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Xavier – der Tag nach dem Orkan

  Oberhavel Xavier – der Tag nach dem Orkan

Xavier wirbelte am Donnerstagnachmittag weite Teile Oberhavels durcheinander. – Tiefe Bestürzung beim Lindower SV: Bei der Frau, die am Donnerstag in der Region um Gransee dem Sturm „Xavier“ zum Opfer fiel, handelte es sich um die Mutter und Ehefrau von Vereinsmitgliedern der Grün-Weißen. – Zugverkehr entfällt teilweise komplett.

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In der gesamten Region Oberhavel brachte Sturmtier Xavier Bäume zum Umsturz.

Quelle: Sebastian Morgner

Oberhavel. Ausnahmezustand in Oberhavel. Orkantief Xavier stürmte am Donnerstagnachmittag durch Ost- und Norddeutschland und wirbelte auch die Region Oberhavel mächtig durcheinander. Ab 16 Uhr fegten gewaltige Sturmböen durch den Kreis, legten Bus- und Bahnverkehr ebenso wie den Straßenverkehr lahm. Die große Zahl an Notrufen brachte die Leitstelle der Feuerwehr teilweise zum Erliegen. Die MAZ berichtete ausführlich über die aktuellen Geschehnisse. Auch am Tag danach sind wir für Sie unterwegs und berichten über den Tag nach Xavier.

16:31 Uhr +++ St. Nicolai Kirche in Oranienburg betroffen – Gottesdienst am Sonntag abgesagt +++

Das Geländer der St. Nicolai Kirche in Oranienburg wurde vom Sturm erheblich getroffen. An mehreren Stellen wurde das Dach abgetragen und/oder angehoben. Zahlreiche Dachziegel liegen locker auf dem Dach. Darüber informiert Pfarrer Friedemann Humburg der evangelischen Kirchengemeinde Oranienburg. „Es ist nicht auszuschließen, dass Teile des Daches abrutschen und Dachziegel auf die Erde bzw. Straße fallen. Deshalb haben wir das Geländer der Kirche bis auf Weiteres abgesperrt und auch an der Straße Flatterband angebracht, um Schaden von Passanten zu vermieden“, so Humburg weiter, „die Kirchengemeinde hat alle notwendigen Schritte in die Wege geleitet, um Schaden von Personen zu vermeiden“. Der Leitungskreis der Gemeinde habe entschieden, den geplanten Familiengottesdienst zum Erntedankfest am kommenden Sonntag, den 8. Oktober, um 11.00 Uhr aus Sicherheitsgründen abzusagen. Alternativ findet am Sonntag um 9.30 Uhr ein Familiengottesdienst in der Kirche in Friedrichsthal statt.

16:21 Uhr +++ Umweltministerium warnt: Betreten des Waldes kann lebensgefährlich sein +++

Nach Mitteilung des Brandenburger Forstministeriums hat „Xavier“ auch für zum Teil chaotische Zustände in den Wäldern gesorgt. Überall wurden Bäume umgeworfen, sind Äste von den Kronen gebrochen. Der Boden ist vom vielen Niederschlag aufgeweicht und es muss damit gerechnet, das weiterhin Bäume umstürzen und abgebrochene Äste von den Bäumen fallen. Auf das Betreten des Waldes sollte in den nächsten Tagen verzichtet werden . Die Forstleute sind nur noch mit Schutzhelm im Wald unterwegs, berichtet das Umweltministerium. Die Aufräumarbeiten laufen inzwischen auf Hochtouren. In den Revieren des Landesforsts werden die Gefahrenstellen gesichert und so schnell wie möglich beseitigt. Das gilt vor allem an Straßen, Eisenbahnstrecken und öffentlichen Wegen sowie in der Nähe von Siedlungen. In einem zweiten Schritt werden dann kleinere Waldwege beräumt und Wildschutzzäune repariert, welche durch umgestürzte Bäume beschädigt wurden. Der Landesbetrieb Forst Brandenburg appelliert an Waldbesucher, dass sie in den nächsten Tagen den Wald und vor allem abgesperrte Bereiche zum eigenen Schutz meiden sollen. Die Arbeiten werden bis mindestens in die Mitte der nächsten Woche andauern. Dann wird es auch eine Bilanz des wirtschaftlichen Schadens geben. Da 60% des Waldes in Brandenburg Privateigentum sind, liegt die Verantwortung der Verkehrssicherung und der Sicherung, wie beim Landesforst auch, beim jeweiligen Waldbesitzer. Im Rahmen ihrer forstbehördlichen Aufgaben sichten die Revierförster des Landesbetriebes Forst die Schäden und informieren bei Bedarf Waldbesitzer, die vielfach nicht am Ort wohnen. Kommen diese ihren Verpflichtungen nicht nach, kann auch eine behördliche Ersatzmaßnahme bei Gefahr im Verzug abgeordnet werden.

