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Zehdenick Stadt will keine Erdgasförderung
Lokales Oberhavel Zehdenick Stadt will keine Erdgasförderung
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19:22 15.03.2019
Bürgerinitiative Gegen Gasbohren bei der Stadtverordnetenversammlung in Zehdenick. Quelle: Martina Burghardt
Zehdenick

 Die Bürgerinitiative Gegen Gasbohren Zehdenick, Templin, Gransee lässt nicht locker. Zu Beginn der Stadtverordnetenversammlung Zehdenick hatten sich wieder etliche Gegner der geplanten Erdgasförderung vor dem Rathaus am Markt eingefunden und die meisten Zuschauerplätze im Ratssaal besetzt.

Protest der Bürgerinitiative Gegen Gasbohren bei der Stadtverordnetenversammlung am 14. März in Zehdenick Quelle: Martina Burghardt

Auf Nachfrage von Sprecher Ralph Riesenberg, welche Meinung das Zehdenicker Stadtparlament vertrete, verlas Hartmut Leib (SPD), Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung, ein Statement, auf das sich die Fraktionen nach der Gesprächsrunde am Montag geeinigt hatten. Damit sprechen sie sich „mehrheitlich klar“ gegen Probebohrungen und Erdgasförderung aus. Ob auf dieser Grundlage ein Beschluss formuliert und gefasst werden soll, werde er, so Hartmut Leib, mit den Fraktionen besprechen.

Gespräch unter Bürgermeistern angekündigt

Dirk Wendland, stellvertretender Bürgermeister, kündigte an, sich „mit den Hauptverwaltungsbeamten in Gransee und Templin“ in Verbindungen zu setzen und über „gemeinsame Aktionen“ zu beraten. Er werde „natürlich“ auch am 6. April an der Demonstration der Bürgerinitiative Gegen Gasbohren teilnehmen, erklärte er.

Auch wenn sich die Stadtverordneten mehrheitlich gegen die geplante Erdgasförderung aussprechen, dürfte das keine Auswirkungen auf die Entscheidungen der Genehmigungsbehörde, des Landesbergamtes, haben. Darauf macht erneut Bernd Reinicke (Bürger für Zehdenick) aufmerksam. Er riet der Bürgerinitiative, ihren Protest in diese Richtung zu lenken. Außerdem stünden die Landtagsabgeordneten kurz vor der Wahl. Dort solle man sich den politischen Rückenwind holen.

Protest in die Landespolitik tragen

Genau diese Unterstützung verspricht sich die Bürgerinitiative von den Stadtverordneten. Von ihnen wird nun erwartet, dass sie die Landtagsabgeordneten ihrer Parteien über den Protest in Zehdenick informieren.

„Wenn die Stadt jetzt wieder auf neue Anträge wartet, dann werden Tatsachen geschaffen“, befürchtet Ralph Riesenberg. „Wir wollen ab heute gemeinsam kämpfen. Ich möchte Unterstützer haben, die nicht abwarten“, sagte er und bekam dafür Applaus von seinen Mitstreitern im Saal. Carmen Kersten übergab während der Einwohnerfragestunde Listen mit 520 Protest-Unterschriften, die in den vergangenen zweieinhalb Wochen gesammelt wurden, an Hartmut Leib.

Dass man die Gasförderung auf politischem Weg verhindern müsse, forderte auch Walter Trambow, Naturschützer und Gründer der Stiftung „Lüttge Heide“, der bereits 2015 gegen die Pläne protestiert hatte. Die Stadt müsse dafür zusammen stehen.

Vertrauliches weitererzählt

Obwohl bei der Sitzung erneut betont wurde, dass man auf ein Miteinander und einen friedlichen Protest setzt, gab es doch Unmut. Er sei „erschrocken über die Nachfolgen des Montags“, sagte Norbert Gerth (SPD). Was in der nicht öffentlichen Runde nach dem Gespräch über die Folgen einer möglichen Erdgasförderung in Zehdenick besprochen wurde, sei in die Öffentlichkeit getragen worden. Darüber sei er enttäuscht und empört. „Wir haben uns verständigt, dass das kein Wahlkampfthema sein soll“, sagte Norbert Gerth, der seine Meinung zum Thema Gasbohren als „etwas breiter gefasst“ beschrieb. Er lasse sich nicht unter Druck setzen, eine Unterschrift zu leisten.

Von Martina Burghardt

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