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Zehdenick Kameraden enttäuscht von der Politik
Lokales Oberhavel Zehdenick Kameraden enttäuscht von der Politik
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18:27 15.10.2018
Statt eines Profilfotos verwendet der Kameradschaftsverein auf Facebook ein schwarzes Bild.
Zehdenick

Statt eines Profilfotos verwendet der Kameradschaftsverein Zehdenick auf seiner Facebook-Seite seit einigen Tagen ein schwarzes Bild. Anlass dafür war die Entscheidung des Kreistages, das neue Technik- und Ausbildungszentrum für den Brand- und Katastrophenschutz des Landkreises Oberhavel (TAZ) in Oranienburg zu bauen.

Die Enttäuschung ist groß

„Bei den Kameraden ist die Enttäuschung groß“, sagt Feuerwehrmann Timo Mydlaszewski, „besonders bei denen aus dem Altkreis Gransee. Nun haben sie dort gar nichts mehr.“ Er möchte betont wissen, dass es sich um seine persönliche Meinung handelt, der er mit dem schwarzen Bild Ausdruck verleihen wollte. Etliche seiner Kameraden würden allerdings diese Meinung teilen, sagt er. Besonders störe sie, dass ihre Sichtweise nicht zählt. „Wir wollen nicht komplett wettern und schlechte Laune verbreiten“, so Timo Mydlaszewski, „aber mit den Kameraden hat die Politik nicht gesprochen.“

Norden „bedeutungslos“

Als die Entscheidung öffentlich wurde, kommentierte der Zehdenicker: „Der Kreistag hat beschlossen die Kameraden aus dem Norden Oberhavels in die Bedeutungslosigkeit zu stoßen.“ Der Kommentar darauf von Daniel Peters: „Wenn das so ist, dann mal schauen, was sie ohne uns machen.“ Ganz so schwarz sieht es Timo Mydlaswzewski aber doch nicht. Hinschmeißen würden die Feuerwehrleute ihr Ehrenamt deshalb wohl nicht.

Wichtig ist das neue Zentrum

„Das Technik- und Ausbildungszentrum hätte mehr in der Kreismitte liegen können“, sagt auch Stadtwehrführer Gerd Leege. „Wenn 75 Prozent etwas anderes wollen, ist es fast unmöglich, den Standort zu halten. Alles andere wäre unrealistisch.“ Wichtig sei es, so Gerd Leege, dass es überhaupt das neue Zentrum gibt. Er versteht, dass die Kameraden, die den Wandel mitbekommen, enttäuscht sind. „Die Neuen werden sich daran gewöhnen.“ Eine Umstellung, vor allem für die Feuerwehrleute aus dem Norden, wird es auf jeden Fall.

Dafür, sich an den Gedanken zu gewöhnen, bleibt genügend Zeit. 2021 soll das Zentrum stehen. „Wir kennen ja unsere Bauabläufe“, sagt Gerd Leege, und das ist eher ein Erfahrungswert als ironisch gemeint.

Entscheidung fiel mit deutlicher Mehrheit

Der Kreistag fällte vergangene Woche Mittwoch mehrheitlich die Entscheidung, das ATZ in Oranienburg zu bauen. Von 49 anwesenden Kreistagsmitgliedern votierten 35 für Oranienburg, zehn stimmten dagegen und vier enthielten sich der Stimme.

Werkstatt, Lager, Seminarräume

Im Feuerwehrtechnischen Zentrum des Landkreises in Gransee befinden sich unter anderem Werkstätten für Atemschutzgeräte und Feuerwehrtechnik, eine Schlauchpflegeeinrichtung, ein Lager, Ausbildungsräume sowie eine Atemschutz-Übungsanlage für Belastungsübung und Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger. Verschiedene Lehrgänge sowie Weiterbildungen und Vorbereitungsseminare für den Gruppenführerlehrgang finden dort statt.

Kapazitäten sind erschöpft

Das Feuerwehrtechnische Zentrum, das sich seit mehr als 20 Jahren in Gransee befindet, erfüllt nicht mehr die Anforderungen an die Pflege und Wartung der technischen Geräte und Ausrüstungsgegenstände und an die Ausbildung. Es habe bereits bei der Eröffnung vor der Herausforderung gestanden, „überhaupt alle Pflichtaufgaben des Landkreises adäquat abzusichern“, heißt es unter anderem in der Begründung für den Neubau. Die Kapazitäten seien erschöpft, der Sanierungsbedarf zu hoch.

Gransee hatte vorgearbeitet

Weil sich die Stadt Gransee Chancen auf den Bau des neuen Zentrums ausgerechnet hatte, waren dort bereits alle Vorbereitungen getroffen worden – von Vorschlägen für den Standort bis hin zur Aufstellung des Bebauungsplanes. Letztlich ging es aber um die Entfernung und die Anzahl der Feuerwehrleute, die sich mehr oder weniger regelmäßig auf den Weg in das Zentrum machen müssen.

Von Martina Burghardt

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