14:45 Uhr +++ Teil der historischen Lagermauer in Gedenkstätte Sachsenhausen umgestürzt +++

In der Gedenkstätte Sachsenhausen brachte „Xavier“ am Donnerstagnachmittag gegen 17.00 Uhr Teile der historischen Lagermauer zum Einsturz. Zwischen dem Archivgebäude und dem zentralen Gedenkort „Station Z“ wurde die 1936/37 errichtete, denkmalgeschützte Lagermauer auf einer Länge von etwa 15 Metern umgeworfen. Besucher kamen nicht zu Schaden, da die Gedenkstätte bereits kurz nach 16.00 Uhr geschlossen worden war. Im Bereich der ehemaligen Kommandantur stürzten außerdem mehrere Bäume um, ohne jedoch weiteren Schaden anzurichten. Am Freitag kann die Anlage bereits wieder uneingeschränkt besucht werden, wie die Gedenkstätte am Freitag berichtet.

Die umgestürzte, historische Lagermauer in der Gedenkstätte Sachsenhausen

Die umgestürzte, historische Lagermauer in der Gedenkstätte Sachsenhausen.

Quelle: Gedenkstätte Sachsenhausen

13:37 Uhr +++ Oranienburger Schlosspark teilweise für zwei Wochen gesperrt +++

Teile des Oranienburger Schlossparks sind in den nächsten Tagen gesperrt: Mindestens acht Bäume wurden am Donnerstag entwurzelt und stürzten um. Diese standen überwiegend auf dem Geländes des historischen Parks, wie Pressesprecherin Mona Schröder mitteilt. Hinzu kommen zahlreiche abgebrochene und herabgefallene Äste. Seit Freitagmorgen bereits sind die Mitarbeiter der Tourismus und Kultur Oranienburg gGmbH (TKO) mit den Aufräumarbeiten beschäftigt. In Absprache mit der für Baumschutz zuständigen Sachbearbeiterin der Stadtverwaltung, Katja Gube, sei der historische Park sofort abgesperrt worden. Die Sperrung wird voraussichtlich etwa zwei Wochen lang andauern, in der die Augenscheinnahme des Baumbestandes und die damit verbundenen Aufräumarbeiten vorgenommen werden. Zu den umgestürzten Bäumen gehören zwei alte, große Eichen, die unter anderem den Zaun zum Nachbargrundstück beschädigt. Auch im Eingangsbereich des Parks stürzte ein Baum um und riss zwei der dort stehenden Fahnenmasten mit. Personen kamen auf dem Gelände des Schlossparks nicht zu Schaden. Damit das so bleibt, würden Gäste an der Schlosspark-Kasse ausdrücklich auf die mit dem Betreten des historischen Parks verbundene Lebensgefahr durch herabfallende Äste und ähnliches hingewiesen. Die TKO bittet eindringlich darum, der Aufforderung Folge zu leisten, die Absperrungen zu beachten und den historischen Park nicht zu betreten. TKO-Geschäftsführer Jürgen Höhn, bilanzierte angesichts der Zerstörungen im Park: „Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen.“ So halten sich die Schäden im neuen Park in Grenzen – unter anderem hat der Sturm dort einige Miniaturbauten zerstört. Aber Spiellandschaft und Gartenzimmer haben „Xavier“ weitestgehend unbeschadet überstanden und stehen den Besuchern weiter offen. Auch der Zugang zur Orangerie für Veranstaltungen bleibt über die Kanalstraße gesichert. Das Grüne Klassenzimmer ist lediglich für Führungen über das Amtshauptmannshaus zugänglich.

Dieser Baum stürzte zum Eingangsbereich des Schlossparks um

Dieser Baum stürzte zum Eingangsbereich des Schlossparks um.

