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Wojcziks feiern Eiserne Hochzeit

Hennigsdorf Wojcziks feiern Eiserne Hochzeit

65 Jahre ist das Hennigsdorfer Ehepaar Gisela und Gerhard Wojczik nun verheiratet, gestern feierten sie ihre Eiserne Hochzeit. „Donnerwetter, die ist ja ein Traum“, dachte sich der Gatte vor 67 Jahren, als er seine Frau das erste Mal in Nieder Neuendorfer Tanzlokal „Marzahn“ traf.

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Gisela und Gerhard Wojczik sind Ur-Hennigsdorfer. Sie wurde in der Stadt geboren, er in Nieder Neuendorf.

Quelle: Foto: Paetzel

Hennigsdorf. Wenn es tatsächlich die Liebe auf den ersten Blick gibt, dann haben die Wojcziks sie wohl erlebt. Gut 67 Jahre ist das jetzt her. Im Nieder Neuendorfer Tanzlokal „Marzahn“ sah Gerhard seine Gisela zum ersten Mal, da war sie gerade einmal zarte 15 Jahre alt. „Donnerwetter, die ist ja ein Traum“, hat er damals gedacht. Und das denkt Gerhard Wojczik auch heute noch, nach 65 Jahren Ehe. Gestern beging das Hennigsdorfer Paar seine eiserne Hochzeit. Mitarbeiter der Stadtverwaltung waren in die seniorengerechte Wohnung in der Bergstraße gekommen, unter anderem die Gemeinwesenbeauftragte Kerstin Gröbe, auch Gisela Damm von der Volkssolidarität wollte dem Paar gratulieren. Es gab einen Präsentkorb mit allerhand Leckereien.

Die Hochzeitsglocken läuteten 1952 in der katholischen Kirche in Hennigsdorf, anschließend ging es für das Paar und die Hochzeitsgäste in den Schwalbenweg 26, wo sie bei den Eltern der Braut im Garten feierten. Es sei brütend heiß gewesen, 35 Grad Celsius habe das Thermometer angezeigt. „Es war so warm, dass die Hühnersuppe sauer wurde“, erinnert sich Gisela Wojczik heute. Mit Lebensmittelmarken hatten sie genug vom Fleischer geholt, zudem gab es Geflügel auf dem Hof der Eltern. Die Hochzeitsnacht fand dann auf dem Dachboden der Eltern statt.

Noch mehr feierten die Eheleute allerdings beim Polterabend an selber Stelle. Damals kam fast die komplette Hennigsdorfer Feuerwehr, rund 30 Mann, geschlossen zum Fest. 20 Kästen Bier wurden an diesem Abend leer, und unzählige Flaschen Schnaps. „Es wurde unfassbar viel getrunken“, erinnert sich der Senior heute und lacht.

Fast ihr ganzes Leben verbrachten die Wojcziks in Hennigsdorf. Gerhard, der als junger Mann drei Jahre zur See gefahren war, arbeitete anschließend 40 Jahre lang in den Lokomotivbau-Elektrotechnischen Werken (LEW), am Ende war er dort Sicherheitsinspekteur. Seine Gisela indes verdiente 31 Jahre lang in der Ingenieurschule für Automatisierung und Werkstofftechnik auf dem Gelände des Hennigsdorfer Stahlwerks ihr Geld. Sie bekamen zwei Jungs, Hartmut und Roland. Mittlerweile gibt es vier Enkel und vier Urenkel. Die kleine Mara ist erst ein paar Wochen auf der Welt, die Wojcziks werden sie bei ihrer großen Fete zur eisernen Hochzeit am 2. Juni im „Gasthaus zum weißen Schwan“ zum ersten Mal sehen, rund 30 Gäste werden kommen.

Für die Zukunft wünscht sich das Ehepaar vor allem Gesundheit für sich und die Familie. Vor allem Gerhard Wojczik war das in den vergangenen Jahren nicht vergönnt. Erst musste er den Krebs bekämpfen, 2014 dann wurde er in einer Dusche ohnmächtig und zog sich beim Sturz schwere Verletzungen zu. Zwei Monate Krankenhausaufenthalt folgten, manchmal war Wojczik mehr tot als lebendig. „In Hennigsdorf wollten sie die Fahnen schon auf Halbmast hängen“, scherzt der Senior. Doch er erholte sich und lernte nach und nach wieder die alltäglichen Dinge des Lebens. An seiner Seite war immer seine Frau, die sich rührend kümmerte. Regelmäßige Besuche machten damals auch die Chormitglieder der Volkssolidarität, wo das Paar seit 25 Jahren mitsingt. Irgendwann konnte Gerhard wieder zur Probe, ein tolles Gefühl sei das gewesen. Das Paar will noch so lange wie möglich singen.

Von Marco Paetzel

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