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Woidke besucht Bombardier

Hennigsdorf Woidke besucht Bombardier

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) besuchte gestern die Betriebsversammlung von Bombardier in Hennigsdorf. Rund 950 Beschäftigte bangen dort um ihre Arbeitsplätze, sie könnten einer Umstrukturierung zum Opfer fallen. Doch Woidke glaube noch, das dies noch abzuwenden sei.

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Ministerpräsident Dietmar Woidke kam gestern auf EInladung nach Hennigsdorf, er stellte sich hinter die Bombardier-Mitarbeiter.

Quelle: Foto: Robert Roeske

Hennigsdorf. Drinnen liefen die letzten Reden, als Dietmar Woidke aus einem Seiteneingang der Hennigsdorfer Stadtsporthalle huschte. Auf den Ministerpräsidenten wartete ein Dutzend Journalisten, für die 26 000-Einwohner-Stadt ein großer Rummel. Woidke hatte gestern eine Betriebsversammlung von Bombardier besucht, derzeit bangen dort rund 950 Arbeitnehmer um ihre Jobs, 150 davon beim Bombardier-Komponentenhersteller PPC, der auch auf dem Werksgelände sitzt.

Insgesamt 5000 Stellen will der angeschlagene Konzern weltweit in der Schienenfahrzeugsparte abbauen, auch die deutschen Werke wird es treffen. Hennigsdorf solle nach den Plänen des Konzerns nur noch für Entwicklung und Tests zuständig sein. Die Produktion, immerhin etwa ein Drittel der Arbeitsplätze im Werk, sollen demnach in den kommenden Jahren wegfallen. Es werde ein harter Kampf, das zu verhindern. „Der Zug für Hennigsdorf ist aber aus meiner Sicht noch nicht abgefahren“, so Dietmar Woidke. Der Standort solle auch künftig nicht nur Forschungs- und Entwicklungsschmiede sein, sondern eben auch Produzent . Daran hingen viele Arbeitsplätze, auch bei den Zulieferern. Das Land Brandenburg sei bereit, dem Konzern mit Fördermitteln zu helfen, erklärte Woidke weiter. Er wisse aber auch, dass sein Einfluss als Ministerpräsident begrenzt sei. Doch es sei ein wichtiges Zeichen an die Konzernzentrale in Quebec und die Europazentrale in Berlin, dass sich die Politik vor Ort für den Erhalt der Industrie-Arbeitsplätze einsetze. „Davon haben wir in Brandenburg zu wenig.“

Michael Wobst, der Hennigsdorfer Betriebsratschef, empfand es als gutes Signal, dass Woidke zur Betriebsversammlung gekommen war, auch wenn er formal keinen Einfluss auf die Strategie des Unternehmens habe. Aber die Länder Brandenburg und Berlin könnten mit ihren Kontakten vielleicht darauf hinwirken, dass Bombardier an Aufträge für U- oder Straßenbahnen komme, hofft Wobst. Am 26. April wird er mit Betriebsrat und IG Metall mit Konzernvertretern erneut über die Zukunftsstrategie sprechen. „Dann wird sich zeigen, ob der Konzern willens ist, sich auch unsere Vorschläge anzuhören“, so Wobst, der die Arbeitsplätze in Hennigsdorf retten will. Bis Juli will der Konzern seine Zukunftspläne offenlegen. Dann könnte auch offiziell bekannt werden, wie viele Stellen in Hennigsdorf abgebaut werden.

Dass Dietmar Woidke gekommen war, empfanden viele der rund 900 Beschäftigten in der Sporthalle als positiv. Ihnen hatte er in einer Rede versichert, er stehe an ihrer Seite und kämpfe für den Standort in Hennigsdorf. „Er war freundlich und hat uns Mut gemacht“, erklärte Anja Guske, die im Werk etwa für das Design der Produkte zuständig ist. Dennoch sei ihr klar, dass der Einfluss eines Ministerpräsidenten auf einen internationalen Konzern natürlich begrenzt sei. Auch David Landmann fand es richtig, dass Woidke nach Hennigsdorf gekommen war. „Er hätte die Einladung andererseits aber auch schlecht ablehnen können“, so der Lackierer. Zudem glaubt Landmann, dass für Woidke auch der bevorstehende Bundestagswahlkampf schon eine Rolle spielen könnte. „Sonst lassen sich ja hier auch kaum ranghohe Politiker blicken.“ Landmann hat keine Angst vor seiner eventuellen Entlassung. Es sei ja nicht mehr wie in der DDR, wo die Menschen 40 Jahre am selben Ort gearbeitet hätten.

Von Marco Paetzel

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