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Wunschschulen voll: Hiobsbriefe sind raus

Oberhavel Wunschschulen voll: Hiobsbriefe sind raus

Etliche Sechstklässler werden im nächsten Schuljahr nicht in ihrer Wunschschule lernen können. Die Aufnahmebescheide der Schulen wurden am Mittwoch herausgeschickt. Obwohl in Hennigsdorf an der Adolph-Diesterweg-Oberschule eine zusätzliche siebte Klasse eröffnet wird, konnten die Erst- und Zweitwünsche von 28 Schülern nicht erfüllt werden.

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Statt bisher zwei siebte Klassen eröffnet die Adolph-Diesterweg-Oberschule Hennigsdorf eine dritte ab Schuljahr 2017/2018.

Quelle: Foto: Marco Paetzel

Oberhavel. In den Briefkästen der Eltern sind sie am Freitag oder Samstag – die Aufnahmebescheide für die weiterführenden Schulen der jetzigen Sechstklässler. Wie sieht es im kommenden Schuljahr mit den Schulplätzen in den siebten Klassen aus?

Für die künftigen Gymnasiasten reichen die Plätze in den staatlichen Schulen nicht aus. 552 Sechstklässler haben als Erstwunsch ein Gymnasium angegeben. Es gibt aber laut Statistik der Kreisverwaltung Oberhavel nur eine Kapazität von 471 Plätzen. Aus diesem Grund schlägt der Landkreis als Schulträger vor, die Jahrgangsstufe sieben an drei Gymnasien zu erhöhen: So soll das Alexander-S.-Puschkin-Gymnasium Hennigsdorf von derzeit drei auf vier Züge aufstocken, das Friedlieb-F.-Runge-Gymnasium von drei auf vier Züge erhöhen und das Louise-Henriette-Gymnasium Oranienburg von vier auf fünf Züge hochgehen. Über diese Vorschläge müssen Kreisausschuss und Kreistag allerdings in der nächsten Woche abstimmen. Nicht entscheiden kann der Landkreis über die Schulen in freier Trägerschaft, jedoch reichen die Plätze in den siebten Klassen am Mosaik-Gymnasium Oberhavel und an Neuen Gymnasium Glienicke aus.

Erhebliche Engpässe gibt es an den Oberschulen. Das haben Familien in Germendorf und in der Kreisstadt Oranienburg bereits erfahren. Denn sie erhielten Ablehnungen von ihren Erst- und Zweitwunsch-Schulen, so zum Beispiel von der Oberschule Velten und der Torhorst-Gesamtschule Oranienburg. Alternativ wurden den Eltern Schulen in Löwenberg, Kremmen, Zehdenick und Hohen Neuendorf angeboten. „Wir ziehen extra in eine Kreisstadt, damit unsere Kinder keine weiten Schulwege haben und sollen sie nun raus aufs Land schicken mit Fahrzeiten von ein- bis anderthalb Stunden.“ Das könne man einem Zwölfjährigen nicht zumuten, zumal die nächste Schule nur zehn Minuten entfernt sei, schreibt Anke Lauktin aus Oranienburg aufgebracht.

Sowohl im Staatlichen Schulamt als auch in der MAZ-Redaktion riefen und rufen deshalb wütende Eltern an. Vize-Schulamtsleiter Dietmar Menzel erklärt: Die Eltern könnten den Bildungsgang für ihr Kind wählen und auch Wunschschulen angeben. „Es gibt jedoch keinen Versorgungsanspruch an einem bestimmten Ort oder gar genau einer Schule.“ Bei Übernachfrage würden Schulen in der Nachbarschaft angeboten oder zugewiesen. Was die Fahrzeit anbetrifft, gelte der Richtwert von 90 Minuten für eine Fahrtrichtung.

Menzel räumt ein, dass aufgrund von Bauarbeiten an der Torhorst-Gesamtschule Oranienburg nur fünf statt bisher sechs siebte Klassen eingerichtet werden können. Doch „einen Platzmangel an Schulplätzen kann das Staatliche Schulamt Neuruppin nicht bestätigen“, betont Menzel. Denn Umlandschulen könnten die abgelehnten Schüler auffangen. Außerdem, so ließ Menzel auf Nachfrage der MAZ wissen, wird an der Adolph-Diesterweg-Oberschule in Hennigsdorf eine zusätzliche siebte Klasse eröffnet und dort für einen Jahrgang die Dreizügigkeit hergestellt.

Unterm Strich, nach Erfassung aller alle Erst- und Zweitwünsche, blieb immer noch ein Überhang von 28 nicht erfüllten Wünschen. Diese Schüler, so Menzel, „ließen sich auf Oberschulen und Gesamtschulen in Kremmen, Hohen Neuendorf, Löwenberg und Mühlenbeck verteilen“. Weitere Verhandlungen mit Schulträgern über die Eröffnung zusätzlicher Klassen, betont der Behördenchef, „waren entsprechend des Kriteriums der Wirtschaftlichkeit und Erreichbarkeit nicht gerechtfertigt“.

Etliche Eltern werden mit den Aufnahmebescheiden der Schulen, die Mittwoch verschickt wurden, nicht zufrieden sein. Wie mehrere Schulleiter von weiterführenden Schulen berichten, setzt nun der Prozess des „Nachrückens“ ein. Wenn Sechstklässler zum Beispiel zusätzlich an Privatschulen angemeldet wurden und dort einen Platz erhalten, werden doch wieder Plätze an gewünschten Oberschulen frei. Diese haben Nachrückerlisten, die sie dann berücksichtigen. Klagen von Eltern wolle das Schulamt vermeiden, meinte eine Schulleiterin. Deshalb werde versucht, jedes Kind vertretbar unterzubringen.

Von Marion Bergsdorf

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