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Zahlen bis zum letzten Tag

Für Kerstin Kausche ist am Freitag der letzte Arbeitstag im Schloss Zahlen bis zum letzten Tag

Nach 16 Jahren in der Oranienburger Stadtverwaltung ist für Kerstin Kausche (CDU) am Freitag der letzte Arbeitstag. Ihre Amtszeit als 1. Beigeordnete geht zu Ende. Doch die Stelle auch der Kämmerin bleibt vorerst unbesetzt. Ein Gespräch.

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Hat noch viele Eisen im Feuer: Kerstin Kausche

Quelle: Heike Bergt

Oranienburg. Nach 16 Jahren in der Oranienburger Stadtverwaltung hat die 1. Beigeordnete und Kämmerin Kerstin Kausche (CDU) aus Lehnitz am morgigen Freitag dort ihren letzten Arbeitstag.

MAZ: Was wollen Sie bis morgen noch unbedingt zu Ende bringen?

Kerstin Kausche: Der Haushalt 2016. Der steht im Wesentlichen und gestern fand die letzte Abstimmung dazu statt. Eingebracht werden soll er am 7. Dezember. Aber es sind noch wichtige Dinge nicht drin, wie die Hochrechnungen zu den künftigen Kinderzahlen in der Stadt, die im November in den Fachausschüssen vorgestellt werden. Fazit: Spätestens im Jahr 2020 haben wir keine Kapazitäten mehr, weder in den Schulen, noch in den Kitas. Auswirkungen müssen deshalb schnell im Haushalt diskutiert werden. Dabei pendeln wir uns bei den Finanzen bei einem jährlichen Defizit von 2,5 bis drei Millionen Euro ein. Ebenso wichtig war mir der Jahresabschluss 2014 und die Erhöhung der Rückstellungen für die Munitionssuche in der Stadt von 71 auf 154 Millionen Euro.

Haben Sie Ihre Entlassungsurkunde bereits erhalten?

Kausche : Ja, damit bin ich zum 31. Oktober in den Ruhestand versetzt.

Haben Sie vom Bürgermeister erfahren können, warum? In den letzen Jahren hatte er stets ihre Kompetenz in Sachen Finanzen und Haushaltsführung gelobt?

Kausche: Er hat es mit dem offiziellen Ende meiner Amtszeit als 1. Beigeordnete begründet. Und einem angeblich zerrütteten Verhältnis. Und, dass ich mich verändert hätte. Dem ist natürlich so. Aber ich war in den letzten Jahren immer dran, Probleme zu lösen. Das hat mich entschiedener, selbstbewusster gemacht. Aus meiner Sicht hat er sich benutzen lassen. Mitarbeiter in der Verwaltung haben es befördert, mich aus dem Feld zu schlagen.

Gibt es am Freitag eine Verabschiedung?

Kausche : Nein, inzwischen möchte ich das auch gar nicht mehr.

Was machen Sie ab Montag?

Kausche : Im November erst mal nur das, worauf ich Lust habe. Die Adventszeit wird mal nicht so hektisch. Künftig möchte ich in der Kommunalberatung aktiv sein, anderen Kommunen helfen, die, wie wir anfangs auch, vor der doppischen Haushaltsführung wie vor einem unüberwindbaren Gebirge stehen. Zum Thema inklusive Bildung möchte ich mich weiter umtun und die Seniorengenossenschaft voranbringen. Warum soll es nicht auch eine Seniorenuni geben. Gerade bei älteren Menschen liegen so viele Potenziale und ein Erfahrungsschatz brach. Zudem habe ich mich fürs Mentorenprogramm beim Helene Weber Kolleg beworben, möchte eine Nachwuchspolitikerin begleiten. Und da ist das Luther-Apfelbaum-Projet. Wir sind jetzt bei Baum sieben!

In zwei Jahren wird ein neuer Bürgermeister gewählt. Werden Sie kandidieren?

Kausche : Ja. Voraussetzung ist natürlich die Aufstellung durch die Mitgliederversammlung der CDU.

Interview: Heike Bergt

Von Heike Bergt

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