Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Zehdenick Ein Engländer an der Havel
Lokales Oberhavel Zehdenick Ein Engländer an der Havel
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:15 06.07.2018
Steve Smith auf seinem Balkon mit Blick auf die Havel und die Hastbrücke. Quelle: Martina Burghardt
Anzeige
Zehdenick

 Längst hat Steve Smith seine Passion gefunden. Und eine neue Heimat noch dazu. Dass es ihn einmal ins Brandenburgische verschlagen würde, konnte er als junger Mann nicht ahnen. Denn da hatte er bereits viel von der Welt gesehen.

Von Jugend an auf dem Bau

1956 wurde Steve Smith in Burmingham geboren. Der Vater war bei der Royal Air Force und alle paar Jahre woanders stationiert. Viele Schulen lernte der Junge kennen und hatte schon früh die Nase voll davon. Er ging auf den Bau und arbeitete für englische Firmen, auch in Deutschland. So lernte er einen Lehmputz-Hersteller kennen, ist bis heute mit ihm befreundet.

Von Lehm überzeugt

„Lehm ist der beste Baustoff“, ist Steve Smith überzeugt. „Er ist gesund, sorgt für ein gutes Klima und ein gutes Gefühl.“ Gefühle waren auch im Spiel, als sich der Engländer vor 15 Jahren in Zehdenick niederließ. Zuerst pendelte er – zwischen Deutschland und England, dann zwischen Berlin und Zehdenick. Mit seiner Freundin bewohnt er eine Wohnung direkt an der Hastbrücke, dort wo täglich Boote die Havelschleuse passieren. Einen schöneren Platz zum Leben kann sich Steve Smith gar nicht mehr vorstellen.

Alles selbst beigebracht

Die Wohnung hat er selbst renoviert. An den Wänden – natürlich Lehmputz in verschiedenen Farben. Wie man mit dem Baustoff umgeht, hat Steve Smith nicht aus Büchern gelernt, sondern indem er alles ausprobiert hat. „Lehmbauten haben 250 Jahre Bestand“, sagt er. „Alles, was neu erfunden wurde, hält 70 oder 80 Jahre. Ich verstehe nicht, warum die Leute altes, gesundes Material herausreißen und mit Gips oder Kalk putzen.“

Der Job fürs Leben

Dass man für die Arbeit mit Lehm mehr Geduld braucht, weil der Prozess etwas aufwendiger ist und zum Beispiel die Trocknung länger dauert, kommt Steve Smith entgegen. Stress will er sich nicht machen und überlegt deshalb genau, welche Aufträge er annimmt. „Wenn einen der Job interessiert, kann man es besser machen“, ist eine seiner Lebensweisheiten. „Und ich liebe meinen Job.“

Wenig Handwerker-Nachwuchs

Die Lehmbauer in Deutschland kennen sich unterein­ander, erzählt er und spricht von einer „Lehm-Community“. Deshalb gibt es überall Arbeit für Steve Smith, natürlich auch in der näheren Umgebung von Zehdenick. Die Mund-zu-Mund-Propaganda erspart die Werbung. Aufgefallen ist ihm dabei, dass wenig junge Handwerker in der Branche tätig sind. Ein Widerspruch zu dem Trend, dass gerade jüngere Leute alternative, ökologische Bauweisen bevorzugen.

Zu wenig Kneipen für einen Engländer

Die Geschichte der Stadt Zehdenick mit ihren zahlreichen Tonstichen findet Steve Smith besonders interessant. „Zehdenick ist so eine schöne Stadt, die Leute wissen gar nicht, was sie da haben“, sagt er. „Aber es gibt zu wenig Kneipen – das muss ein Engländer jetzt sagen“, lacht er. Dabei hat er „auf der Straße und in der Kneipe Deutsch gelernt“, wie er verrät. Wenn Steve Smith nicht gerade mit seinen Freunden bei Schröders zum Bohlekegeln verabredet ist, sitzt er gern an der Havel und angelt.

Aber an diesem Wochenende hat er dafür keine Zeit. Denn da ist natürlich Fußball-WM angesagt. „English Football“, jubelt er schon mal probeweise. England gegen Schweden. In Zehdenick wird genau hingeschaut.

Von Martina Burghardt

Ein 28-jähriger Mann aus Zehdenick alarmierte Donnerstagabend über den Notruf die Polizei, da er sich von mehreren Personen bedroht fühlte. Diese entstammten unter Drogeneinfluss jedoch lediglich seiner Halluzination.

06.07.2018

Der Hollerhof in Klein-Mutz ist seit fast 20 Jahren Treffpunkt für Schwule aus Berlin und Brandenburg. Regelmäßig finden Veranstaltungen statt. Der 2003 gegründete Verein engagiert sich seit 2003 im Dorf.

05.07.2018

Aufgrund einer Vollsperrung der Ortsdurchfahrt im Zehdenicker Ortsteil Marienthal kommt es im Juli zu erheblichen Einschränkungen des Busverkehrs. Die Oberhavel Verkehrsgesellschaft richtet für den Zeitraum einen Rufbus ein.

03.07.2018
Anzeige