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Zehdenick Unbekannte versetzen Streckenschilder – Organisator schmeißt hin
Lokales Oberhavel Zehdenick Unbekannte versetzen Streckenschilder – Organisator schmeißt hin
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01:15 31.08.2018
Bereits beim Wutzseelauf Anfang Juni in Lindow wurden Streckenschilder von Unbekannten umgestellt. Quelle: Wolfgang Schwericke
Stechlin

Es passiert innerhalb eines kurzen Augenblicks, dieser verändert jedoch alles. Wie schon beim Wutzseelauf in Lindow wurden auch am Sonnabend beim Havellauf in Zehdenick von Unbekannten Streckenschilder umgestellt, weshalb die Teilnehmer auf den Langstrecken – 14,5 und 21,1 Kilometer – bereits deutlich früher die Ziellinie überquerten. Wieder sorgte dies bei unzähligen Startern für Ärger, bei den meisten jedoch für große Trauer.

Veranstalter ist empört

Bei der anschließenden Siegerehrung ließ Wolfgang Schwericke seinen Gefühlen freien Lauf und stellte eine Fortsetzung seiner Tätigkeit als Veranstalter in Frage. Auch Tage danach herrscht bei dem Urgestein vom Laufpark Stechlin Schockstarre: „Eigenhändig habe ich am Freitag die Strecke mit ausgeschildert, am Samstag wurde punktuell nochmal kontrolliert.“

Im Ziel waren viele verwundert, als die ersten Langstreckenläufer vor denen der nächst kürzeren Distanz einliefen. „Ich habe gehofft, dass dies ein Zufall sei. Doch dann erhielt ich die Info, dass auf dem Weg Schilder umgestellt wurden“, so Schwericke.

Wasserfestlauf Fürstenberg 2018 Moderator: Wolfgang Schwericke. Er hört auf. Quelle: Christoph Brandhorst

Seit 15 Jahren plant und führt er die Laufveranstaltungen durch, neben den fünf eigenen Events – Stechlinseelauf, Dollgower Seenlauf, Wasserfestlauf Fürstenberg, Havellauf und Roofenseelauf Menz – wird auch den Lindower Sportschülern beim Wutzseelauf unter die Arme gegriffen. „In all den Jahren habe ich mich für über 60 Läufe verantwortlich gefühlt, nie zuvor ist etwas Derartiges passiert“, kann sich Wolfgang Schwericke die beiden Vorfälle nicht erklären.

Läufer sind frustriert

Was er jedoch nachvollziehen kann, ist der aufkommende Frust vieler Läufer: „Da kann ich mich auch zehnmal entschuldigen, es ändert ja nichts.“ Schon nach dem Wutzseelauf war Schwericke mit seinem Team auf der Suche nach Möglichkeiten, solch einen Fall dauerhaft zu verhindern. Die jüngsten Geschehnisse bestätigen ihn jedoch in seiner Aussage: „Durch die verschiedenen Distanzen kommt eine Laufstrecke von 35 Kilometern zusammen. Du kannst keinen Wald komplett bewachen. Höchstens durch Posten, aber woher die Leute nehmen?“

Aus diesem Grund sieht er den Roofenseelauf am 15. September, der die Laufsaison der Stechliner beendet, als sein letztes Event, für welches er sich federführend zeigt, an. „Wir können nicht alles falsch gemacht haben, dafür lief es jahrelang zu glatt. Aber Stand jetzt ist es für mich dann endgültig gelaufen. Der Ofen ist einfach aus“, sagt Schwericke. In Menz könnte in zweieinhalb Wochen eine Ära enden. Vorstellen kann man sich dies aber noch nicht.

Von Marius Böttcher

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