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Zehdenick Kirche mobil startet Projekt Erntehelfer
Lokales Oberhavel Zehdenick Kirche mobil startet Projekt Erntehelfer
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18:43 11.07.2018
Kerstin Frieboese ist für Kirche mobil in und rund um Zehdenick unterwegs. Quelle: Martina Burghardt
Zehdenick

Die Ernte ist in vollem Gange. Trotz der langen Trockenheit tragen viele Obstbäume reichlich Früchte, von denen ein großer Teil höchstwahrscheinlich gar nicht verwertet wird. Das kann man bedauern und vielleicht verschmerzen, aber Kerstin Frieboese möchte das nicht so einfach hinnehmen. Und sie hat eine Idee: „Kirche mobil“, ein Projekt des Kirchenkreises Oberes Havelland im Bereich der Gemeinden rings um und nördlich von Zehdenick, wird in den Dörfern die Ernte unterstützen.

Das Miteinander wird schwieriger

Unser Anliegen ist es, im dörflichen Raum tätig zu werden, am besten generationsübergreifend“, erklärt Kerstin Frieboese die Idee von Kirche mobil. Die 55-Jährige weiß, wovon sie redet, wenn sie von dem schwindenden sozialen Miteinander im Dorf berichtet. Kerstin Frieboese ist selbst vor fast 20 Jahren von Berlin nach Falkenthal gezogen, „der Kinder und der Pferde wegen“. Und die Ergotherapeutin hat 20 Jahre lang in der Altenpflege gearbeitet, zuletzt mit Demenzkranken.

Gemeinsam aktiv werden

Ob es nun verlassene Großeltern sind oder Zugezogene, die im Dorf schwer Anschluss finden, weil die meisten außerhalb arbeiten – es gibt wenig Gelegenheit, Kontakte zu pflegen, weiß Kerstin Frieboese. Mit dem Projekt Erntehelfer will sie dazu beitragen, gemeinsam aktiv zu werden. „Alte Menschen können nicht mehr auf Bäume klettern“, so Kerstin Frieboese. „Deshalb ist ‚Erntehelfer’ darauf angelegt, arbeitsteilig zu arbeiten.“ Die Früchte werden gepflückt und gesammelt, daraus wird Marmelade, Mus oder Saft gemacht. „Das Produkt bleibt im Dorf, so haben auch die Erzeuger etwas davon.“

Kirche mobil hilft bei der Organisation

Ökologisch, regional, sozial ist so ein Einsatz und für Kerstin Frieboese die ganze Mühe wert. In Badingen und anderen Orten hat sie von der Idee bereits erzählt und stieß auf Interesse. Die Diakonin bietet an, bei der Planung und Koordination eines solchen Ernteeinsatzes zu helfen. Sie selbst hat gerade Unmengen eigener Johannisbeeren gepflückt und verarbeitet, sie weiß also, worauf es ankommt. Und was man aus den Früchten machen kann, da sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Fähigkeiten und Erfahrungen jedes Beteiligten sind gefragt.

Kirche als Anker

Die Vorstellung von so einem gemeinsamen Ernteeinsatz klingt irgendwie romantisch. Und das sogar mit Absicht. Kerstin Frieboese hat sich ihre Begeisterung für das Landleben bewahrt und dazu den realistischen Blick auf das, was den Menschen fehlt. Wenn es um die Verantwortung der Politik, zum Beispiel beim Umgang mit alten und kranken Menschen geht, erfasst sie zwar augenblicklich Unruhe, weil da manches „vom Kopf auf die Füße gestellt werden muss“. Aber sie sieht auch die Dorfgemeinschaften, die gerade jetzt bei den Jubiläumsfeiern so vieles gemeinsam auf die Beine stellen. „Die Vereine machen ganz viel in den Dörfern“, sagt sie und wünscht sich, dass die Kirche nicht nur als historisches Bauwerk gesehen wird, sondern als ein Anker, ein Stück Heimat.

Die Botschaft ist christliches Miteinander

Dabei kennt sie auch die Berührungsängste mancher, wenn die Kirche ins Spiel kommt. „Natürlich habe ich eine Botschaft“, so Kerstin Frieboese, „und repräsentiere eine Haltung zum christlichen Miteinander, zur Nächstenliebe.“ Genau das sollte aber nicht an der Person des Pfarrers hängen, wie sie sagt. „Kirche ist wichtig in Zeiten von Orientierungs- und Hilflosigkeit“, sagt sie. „Man muss heutzutage immer stark sein, aber das funktioniert nur befristet.“ Ihr geht es darum, die Dorfgemeinschaft, das Miteinander zu stärken. Ein gemeinsamer Ernteeinsatz könnte dabei nützlich sein.

Kerstin Frieboese und das Projekt Kirche Mobil ist erreichbar unter Telefon 0176 5789 5107 oder per E-Mail unter kimo@kirchemobil.de.

Von Martina Burghardt

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