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Wohnungsbauvorhaben auf Industriebrache

Birkenwerder Wohnungsbauvorhaben auf Industriebrache

Wo 25 Jahre lang Fertighäuser produziert wurden, sollen künftig Menschen wohnen. Die drei Gesellschafter der Havelaue Birkenwerder GmbH wollen auf der sieben Hektar großen Fläche an der Havelstraße und Industriestraße rund 160 Wohneinheiten bauen. Die Pläne sollen in der kommenden Woche im Ortsentwicklungsausschuss vorgestellt werden.

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Burkhard Kreisel (l.) und Dirk Stettner auf dem von ihnen gekauften Gelände an der Havelstraße.

Quelle: Helge Treichel

Birkenwerder. An der Ecke Havelstraße/Industriestraße liegt in Birkenwerder eine große unansehnliche Fläche, die für viele Einwohner ein Rätsel ist. Große Frage: Was soll dort in Zukunft eigentlich passieren? Das wollen die Eigentümer, die das sieben Hektar große Gelände Ende September vergangenen Jahres erworben haben, im nächsten Ortsentwicklungsausschuss der Gemeinde am Dienstag, 15. November, konkret beantworten. In der öffentlichen Sitzung, die um 18.30 Uhr im Ratssaal beginnt, soll das städtebauliche Konzept für das Wohnungsbauvorhaben vorgestellt werden.

Vorhabenträger ist die Havelaue Birkenwerder GmbH. Geschäftsführende Gesellschafter sind Burkhard Kreisel (54) und Dirk Stettner (47). Sie waren bereit, der MAZ exklusiv vorab einige Fragen zu beantworten.

Das Heizhaus auf dem ehemaligen Industriegelände

Das Heizhaus auf dem ehemaligen Industriegelände.

Quelle: Helge Treichel

Gemeinsam mit Gesellschafterin Solveig Steiger planen sie auf dem Gelände den Bau von zirka 160 Wohneinheiten. Dem Verdacht, wonach die Fläche durch die industrielle Vornutzung verseucht gewesen sein könnte, sei mit großem Aufwand auf den Grund gegangen worden, sagen die Gesellschafter und verweisen auf ein in diesem Jahr erstelltes Gutachten. Dafür seien im April und Mai dieses Jahres auf dem Gelände rund 60 Bohrungen in die Erde gebracht worden – bis in 40 Meter Tiefe. Das Ergebnis ist eindeutig: „Es gibt keinerlei Kontaminierungen auf diesem Grundstück“, fasst Dirk Stettner zusammen. Die Eignung der kompletten Fläche für eine Wohnbebauung sei vom Umweltamt des Landkreis inzwischen bestätigt worden. Es gebe lediglich Ansammlungen von Abfällen wie Dachpappe, Asbest und Schrott, die sich jedoch im Wesentlichen unter den Gebäuden befinden und nach deren Abriss zusammen mit ihnen fachgerecht entsorgt würden. „Wir sind keine Parzellierer“, beschreiben Stettner und Kreisel ein wichtiges Anliegen. Das Projekt soll von Anfang bis Ende begleitet werden. Erklärtes Ziel ist eine einheitliche „Handschrift“ der neuen Siedlung. Um eine geeignete soziale Durchmischung hinzubekommen, seien Doppelhäuser, Villen und Ein- und Mehrfamilienhäuser gleichermaßen vorgesehen – zur Vermietung sowie zum Verkauf. Nachgedacht werde auch über Reihenhäuser. „Das müssen wir aber noch mit allen Beteiligten diskutieren“, sagt Stettner.

Blick in Richtung des Havelstichs

Blick in Richtung des Havelstichs.

Quelle: Helge Treichel

Bereits jetzt haben die Investoren auch das Naherholungspotenzial dieses Filetstücks der Gemeinde im Blick. „Wir wollen die Briese und die Havel gestalterisch wieder zusammenführen und erlebbar machen“, sagt Burkhard Kreisel, der aus Borgsdorf stammt. Deshalb sei im Plangebiet eine Allee vorgesehen, die zwei größere Plätze miteinander verbindet – einer am Ende des Havelstichs gelegen, der andere an der Havelstraße/Ecke Industriestraße. „Die Flächen dafür stellen wir zur Verfügung“, wirbt Kreisel für das Konzept, das nun in den politischen Gremien diskutiert werden muss.

Der Havelarm diente einst dazu, Holz zu flößen. Denn 1910 war ein Sägewerk auf dem betreffenden Gelände eingerichtet worden. Wie lange das bewirtschaftet wurde, sei nicht genau festzustellen gewesen, mindestens jedoch bis in die 1940er-Jahre hinein, schildert Burkhard Kreisel die Vorgeschichte. Eine Holzverarbeitung habe es auch zu DDR-Zeiten gegeben. Unter anderem wurden dort Kabeltrommeln hergestellt. Viele Familien aus Birkenwerder seien mit der Geschichte des Produktionsstandortes verbunden, sagt Kreisel. Seit 1990 hatte die Firma Haas-Hoco dort Teile von Fertighäusern produziert, darunter Fenster und Türen. Der Produktionsstandort wurde jedoch zum Jahresbeginn aufgegeben.Vor diesem geschichtlichen Hintergrund wollen die Investoren den gesamten Neugestaltungsprozess der Industriefläche positiv beeinflussen und steuern. Ihnen schwebt dabei eine Mustersiedlung vor – mit einem zentralen Konzept für eine ökologische Energieversorgung auf Solarbasis sowie Angeboten für eine umweltfreundliche Mobilität. Stichworte dafür seien beispielsweise Carsharing und Elektromobilität.

Innovative Ansätze gibt es auch beim Thema Abfallentsorgung und Lärmminderung. Stellplätze für Flaschencontainer zum Beispiel könnten angesichts der Topografie unterirdisch angeordnet werden.

Die Gesellschafter erhoffen sich eine aufgeschlossene Diskussion ihrer Vorschläge in den Gremien und laden die Einwohner dazu ein.

Von Helge Treichel

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