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Oberhavel „Wir wollten das Feuer noch mit einer Decke löschen“
Lokales Oberhavel „Wir wollten das Feuer noch mit einer Decke löschen“
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00:19 13.02.2019
In der Küche standen die Flammen meterhoch. Quelle: Julian Stähle
Hennigsdorf

Eingepackt in Wolldecken stehen die jungen Frauen im Regen, barfuß warten sie auf dem Asphalt. Ein paar Meter weiter haben Einsatzwagen der Feuerwehr vor ihrer Wohnung geparkt, über dem Fenster ist alles verrußt. „Wir sind wach geworden und die Küche hat lichterloh gebrannt“, sagt Annika Kottke. Mit ihrer Familie wohnt die 18-Jährige im ersten Stock eines Plattenbaus in der Hradeker Straße in Hennigsdorf. Als das Feuer am Sonntagmorgen ausbrach, rannte ihre Schwester Pamela Kottke mit ihrem Säugling in Panik auf den Balkon, um dem Rauch zu entkommen.

„Wir wollten das Feuer noch mit einer Decke löschen, aber das ging nicht“, sagt ihre Schwester. Also rannten Annika Kottke, ihr Vater, ihr dreijähriger Bruder und ein Freund der Familie auch raus auf den Balkon. Eine Nachbarin alarmierte die Wehr. Gegen 8.30 Uhr holten sie die Einsatzkräfte mit einem Drehleiterfahrzeug herunter. Annika Kottke war froh, dass ihre Mutter zum Zeitpunkt des Brandes mit ihrem vier Monate alten Sohn spazieren gegangen war und von dem Feuer nichts mitbekommen musste. „Aber uns allen geht es gut, wir wurden vom Arzt vor Ort untersucht“, sagt die 18-Jährige.

Warum es in der Küche brannte, ist noch unklar. Quelle: Julian Stähle

Zum Großeinsatz am Sonntagmorgen waren 21 Feuerwehrleute der Hennigsdorfer Wehr ausgerückt. „Die betroffene Wohnung und die darüber und darunter sind vorerst nicht bewohnbar“, erklärte Einsatzleiter Uwe Protz. Insgesamt 41 Personen mussten evakuiert werden, die meisten konnten nach etwa zwei Stunden wieder in ihre Wohnungen zurückkehren. Nur die Wohnung über der Brandwohnung sei verraucht, in jener darunter habe es einen Wasserschaden gegeben, weil durch die Hitze ein Heizungsrohr geborsten ist.

Was genau in der Küche gebrannt hat, das weiß Familie Kottke nicht. Der Herd sei es aber auf keinen Fall gewesen. „Der war aus, da sind wir absolut sicher“, sagt Annika Kottke. Vor Ort waren am Sonntag auch zwei Beamte der Kriminalpolizei, um den Grund für den Brand zu ermitteln. „Ich nehme an, das wird erst am Montag feststehen. Die Kollegen müssen erst warten, bis alles abgekühlt ist“, erklärte Wachdienstführer Martin Tölg.

Familie kommt erst einmal bei der Tante unter

Die Familie kommt erstmal bei der Tante unter, die im selben Haus wohnt. Und auch die anderen betroffenen Nachbarn haben Angehörige, die sie aufnehmen. Annika Kottke stand auch eine Stunde nach dem Brand noch unter Schock. „Wir haben nichts, unsere Babysachen waren in der Wohnung. Und alles andere auch“, sagt die junge Frau. Das einzige, was sie noch hätten, seien die Sachen, die sie am Leib tragen und ihr Handy. „Wir gehen morgen neue Bekleidung kaufen, das ist erstmal das Wichtigste“, sagt die junge Mutter. Spenden wolle sie vorerst keine annehmen.

Die Familie flüchtete auf den Balkon. Quelle: Marco Paetzel

Bis die Familie in ihre Wohnung zurückkehren kann, dürften schätzungsweise drei bis vier Monate vergehen, erklärt Concierge Martin Dokowicz vom Vermieter, der Hennigsdorfer Wohnungsbaugesellschaft. Einen solchen Großbrand habe er in Hennigsdorf-Nord noch nicht erlebt. „Das war das erste Feuer hier seit vielen Jahren“. Dokowicz war kurz nach dem Brand zum Einsatzort geeilt und hatte sich auch die betroffene Wohnung von innen angesehen. „Die Küche ist komplett schwarz, auch der Flur hat Brandschäden und ist verrußt“, sagt der HWB-Concierge, der in der Wohnung die Sicherungen rausdrehen musste.

Die Feuerwehr Hennigsdorf leistete einmal mehr professionelle Arbeit. Quelle: Robert Roeske

Wären die Mieter nach dem Brand nicht privat untergekommen, hätte die HWB schnell reagieren können. Für solche Fälle würden immer Räumlichkeiten vorgehalten, in denen die Leute erstmal wohnen können. „Wir haben drei Ferienwohnungen in Nord, die wir hätten anbieten können.“ Notfalls würden Familien im Brandfall auch im Hotel untergebracht.

Von Marco Paetzel

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