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Wohnungsbau-Investor plant Rückzug

Bergfelde Wohnungsbau-Investor plant Rückzug

160 Wohnungen, die der Investor Roland Schuh ab 2018 in der Bergfelder Brückenstraße errichten möchte, stehen auf der Kippe. Grund ist offenbar fehlende Kommunikation. Jetzt wollen sich die Beteiligten zusammensetzen.

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Roland Schuh mit dem mit Modell eines Objektes für altersgerechtes Wohnen, das sein Unternehmen in Niederbayern plant.

Quelle: Privat

Bergfelde. Hiobsbotschaft zum Wohnungsbauprojekt in Bergfelde: Investor Roland Schuh spielt mit dem Gedanken, seine Pläne zum Bau von 160 weiteren Wohnungen an der Brückenstraße in Bergfelde aufzugeben und sich für künftige Projekte aus Hohen Neuendorf komplett zurückzuziehen. „Meine Pläne stoßen bei der Stadt offenbar nicht auf Gegenliebe“, schildert der Investor auf Nachfrage seinen Eindruck. Dies lege unter anderem eine jüngst beschlossene Veränderungssperre für das 20 000 Quadratmeter große Grundstück nahe dem S-Bahnhof nahe.

In Borgsdorf hat die Firma Immo-Schuh-Berlin bereits 100 Wohnungen errichten lassen, weitere 63 Wohnungen entstehen gegenwärtig an der Ahornallee in Bergfelde. In den ersten beiden Häusern mit 36 Wohnungen habe bereits der Innenausbau begonnen. Dennoch liege das Projekt rund zwei Monate hinter dem Zeitplan, so dass sich die Fertigstellung in den Mai 2018 hin­einziehen werde, sagte Roland Schuh. Die Nachfrage indes sei groß: Bereits jetzt hätten sich 90 Interessenten auf der Warteliste vermerken lassen. Aber selbst mit den zusätzlichen Wohnungen auf der anderen Seite der S-Bahn-Strecke ließe sich der Bedarf nicht decken, schätzt der Investor.

Das betreffende Gelände an der Brückenstraße in Bergfelde

Das betreffende Gelände an der Brückenstraße in Bergfelde.

Quelle: Helge Treichel

Er habe das dortige Grundstück für zwei Millionen Euro mit der Verheißung erworben, dort bezahlbare Wohnungen errichten zu können, die in der Stadt dringend benötigt werden. Was seitdem allerdings passiert ist, bezeichnet Schuh als „vier Jahre Enteignung am Stück“. Und er wird noch deutlicher: „Das ist für den Investitionsstandort Hohen Neuendorf ein ganz schlechtes Image.“ Für andere Investoren wäre solch ein Gebaren unter Umständen „existenzgefährdend“. Es gebe andere Kommunen, „die sich freuen, wenn ein Investor Wohnungsbau betreibt“. Deshalb spiele er mit dem Gedanken, seine Kapazitäten für die nächsten Jahre nach Bayern zu verlagern. Ursprüngliches Ziel sei es jedoch gewesen, mit der Baustelle von der Ahornallee direkt an die Brückenstraße umzuziehen.

Alarmiert reagierte Bürgermeister Steffen Apelt (CDU) auf die Nachricht. Die Stadt hege keinerlei Groll gegen Investor Schuh: „Wir sind offen für jede Kommunikation“, sagte der Verwaltungschef auf Nachfrage. Die Veränderungssperre habe nichts mit dem Projekt von Roland Schuh zu tun. Vielmehr sei das eine Reaktion auf das einsame Einfamilienhaus, das in dem Plangebiet überraschend entstanden war und auf einem Versäumnis beruhe. Eine solche Entwicklung sollte künftig verhindert werden. Zudem sollen die Ziele des Bebauungsplans Nummer 48 gesichert werden. Dessen Verfahren ist noch nicht abgeschlossen. Der Entwurf sieht eine „überwiegende Wohnnutzung im Rahmen einer Mehrfamilienhausbebauung“ vor.

Offenbar war das alles nur nicht ausreichend kommuniziert worden. Dies soll nun nachgeholt werden: In zwei Wochen sei ein Gespräch zwischen Verwaltungsvertretern und dem Investor geplant, kündigte Apelt an: „Es geht darum, Missverständnisse auszuräumen und den Gesprächsfaden wieder aufzunehmen.“

Die Baustelle an der Ahornallee

Die Baustelle an der Ahornallee.

Quelle: Archiv/Helge Treichel

60 der neuen 160 Wohnungen plant Schuh komplett barrierefrei und mit einem Aufzug. Die Warmmiete werde bei elf Euro pro Quadratmeter liegen, etwa ein Euro weniger ist es bei den Wohnungen ohne Aufzug. Die Einheiten haben zwei bis vier Räume. Die Ausstattung entspreche dem Projekt an der Ahornallee: Gebaut werde nach einem passivhausnahen Standard, der Betriebskosten von circa 1,45 Euro pro Quadratmeter zulasse. Eine Photovoltaikanlage soll den Strom liefern für eine Wärmepumpe, die ihrerseits die Fußbodenheizung befeuert und für warmes Wasser sorgt. Außerdem kommt eine Pelletheizung zum Einsatz. Roland Schuh befürchtet, dass „Luxusvillen“ mehr Unterstützung fänden.

Von Helge Treichel

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