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Zehdenick Erfolgsgeheimnis Familienbetrieb
Lokales Oberhavel Zehdenick Erfolgsgeheimnis Familienbetrieb
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19:20 29.06.2018
Hans-Joachim Schröder. Quelle: Uwe Halling
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Zehdenick

Die Gaststätte Schröder in Zehdenick befindet sich seit 1914 im Familienbesitz. Herrmann Schröder hatte sie damals gekauft. Viele Jahre liefen Gaststätte und Lebensmittelgeschäft parallel. Nach Herrmann führten Johannes, Hans-Joachim und seit zehn Jahren Heiko Schröder das Haus in der Berliner Straße. Hans-Joachim war von 1978 an 30 Jahre lang Chef des Hauses.

MAZ: Die Gaststätte ist seit 1914 im Familienbesitz – zuerst betrieb Ihr Großvater das Haus, dann Ihr Vater. War es für Sie zwangsläufig, dass Sie Ihrem Vater folgten?

Nein, überhaupt nicht. Ich hatte mir mein Leben anders vorgestellt, denn ich wusste, dass es in der Branche kein Familienleben mehr gibt, man ständig in der Gaststätte steht.

Was hat Sie dazu gebracht, doch in die Fußstapfen Ihres Vaters zu treten?

Das war 1978, ich wollte meine Mutter mit der Gaststätte nicht allein lassen und bin mit eingestiegen. Ich bin gelernter Werkzeugmacher, habe in Ruhla gelernt und wurde später Maschinenbauingenieur. Und dann stellte sich die Frage, ob ich einsteige oder nicht. Ich entschied mich für die Kneipe. Und wenn ich jetzt zurückblicke, muss ich sagen, dass ich nichts bereut habe.

„Schröder“ ist in der Region ein großer Begriff – sicherlich auch wegen der langen Tradition. Was ist das Erfolgsgeheimnis an der Gaststätte?

Ich weiß nicht genau, vielleicht ist es die Tatsache, dass wir immer gesagt haben, dass wir vorrangig Angebote für die Menschen aus der Region machen und nicht für Gäste aus der Stadt, die womöglich höhere Preise gewohnt sind. Hier war es schon immer günstig. Es hätte zumindest zu DDR-Zeiten für uns auch keine Auswirkungen gehabt, wenn wir die Preise erhöht hätten. Wir hätten nicht mehr verdient, die Chance gab es damals gar nicht. An einem Glas Bier zum Beispiel verdienten wir drei Pfennige, Betriebskosten mussten davon aber auch gezahlt werden. Hätten wir höhere Preise verlangt, hätten wir das Geld ans Finanzamt weitergeben müssen. Also blieben die Preise günstig.

Nach der Wende war alles anders – welche Auswirkungen hatte sie auf den Betrieb der Gaststätte?

Wir wurden quasi ins kalte Wasser geworfen und mussten zusehen, wie wir klarkommen. Ich kann für mich sagen, dass die Wende überhaupt keinen negativen Einfluss auf den Betrieb der Gaststätte hatte. Was die Preise anging, habe ich immer aus dem Bauch heraus entschieden, was wir für die Getränke oder fürs Essen nehmen. Damit sind wir ganz gut gefahren.

Gerade in der Winterzeit sind viele Unternehmen – auch Gaststätten – von der Bildfläche verschwunden. Stand die Existenz der Gaststätte Schröder mal auf der Kippe?

Nein. Wir hatten nach der Wende dann die Möglichkeit, in dieses Haus zu investieren. So haben wir zum Beispiel den Gastraum vergrößert, in dem wir die Wand zum ehemaligen Wohnzimmer durchbrochen haben, um mehr Platz zu schaffen. Außerdem haben wir die Toiletten und die Küche erneuert.

Was hält so ein kleines Unternehmen so lange am Leben?

Ich denke, das es im wesentlichen damit zu tun hat, dass es ein Familienbetrieb ist. Der Zeitaufwand ist natürlich sehr hoch, aber darauf darf man nicht gucken

Von Stefan Blumberg

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