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Oberhavel Zahl der technischen Hilfseinsätze rasant gestiegen
Lokales Oberhavel Zahl der technischen Hilfseinsätze rasant gestiegen
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16:24 27.01.2016
Friedmund Duwe im Depot in der Julius-Leber-Straße.
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Oranienburg

Um 0.17 Uhr begann für die Oranienburger Feuerwehr das Jahr 2016: Eine Hecke in der Berliner Straße stand in Flammen. Und wenig später ein Container an der Granseer Straße. Mit den Folgen von Böllern auf Irrwegen beginnt wohl jedes Jahr für die Diensthabenden in der Julius-Leber-Straße.

„2015 war für uns aber ein eher durchschnittliches Jahr. Ohne heftige Stürme oder Regenfälle, die uns viele Einsätze bescheren“, resümiert Stadtbrandmeister Friedmund Duwe. 2015 wurden die Hauptamtlichen zu 87 Bränden gerufen (2014: 88). Sprunghaft gestiegen ist die Zahl der technischen Hilfeleistungen von 274 im Jahr 2014 auf 437 im vergangenen Jahr.

Bei drei dramatischen Unfällen, bei denen Radfahrer zu Tode kamen, war kurz vor Jahresende auch die Hilfe der Feuerwehrleute gefragt. Duwe sieht da nicht allein die Schuld bei den Auto- und Truckfahrern: „Trotz aller Spiegel, man sieht einen Radfahrer aus dem Lkw einfach nicht immer.“ Jeder müsse aufmerksam agieren, mitdenken. Er bedauert zum Beispiel, dass es in Deutschland keine Radwegpflicht gibt. So werde kreuz und quer geradelt, ohne Licht und entgegen der Richtung. „Tragisch sind derartige Unfälle immer.“

Zur Sparte der technischen Hilfeleistungen gehört auch die sogenannten „Notöffnungen“ von Wohnungen. „Da quillt der Briefkasten über, hat jemand seinen Nachbarn nicht wie gewohnt mit dem Hund gesehen, dann rufe sie bei uns an.“ Duwe findet das richtig: „Man kümmert sich, achtete aufeinandern.“ In Zweidritteln der Fälle liegt auch wirklich ein Notfall vor, ist jemand gestürzt oder alleinstehend und krank. „Bevor wir die Tür kaputt machen, sehen wir, ob wir ein Fenster öffnen können. Das sei schneller zu reparieren und billiger. „Liegt dort jemand leblos, geht es immer auf dem kürzesten Weg rein.“ Sei der Nachbar doch nur im Krankenhaus und hat nicht Bescheid gesagt, „machen wir ein neues Schloss rein und fertig".

Böswillig missbraucht werde der Notruf kaum. „Fehlalarme gab es 2015 109-mal, aber das ist handeln im guten Glauben.“ Mehrfach musste die Feuerwehr zum Beispiel schon zum Gasheizkraftwerk an der Kremmener Straße ausrücken. Dort hielten Anrufer den austretenden Wasserdampf für Feuerqualm. Gibt es für einen derartigen Fehlalarm eine Rechnung? „Nein. Lieber einmal umsonst, als ein Großbrand“, sieht es Duwe.

Wird auf den Straßen eigentlich Platz gemacht, wenn die Feuerwehr anrückt? „Nein, nicht immer. Mancher muss unbedingt die Lücke nutzen, die der Vordermann lässt. Was sich da so abspielt“, sagt Duwe und winkt ab. Dabei sei bremsen mit den großen Tankern und den mit Hightech beladenen Fahrzeugen nicht einfach. Er fahre jetzt immer auf der linken Spur im Gegenverkehr voraus, anders können man oft keine Platz schaffen“, bedauert er solche Rücksichtslosigkeit. „Wir müssen schließlich schnell sein.“ Acht bis zehn Minuten ist die Richtzeit, in der die Feuerwehr zum Beispiel in der City am Einsatzort sein soll, „aber wenn vor allem in den Sommerferien die Schlossbrücke zu ist, kann man nichts machen. Mühe geben wir uns immer.“

Mit der personellen Ausstattung ist der Stadtbrandmeister nicht ganz zufrieden: Sechs Feuerwehrleute sollen es pro Schicht sein, bei 26 Hauptamtlichen gebe es da kaum Reserven. „Ausfälle sind nicht geplant“. Generell sei die Nachwuchswerbung wichtig, die auch bei der Oranienburger Feuerwehr läuft. Nur so könne das Mitgliederlevel auch bei den Freiwilligen gehalten werden. Dabei habe die Oranienburger Wehr gegenüber anderen einen großen Vorteil: „Wenn wir Einsatzkräfte brauchen, ziehen wir Löschzüge zusammen. Bei uns ist selten Not.“ Und doch kommt es vor: Das letzte Mal 2014, erinnert sich Duwe, als in der Ortsmitte von Zehlendorf ein Dreiseithof lichterloh brannte. Und das bei 35 Grad. „Da kommen auch Feuerwehrleute an ihre Grenzen.“

Den ungewöhnlichsten Einsatz 2015 gab es wohl im Garten einer Oranienburgerin: Eine Schlange hatte sich in einem Liegestuhl verschanzt. Zum Glück ein ungiftiges Exemplar, das im „Zoohaus Strate“ Quartier bezog. „Aber so was brauch’ ich nicht öfter“, meint der Stadtbrandmeister.

Von Heike Bergt

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