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Die Straße gehört der Stadt

Bürgerinitiative kämpft um Erahlt des Feldsteinpflasters Die Straße gehört der Stadt

Wo gibt es heute außerhalb von denkmalgeschützten Innenstädten noch Straßen mit einer Feldsteinpflasterung. Fast überall hat sich Asphalt als Deckschicht durchgesetzt. Die Zehdenicker Bürgerinitiative „Rettet die historische Kampstraße“ möchte jetzt wenigstens vor ihrer Haustür den Pflasterstein bewahren und hat dafür 100 Unterschriften gesammelt.

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Die Kampstraße auf einer Postkarte, die ein einer Verwaltungsakte gefunden wurde.

Quelle: Stadtverwaltung Zehdenick

Zehdenick. Die Stadt Zehdenick beabsichtigt die Sanierung der baufälligen Fahrbahn samt Gehweg im Jahr 2017. Eine Mehrheit der Grundstücksbesitzer hat sich in einer Umfrage, die die Stadt im vergangenen Jahr initiiert hatte, für Asphalt ausgesprochen. Das hält die Bürgerinitiative nicht davon ab, weiter für das Feldsteinpflaster zu kämpfen.

Am Sonntag, 1. Juni, soll nun auch eine Internetseite freigeschaltet werden, die unter der Adresse www.historische-kampstraße.de läuft. Dort sind einige Informationen zur Straße sowie historische Bilder zu sehen. Darüber hinaus beginnt die Bürgerinitiative jetzt mit dem Sammeln von historischen Dokumenten, die im kommenden Jahr zu einem Buch zusammengefasst werden sollen. Alle Anlieger der Straße sowie auch geschichtsbegeisterte Zehdenicker sind aufgefordert, mal nach interessanten Stücken zu suchen, die in diesem Kompendium aufgenommen werden könnten. Die Erinnerung an die frühen Jahre soll 2015, genau 100 Jahre nach dem Bau der Kampstraße erscheinen.

Ungeachtet dessen, haben die Initiatoren der Bürgerinitiative jetzt Post von der Zehdenicker Stadtverwaltung bekommen. Darin sind nun mit einer einjährigen Verspätung all jene Fragen beantwortet, die einige der Anlieger im Mai 2013 formuliert hatten. Der Bürgerinitiative geht es nach eigener Auskunft um einen schonenden und vor allem kostengünstigen Ausbau der Straße, da die Anlieger 60 Prozent der Investitionssumme über Beiträge bezahlen müssen. Deshalb zielte die erste Frage, warum nicht die alten Steine, die jetzt in der Straße liegen, wiederverwendet werden können. Zwei Gründe nennt die Stadt: Zunächst sei es eine wirtschaftliche Erwägung – höhere Kosten in der Herstellung und die aufwändigere bauliche Unterhaltung. Zudem seien im Straßenverlauf keine Einzeldenkmäler vorhanden. Insofern sei kein denkmalgerechter Umgebungsschutz zu berücksichtigen. Nur dann wären Auflagen zu erwarten, die die Verwendung von Natursteinmaterialien zur Folge haben würden, schreibt die Stadtverwaltung.

Die Initiative einiger Anlieger erfuhr in diesem Zusammenhang auch, dass die Hausbesitzer vor 100 Jahren zwar auch an den Kosten des Straßenbaus beteiligt wurden, den jetzigen Eigentümern deshalb aber nicht der Straßenbelag gehöre. Die Straße wird dem „Anlieger- und  Gemeingebrauch“ als öffentliche Straße zur Verfügung gestellt und gehöre dementsprechend der Stadt. Es lasse sich kein „Besitzanspruch privater Dritter an dem Straßenkörper“ ausmachen.

Von Andreas Röhl

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