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Wunderkoffer erspart Rathausbesuch

Liebenwalde Wunderkoffer erspart Rathausbesuch

Die Stadt Liebenwalde hat einen Koffer angeschafft, der alle Geräte enthält, um Bürgeranliegen im Einwohnermeldeamt zu erledigen. Damit wollen die Mitarbeiter rausgehen zu Menschen im Rollstuhl, die die Treppen des denkmalgeschützten Rathauses nicht überwinden können. Standesbeamtin Jeanett Giese ist begeistert vom Minibüro.

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Jeanett Giese, Standesbeamtin und Sachbearbeiterin im Einwohnermeldeamt, ist begeistert vom Minibüro.

Quelle: Marion Bergsdorf

Liebenwalde. Gerade ausgepackt steht der Wunderkoffer auf dem Tisch des Einwohnermeldeamtes der Stadtverwaltung Liebenwalde. Immerhin 5500 Euro hat die Neuanschaffung gekostet. Vizebürgermeisterin Martina Schnur nennt ihn „Bürgerkoffer“. Doch wer da an ein Begrüßungsgeschenk für Neubürger mit Stadtplan, Basecap und Buch zur Stadtgeschichte denkt, liegt ganz falsch.

Der Bürgerkoffer ist ein technisch kompaktes Minibüro der Einwohnermeldebehörde. Warum die Stadt so etwas braucht? „Weil unser denkmalgeschütztes Rathaus von vorn und von hinten nur über Stufen erreichbar ist. Dies bautechnisch zu ändern, ist schwierig. Deshalb gehen wir mit dem Bürgerkoffen raus zu den Menschen, die nicht zu uns ins Rathaus kommen können“, erklärt Schnur.

Das Minibüro kann faktisch alles, was auch in der Meldebehörde im Rathaus möglich ist. Eine spezielle Meldebehörden-Software macht das möglich. Es kann einen Fingerabdruck für den Pass abnehmen, ihn scannen und drucken. Und weil seit 2010 für alle Ausweisdokumente ein biometrisches Passbild gefordert wird, ist der Wunderkoffer auch mit einer digitalen Kamera zur Aufnahme dieses Fotos ausgestattet.

Jeanett Giese, Sachbearbeiterin im Liebenwalder Einwohnermeldeamt und Standesbeamtin, ist begeistert vom Minibüro und hat sich schnell in die Bedienung der einzelnen Geräte reingefuchst.

Wie sie erläutert, soll das Minibüro außerhalb der Rathaus-Sprechzeiten in den Bürgerhäusern der einzelnen Ortsteile zum Einsatz kommen. Dort soll es dann regelmäßige Sprechzeiten im Minibüro geben, weil diese Bürgerhäuser alle barrierefrei gebaut und für Menschen im Rollstuhl gut erreichbar sind. „Es können auch Termine vereinbart werden. Wir legen dann mehrere Termine nacheinander, damit sich der Außendiensteinsatz lohnt“, so Giese.

Das Minibüro wird auch im Seniorenwohnpark in Liebenwalde eingesetzt werden. „Dort ist es ja besonders wichtig, denn viele der Bewohner können nicht mehr ins Rathaus kommen“, sagt Schnur.

Ab Oktober soll der Bürgerkoffer zum Einsatz kommen, kündigt sie an. Bis dahin soll die Internetverbindung zum Minibüro stehen. Die Vizebürgermeisterin freut sich, dass damit ein Missstand beseitigt ist: „Es hat mich immer geärgert, dass wir Bürger im Rollstuhl nicht so bedienen konnten, wie das notwendig gewesen wäre.“

Von Marion Bergsdorf

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