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Oberhavel „Wolle“ und das Wasser
Lokales Oberhavel „Wolle“ und das Wasser
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16:51 08.03.2017
Was ein Retter so braucht, hat Wolfgang Bree dabei. Ab Mai gehört er auch wieder zum Team der Rettungsschwimmer an den Badestellen am Lehnitzsee. Quelle: Heike Bergt
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Oranienburg

Na klar war Wolfgang Bree in diesem Jahr schon schwimmen. Im Lehnitzsee wohlgemerkt und auf seiner Stammstrecke im Kanal entlang des Treidelweges. Denn er ist nicht nur seit 50 Jahren Rettungsschwimmer, sondern auch Mitglied der „Frostis Fun Crew“. In der Halle sei ihm das Wasser zu warm. Kühles ist sein Element. Dabei hat der 69-Jährige das Schwimmen erst mit 13 Jahren erlernt. Im Lehnitzsee. „Ich hatte immer die Gefahr des Ertrinkens vor Augen. Das sollte auch niemandem anderes passieren“. Auslöser dafür, dass er am 1. November 1965 seine Rettungsschwimmerausbildung beim DRK begann und seit 1967 selbst Wasserretter ausbildet.

Geboren in Velten, ist Bree gelernter Elektromechaniker für Medizintechnik, hat über zehn Jahre benachteiligte Jugendliche in einem Modellprojekt des Bundes beim DRK auf den Arbeitsmarkt vorbereitet, war Schwimm- und Hausmeister am Bernsteinsee und bis zur Rente Facharbeiter Bäderbetriebe, sprich Schwimmmeister, am Beckenrand in der Turm-Erlebniscity. Und ist es immer noch, wenn dort bei Krankheit Not am Kollegen ist. Dann hilft „Wolle“ gern aus.

Ruhestand? – Für den quirligen Oranienburger undenkbar. Seine Frau habe ihm schon einen „Sprachfehler bescheinigt“, weil er einfach nicht nein sagen könne. Kennengelernt haben sich die beiden – wie könnte es anders sein – am Wasser: Er absolvierte damals einen Rettungstaucherkurs, sie einen als Sanitäterin. „Helfersyndrom eben“, sagt er und lacht. Seine Frau habe ihn aber immer verstanden, anders gehe das mit den vielen Ehrenämtern auch nicht.

Vor wenigen Tagen hat Wolfgang Bree gerade mal wieder ja gesagt und ist seit 11. Februar neuer Vorsitzender der Oranienburger Ortsgruppe der DRK-Wasserwacht. Auch die Pläne für alle ehrenamtlichen Rettungsschwimmer für die Saison sind gemacht. Überall taucht der Name Bree auf: Ob an den Badestellen am Lehnitzsee auf Oranienburger und Lehnitzer Seite, beim Hafenfest, beim Fest am Helene-See oder bei der „Kieler Woche“ im Juni, wo traditionell „Rettungsschwimmer aus ganz Deutschland mit Booten das Event absichern“. Wolfgang Bree ist seit zehn Jahren dabei. Dort können man „auch mal richtige Wellen erleben“. Angst sei da fehl am Platz.

Und trotzdem war auch Wolfgang Bree als Rettungsschwimmer schon in mulmigen Situationen. Sein schwierigster Einsatz: „Eine Gruppe Ferienlagerkinder war in der Ostsee weiterer rausgeschwommen als erlaubt, „wir mussten sie durch die Brandung zurückholen.“ Bree geht das bis heute an die Nieren. An Nord- und Ostsee unterschätzten viele Schwimmer die Wellen und die Strömungen. Im Lehnitzsee sei der Sog der großen Berufs-Pötte gefährlich, mancher steige stark alkoholisiert in die Fluten, „es gibt Selbstüberschätzung und Leichtsinn“. Auch im Turm musst er einen älteren Mann aus dem Wellenbad holen, der seine Kräfte wohl überschätzt hatte und bewusstlos im Wasser trieb.

Rettungsschwimmer sind gefragte Leute. Wer den Sprung ins Wasser wagen will, sollte sich einfach unter Wasserwacht-Oranienburg.de melden. Bree wären Interessenten sehr willkommen, denn „in der kommenden Saison sind nur zwölf Aktive verfügbar. Durch Studium und Ausbildung ziehen viele weg. Es gibt da gerade ein Loch.“ Und der Oranienburger hat noch einen Wunsch: einen Einsatzcontainer, den die Stadt an den Badestellen am Lehnitzsee für die Wasserwacht aufstellen könnte. Die kleine Schutzhütte auf Oranienburger Seite „ist gerade beschädigt worden und am Weißen Straßen in Lehnitz haben wird im Fall der Fälle nur einen Sonnenschirm.“

Von Heike Bergt

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