Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Zehdenick Feuerwehrleute pflegen Kameradschaft
Lokales Oberhavel Zehdenick Feuerwehrleute pflegen Kameradschaft
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:52 27.11.2018
Der Löschzug Zehdenick der Freiwilligen Feuerwehr am Gerätehaus. Quelle: Martina Burghardt
Zehdenick

„Das hier ist wie eine Familie“, sagt Nico Tessmer. So wie der Löschzugführer der Freiwilligen Feuerwehr Zehdenick empfinden es wohl die meisten seiner Kameraden. Sie verstehen darunter Gemeinschaft, Vertrauen, gegenseitige Unterstützung. Und manchmal sind sie tatsächlich miteinander verwandt, wie die Bergemanns/Herrmanns, die in Zehdenick freiwillig löschen, bergen, retten und den Nachwuchs ausbilden. Wenn auch nicht überall die Feuerwehrleute ihre eigene Familie dabei haben, ist es doch durchaus Tradition, dass die Verbindung über mehrere Generationen anhält. So wie bei Nico Tessmer, dessen Opa und Vater und mittlerweile auch der Sohn bei der Feuerwehr waren und sind.

„Es ist auch aufregend“

Regelmäßige Aus- und Weiterbildung, beinahe täglich Einsätze – da reicht ein guter Wille allein nicht aus. Die Familie muss mitspielen, die Gesundheit sowieso und der Arbeitgeber natürlich auch. „Man bindet sich viel Zeit ans Bein“, sagt Steffen Herrmann, der erst mit über 40 die Uniform anzog. Er hatte einst seine Kinder zur Jugendfeuerwehr geschickt. Als die Zahl der Aktiven abnahm, haben sie ihn geholt. „Da entwickelt sich eine Gruppendynamik. Das ist wie eine soziale Erpressung“, sagt er. „Aber es ist auch aufregend, jeder will doch mal ein Held sein.“ Das wiege die belastenden Momente, die es bei den Einsätzen gebe, wieder auf.

Löschzugführer Nico Tessmer bei der Freiwilligen Feuerwehr Zehdenick Quelle: Martina Burghardt

„Anderen in Notsituationen zu helfen, den eigenen Horizont erweitern“, das war für Nico Tessmer die Motivation, Feuerwehrmann zu werden. Der 36-Jährige ist seit Anfang des Jahres Löschzugführer, hat nun die Verantwortung für die Truppe in Zehdenick. Die neue Aufgabe habe ihn gereizt, erklärt er, warum er nun noch mehr freie Zeit bei der Feuerwehr verbringt. „Früher hatte ich ein großes Mundwerk und wusste, was man alles besser machen kann“, sagt er freimütig. „Nun habe ich den Blick hinter die Kulissen, weiß, wie die Zahnräder ineinander greifen.“ Der gelernte Wasserbauer ist im öffentlichen Dienst beschäftigt und hat deshalb den nötigen Freiraum, sich für das Ehrenamt zu qualifizieren.

Jenny Bäde und Chris Bergemann sind Anwärter der Freiwilligen Feuerwehr Zehdenick Quelle: Martina Burghardt

Jenny Bäde ist erst seit einigen Monaten dabei. Sie hat die Truppmannausbildung absolviert, sich dabei Grundwissen angeeignet und ist Einsätze mitgefahren. Die 36-Jährige fängt allerdings nicht bei null an. Sie war früher beim Technischen Hilfswerk und Rettungsschwimmerin. Nun lernt sie die Dienstvorschriften und hat schon einen Lieblingsjob beim Feuerwehreinsatz: Das Strahlrohr halten, wenn ein anderer den Schlauch hält. Das ist das Größte.

Ernennung zum Feuerwehrmann

Denselben Lehrgang hat Chris besucht – einer von den Bergemanns. Auch er ist Anwärter, aber schon seit acht Jahren bei der freiwilligen Feuerwehr. Für ihn ist die Kameradschaft das Beste an dieser Art von Freizeitbeschäftigung. Bei der Jahreshauptversammlung am 18. Januar 2019 werden Jenny Bäde und Chris Herrmann zu Feuerwehrfrau und Feuerwehrmann ernannt.

Übungstag für die Jugendfeuerwehr bei der Freiwilligen Feuerwehr Zehdenick Quelle: Martina Burghardt

Leider ist es keine Selbstverständlichkeit, dass die Jugendfeuerwehr die Reihen der Aktiven auffüllt. Und so gibt es auch in Zehdenick Nachwuchssorgen, obwohl die Kinder- und Jugendwehr „rammelvoll“ ist, wie Jugendwart Bernd Gesch (58) berichtet. Er selbst ist seit 26 Jahren bei der Feuerwehr und betreut gemeinsam mit Danjela Lindner und Heike Bergemann den Nachwuchs. „Wir haben mit als erste im Landkreis vor fünf, sechs Jahren die Arbeitsgemeinschaften eingeführt“, erklärt Bernd Gesch die positive Entwicklung. Schwierig wird es, wenn die Jugendlichen von der Schule abgehen und anderswo eine Ausbildung beginnen.

Zu wenig Einsatzkräfte

„Für eine Stadt wie Zehdenick sind 39 Einsatzkräfte zu wenig“, schätzt Nico Tessmer die Lage ein. Zweimal in diesem Jahr musste ein Einsatz abgesagt werden, weil nicht genügend Kameraden mit der entsprechenden Qualifikation verfügbar waren. Und gerade in diesem Jahr war die Zahl der Brandeinsätze deutlich höher als sonst. Die Zehdenicker halfen unter anderem bei den großen Waldbränden in Treuenbrietzen und Fichtenwalde.

Dankbar für Wertschätzung

Deshalb freut sich der Löschzugführer besonders über die Wertschätzung, die den freiwilligen Helfern entgegenbracht wird. In diesem Jahr kam sie von einer Jubilarin, die zu ihrem Geburtstag auf Geschenke verzichtete und das Geld der Jugendfeuerwehr spendete. „Die Aufmerksamkeit von Bürgern sind wir nicht so gewöhnt“, sagt Nico Tessmer.

Bereit zum Einsatz: die Freiwillige Feuerwehr Zehdenick Quelle: Martina Burghardt

Wertgeschätzt wird auf jeden Fall die Leistung derer, die nicht mehr aktiv sind und nun zur Alters- und Ehrenabteilung gehören. Beispielsweise organisiert der Kameradschaftsverein des Löschzugs Zehdenick Veranstaltungen und Zusammenkünfte und unterstützt andere Vereine in der Stadt. Als nächstes stehen die Weihnachtsfeier für die älteren Kameraden, das Eisbaden am zweiten Weihnachtsfeiertag und das Weihnachtsbaumverbrennen im Januar an.

Von Martina Burghardt

Glienicke Polizeibericht Oberhavel vom 27. November 2018 - Polizeiüberblick: Auto zerkratzt

Hakenkreuz in einer Zehdenicker Mauer, entwendetes Altmetall in Hennigsdorf und Werkstatteinbruch in Güldenhof

27.11.2018

Ein schwerer Verkehrsunfall ereignete sich am Dienstag auf der Ortsverbindungsstraße zwischen Liebenberg und Bergsdorf. Ein Lkw-Fahrer verlor während der Fahrt mit seiner Maschine plötzlich das Bewusstsein.

27.11.2018

Die Kreismusikschule Oberhavel lädt für den 1. Dezember wieder zu ihrem traditionellen Weihnachtskonzert nach Zehdenick ein.

26.11.2018