Quelle: TKO gGmbH

12:35 Uhr +++ Mühlenbecker Land: Erst dokumentieren, dann eigenverantwortliche fällen und entsorgen +++

Auch in der Gemeinde Mühlenbecker Land hat Xavier Schäden verursacht. Die Gemeindeverwaltung ist bemüht, entwurzelte Straßenbäume und heruntergefallene Äste schnellstmöglich von den öffentlichen Straßen, Wegen und Grünflächen zu beseitigen. Aus diesem Grund sind die Mitarbeiter des Fachdienstes Grünordnung am Freitag im Außendienst unterwegs und deshalb telefonisch nicht erreichbar, wie die Gemeinde mitteilt. Gleichzeitig teilt Birgit Rathmann, Mitarbeiterin des Bürgermeisterbüros, mit, dass Grundstückseigentümer, die auf ihrem Grund und Boden entwurzelte Bäume, heruntergefallene, herabhängende oder angebrochene Äste vorfinden, aufgefordert werden, diese zu entfernen, den Schaden jedoch zuvor per Foto zu dokumentieren. Ebenfalls können schräg stehende und teilentwurzelte Bäume auf Privatgrundstücken eigenverantwortlich gefällt und entsorgt werden. Auch diese Schäden sind zuvor zu dokumentieren, so Rathmann. Zur nachträglichen Begutachtung bittet die Gemeindeverwaltung in der kommenden Woche (KW 41) einen Kontrolltermin mit den Mitarbeitern des Fachdienstes Grünordnung zu vereinbaren.

12:18 Uhr +++ Zugverkehr in der gesamten Region entfällt bis auf einzelne Ausnahmen +++

Aufgrund der großflächig verbundenen Schäden an der Bahn-Infrastruktur entfällt der Zugverkehr bis auf weiteres in der gesamten Region Brandenburg. Darüber informiert die Deutsche Bahn am Freitag. Auf folgenden Streckenabschnitten im Raum Brandenburg/Berlin sei der Zugverkehr teilweise wieder aufgenommen worden: Der RE 6 BB verkehrt zwischen Hennigsdorf und Velten . Der RE 1 BB verkehrt im Abschnitt Magdeburg - Genthin. Alle weiteren Linien entfallen derzeit.

Eine Prognose zur Wiederaufnahme des Regional- und Fernreiseverkehrs auf allen betroffenen Strecken soll laut Deutscher Bahn bis Freitag Nachmittag erfolgen. Hunderte Bahn-Mitarbeiter sind aktuell zur Räumung und Reparatur der Strecken im Einsatz. Auch auf den Bahnhöfen helfen zahlreiche Mitarbeiter bei der Betreuung der Reisenden. Die Deutsche Bahn empfiehlt, Reisen auf den betroffenen Strecken möglichst zu verschieben. Zugtickets für die betroffenen Verbindungen mit Gültigkeit ab Donnerstag, 5. Oktober, behalten laut DB vorsorglich bis einschließlich 15. Oktober. Diese Regelung gilt auch für Tickets mit Zugbindung. Bei Reiseverzicht können Tickets ohne Gebühr zurückgeben werden. Unter der 0 8000 99 66 33 hat die Bahn eine kostenlose Sondertelefonnummer für Reiseauskünfte geschaltet.

12:58 Uhr +++ Feuerwehr bis zum Abend zu 1322 Einsätzen gerufen +++

Alle Feuerwehren des Landkreises Oberhavel waren am Donnerstag bis tief in die Nacht im Einsatz. Das ganze Ausmaß der durch den Orkan verursachten Schäden wird erst in den kommenden Tagen abzuschätzen sein. Kreisbrandmeister Steffen Malucha informierte am Freitag Vormittag, dass die Feuerwehren am Donnerstag bis 21:15 Uhr bereits zu 1.322 Einsätzen gerufen worden waren. Insgesamt waren 808 Einsatzkräfte der Feuerwehren, 21 Helfer des Technischen Hilfswerkes (THW) Gransee und Neuruppin sowie 25 Mitarbeiter der Verwaltung Amt Gransee – wo der Orkan besonders schlimm gewütet hat – im Einsatz. Vorrangig mussten umgestürzte Bäume beseitigt, zerrissene Oberleitungen sowie Schäden an Gebäuden gesichert und Fahrzeuge geborgen werden. Im Norden Oberhavels kam es zudem zu Stromausfällen.

