wohnungsbau überarbeiten und für potenzielle kommunale Wohnungsbauunternehmen attraktiver machen. Im Bundestag fordert die Linke 250 000 neue Sozialwohnungen pro Jahr.

Von Marco Winkler

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