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Zehdenick Ecstasy-Dealer wird verurteilt
Lokales Oberhavel Zehdenick Ecstasy-Dealer wird verurteilt
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18:15 06.07.2018
Der Mann soll auch mit Ecstasy gedealt haben. Quelle: dpa
Zehdenick

Vier Prozesstage benötigte das Zehdenicker Schöffengericht, um am Freitag ein Urteil gegen den angeklagten Andre S. zu fällen. Der Fürstenberger, der zu den Vorwürfen schwieg, soll nach Überzeugung des Staatsanwaltes und der Richter im Jahr 2015 in 40 Fällen Amphetamine, also Speed, und Ecstasy an Florian W., der als Hauptbelastungszeuge auftrat, verkauft haben (MAZ berichtete).

Das Gericht stützte sich auf die Aussagen des 21-Jährigen und verurteilte den Angeklagten nach zweieinhalbstündiger Beratung hinter verschlossenen Türen zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und neun Monaten, die auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt werden. Der Hartz IV-Empfänger erhält einen Bewährungshelfer und muss als Auflage 120 gemeinnützige Arbeitsstunden zu Gunsten seiner Heimatstadt leisten. In dem Urteil ist auch der unerlaubte Besitz von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge enthalten, die bei einer Wohnungsdurchsuchung des Verurteilten im Dezember 2016 gefunden wurden. Neben 250 Ecstasytabletten und 180 Gramm Cannabis wurden szenetypische Utensilien – Verpackungstütchen, Feinwaage, 300 Euro gestückeltes Geld und ein „Kundenbuch“ sichergestellt.

Die Staatsanwaltschaft wollte zweieinhalb Jahre Gefängnis

Der Verteidiger bezweifelte dagegen, dass Florian W. 40-Mal bei dem Angeklagten Drogen gekauft hätte. Seiner Meinung nach habe der sich bei seiner Zeugenaussage in erhebliche Widersprüche verwickelt und sei unglaubwürdig. Da es keine weiteren Zeugen gegeben habe, müsse sein Mandant freigesprochen werden. Und weiter, die bei der Razzia gefundenen Drogen seien zwar unstrittig, aber man könne dem Angeklagten nur den Besitz und nicht das Handeltreiben damit vorwerfen. Somit sei von einem minderschweren Fall auszugehen, der höchstens mit einem Jahr Freiheitsstrafe zu ahnden sei, die zur Bewährung stünden, so der Verteidiger.

Der Staatsanwalt hatte zuvor in seinem Plädoyer zweieinhalb Jahre Gefängnis beantragt. Er sah den 29-jährigen Fürstenberger in allen Anklagepunkten überführt und schuldig. Florian W. als Kronzeuge sei „frappierend ehrlich“ aufgetreten und absolut glaubwürdig in seinen Augen, betonte der Ankläger.

Ähnlich sah das Gericht den Zeugen. In seiner Urteilsbegründung bestärkte der Vorsitzende die Glaubwürdigkeit von Florian W., der sich freiwillig der Polizei gestellt hatte und sich trotz Belehrung bei seinen dortigen Aussagen selbst belastet habe. Er machte reinen Tisch und nahm sogar in Kauf, dass er sich daraufhin selbst ein Verfahren wegen unerlaubten Drogenbesitzes einhandelte und deshalb auch schon rechtskräftig verurteilt wurde.

Lediglich bei der Strafzumessung gingen die Meinungen des Anklägers und der Richter ausein­ander. Ein Jahr und neun Monate seien als Abschreckung ausreichend, wobei das Gericht dem Angeklagten zugute hielt, dass die Sache nun schon drei Jahre zurück liegt und Andre S. nicht einschlägig vorbestraft sei. Gegen ihn wären zuvor lediglich zwei geringere Geldstrafen verhängt worden.

Von Helmut Schneider

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