11:47 Uhr +++ Erntedankgottesdienst in Neuholland muss ausfallen +++

Auf Grund schwerer Sturmschäden ist das Gelände um die Kirche in Neuholland gesperrt. Darüber informiert Gemeindekirchenrat Christel Gottemeier am Freitag Vormittag. Aus diesem Grund muss der für den morgigen Sonnabend geplante Erntedankgottesdienst ausfallen.

11:14 Uhr +++ Trauer beim Lindower SV +++

Tiefe Bestürzung beim Lindower SV : Bei der Frau, die am Donnerstag in der Region um Gransee dem Sturm „Xavier“ zum Opfer fiel, handelte es sich um die Mutter und Ehefrau von Vereinsmitgliedern der Grün-Weißen. Sie fuhr mit dem Auto in einen Graben, wo anschließend ein Baum auf den Pkw stürzte. Der Ehemann ist im Vorstand der Abteilung Fußball integriert, der Sohn spielt gar in der ersten Mannschaft in der Landesklasse West. Wir sind mit den Gedanken bei der Familie.

09:37 Uhr +++ Noch massive Beeinträchtigen im S-Bahn-Netz +++

Wie die Berliner S-Bahn-Berlin informiert, gibt es nach der Beseitigung der Unwetterschäden nach wie vor im gesamten S-Bahn-Netz noch massive Beeinträchtigungen. Die S1 verkehrt aktuell zwischen Botanischer Garten und Nordbahnhof sowie zwischen Hohen Neuendorf und Oranienburg. Die Verbindung zwischen Hohen Neuendorf und Oranienburg verkehr laut S-Bahn Berlin aktuell im 40-Minuten-Takt. Zwischen Schönholz und Hohen Neuendorf besteht Schienenersatzverkehr.

08:44 Uhr: +++ 750 witterungsbedingte Einsätze der Polizei +++

Mit rund 750 witterungsbedingten Einsätzen hatte die Polizei des Landes Brandenburg am Donnerstagnachmittag ab 14 Uhr in Zusammenhang mit Sturmtief Xavier zu kämpfen. Durch umgestürzte Bäume und Unfälle ereigneten sich 22 Verkehrsunfälle mit Personenschaden und über 100 Verkehrsunfälle mit Sachschaden.

Zwischen 14 und 20 Uhr gingen im Einsatz- und Lagezentrum der Polizei des Landes Brandenburg etwa 4.500 Notrufe ein. Zum Vergleich – an einem „normalen“ Tag sind es durchschnittlich ca. 1.000 Notrufe in 24 Stunden. Zeitgleich wählten in Spitzenzeiten bis zu 60 Anrufer gleichzeitig den Notruf der Polizei.

08:27 Uhr: +++ Vier Menschen sterben in Brandenburg +++

Tragische Bilanz nach dem Orkantief: Insgesamt 22 Verkehrsunfälle mit Personenschaden ereigneten sich, während der Sturm durch das Land Brandenburg zog. Das vermeldete die Polizei in einer ersten Zwischenbilanz am späten Donnerstagabend. Vier Menschen kamen dabei im Land ums Leben, 24 wurden verletzt.

Am späten Donnerstagabend bestätigte die Polizei den Tod einer 54-jährigen Autofahrerin, die kurz nach 17 Uhr in Schönermark bei Gransee in einen Graben gefahren war. Anschließend stürzte ein Baum auf den Pkw, der die 54-Jährige tödlich verletzte.

Kurz vorher war der Polizei bereits ein Verkehrsunfall im Landkreis Ostprignitz-Ruppin gemeldet worden: Zwischen Lindow (Mark) und Schönberg (Mark) kam es um 16:52 Uhr auf der L19 aufgrund eines herabstürzenden Astes zu einem Pkw-Unfall, wobei der 26-jährige Beifahrer ums Leben kam.

Gegen 18 Uhr stürzte im Landkreis Oder-Spree zwischen Merz und Ragow auf der Kreisstraße 6718 ein Baum auf einen fahrenden PKW. Dabei wurde ein 33-Jähriger tödlich verletzt.

Ein 72-jähriger Fußgänger starb auf der B1 im Landkreis Märkisch-Oderland zwischen Müncheberg und Hoppegarten, als er gegen 18 Uhr die Straße beräumen wollte und dabei von einem umstürzenden Baum erschlagen wurde.

Mehr: „ Orkantief fordert ein Todesopfer bei Gransee

Von MAZonline

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