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Wohnungsbauprojekt in Glienicke abgelehnt

Glienicke/ Nordbahn Wohnungsbauprojekt in Glienicke abgelehnt

80 kleine, seniorengerechte Wohnungen, Tiefgarage und Drogerie sollten auf dem sogenannten Moschee-Grundstück gebaut werden. Ginge es nach dem Investor, der IG Real Estate Group. Doch die Gemeindevertreter verweigerten dem Unternehmen das dafür nötige Geh-, Fahr- und Leitungsrecht. Einen Kompromiss lehnte aber der Unternehmer aus wirtschaftlichen Gründen ab.

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Ortseingangsschild von Glienicke / Nordbahn

Quelle: Enrico Kugler

Glienicke. Das sogenannte Moschee-Grundstück zwischen Galerie Sonnengarten und Grundschule ist eines der letzten unbebauten Grundstücke im Zentrum von Glienicke. Die IG Real Estate Group wollte nun in das Filetstück zwischen Hauptstraße und Ahornallee investieren, dort 80 seniorengerechte Ein- bis Zwei- Zimmer-Wohnungen mit je etwa 50 Quadratmetern errichten. Geplant war ein U-förmiges, sechsstöckiges Gebäude mit begrüntem Innenhof, einer Drogerie im Erdgeschoss und zweistöckiger Tiefgarage mit 120 Stellplätzen.

Kompromiss nicht wirtschaftlich

Doch geht es nach dem Willen der Gemeindevertreter von Glienicke, ist das Projekt gescheitert. Denn mit zwei Enthaltungen, zwölf Nein- und sieben Ja-Stimmen wurde das für die Realisierung des Projektes nötige Geh-, Fahr- und Leitungsrecht über ein Grundstück der Gemeinde in namentlicher Abstimmung in der Sitzung am Dienstag abgelehnt. Ein Kompromissvorschlag, auf das vierte Geschoss zu verzichten, lehnte der Investor ab. „Eine Wirtschaftlichkeit ist nicht gegeben, wenn es nicht so realisiert wird, wie es vorgestellt wurde“, sagte Christian Ernst, Executive Director der IG Real Estate. „Schade“, erklärte Bürgermeister Hans G. Oberlack (FDP). „Das Projekt war immer gewünscht worden: Kleine Wohnungen, Stellplätze in ausreichender Anzahl und eine Drogerie. Bedauerlich, dass das keine Mehrheit gefunden hat.“

Gebäudehöhe stieß auf Kritik

Besonders die Gebäudehöhe stieß bei vielen Gemeindevertretern auf wenig Begeisterung, auch wenn formal die Höhe des Gebäudes in alle Richtungen an die Nachbargebäude angepasst ist. Dadurch wäre der Bau nun nach Paragraf 34 möglich, da für das Grundstück kein Bebauungsplan existiert. Bis Ende März will der Investor jetzt mit dem Landkreis reden, mit dem Grundstücknachbarn über das Wegerecht verhandeln und eine endgültige Entscheidung treffen.

Kritik am Mietpreis für die Wohnungen

Einig waren sich die Gemeindevertreter, dass Glienicke mehr kleine, aber vor allem bezahlbare Wohnungen brauche. „Der Bedarf ist da“, erklärte SPD-Fraktionschef Uwe Klein. Ernst-Günter Giessmann (Linke) erklärte, dass das Projekt nicht die Ziele seiner Partei erfülle. „Das Projekt schafft gute, attraktive Wohnungen, aber im oberen Preissegment.“ Petra Bajorat-Kollegger kritisierte, dass es durch den Bau zu noch mehr Verkehr im Ort kommen würde, auch wenn das Parkproblem durch die Tiefgarage gemindert würde. Ulrich Strempel (CDU/FDP) betonte hingegen, dass man dieses Projekt für den Ort brauche. „Ich hoffe, dass der Investor trotzdem nach Paragraf 34 bauen wird. Die Ablehnung signalisiert, nicht gesprächsbereit zu sein, und als investitionsfeindlich zu gelten.“

Von Ulrike Gawande

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