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Zehdenick Hollerhof für Männer
Lokales Oberhavel Zehdenick Hollerhof für Männer
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22:48 05.07.2018
Bert Kronenberg vor der neuen Hofküche auf dem Hollerhof. Quelle: Martina Burghardt
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Klein-Mutz

Otto geht es gut. Der Kater hat es sich auf den Knien von Bert Kronenberg bequem gemacht und lauscht den Geschichten über den Hollerhof. Die meisten kennt er allerdings schon, denn längst hat es sich herumgesprochen, dass der einstige Bauernhof und spätere Kindergarten mehr ist als ein Zuhause für ruhe- und naturliebende Städter.

1997 kauften Bert Kronenberg und sein damaliger Freund das Anwesen am Rand von Klein-Mutz. „Von Anfang an war klar, dass wir etwas gemeinsam mit anderen Leuten machen wollen“, erzählt Bert Kronenberg. Mittlerweile ist der Hollerhof ein Treffpunkt für Schwule aus Berlin und Brandenburg. Es ist ein Fleckchen Erde, weitab von Krach und Kommerz, an dem die Männer sich verstanden fühlen, an dem sie für sich oder mit anderen zusammen sein können.

15 Jahre Hollerhof-Verein

Dafür wurde vor 15 Jahren sogar ein Verein gegründet, der mittlerweile 21 Mitglieder hat. Einige von ihnen sind von Anfang an dabei. Wer sich mit einbringen möchte, ist willkommen. Der Garten ist groß, da gibt es immer etwas zu tun, ebenso wie an dem Wohnhaus und den Nebengebäuden. „Bau- und Gartentage“ nennt sich das gesellige Miteinander, das regelmäßig organisiert wird. Gerade entsteht eine neue Hofküche. „Wir sind alle keine Baufachleute“, so Bert Kronenberg, der selbst Landschaftsplaner von Beruf ist. „Jeder trägt mit dem dazu bei, was er kann.“

Der Hof ist ein Rückzugsort

Vieles ist gewachsen im Laufe der Jahre. Der liebevoll gestaltete Hof und der Garten mit seinen lauschigen Plätzchen vermitteln den Eindruck, als hätte es dort immer schon so ausgesehen. Im übertragenen Sinn lässt sich das auch für den Hollerhof sagen.

Für Bert Kronenberg waren die Akzeptanz und der Kontakt zu den Nachbarn im Dorf von Anfang sehr wichtig. „Wir zeigen unsere Arbeit und öffnen das Haus“, sagt er. Mit einer Pflanzentauschbörse fing es an. Seit 20 Jahren ist dies der Tag der offenen Tür auf dem Hollerhof, „da sind alle willkommen“, so der 58-Jährige. Er kennt die vielen Fragen und weiß, wie schwer es manchem fällt, sie zu stellen. Wenn es um Schwule geht oder das Schwulsein, sind die Worte immer noch knapp. Klar ist aber auch: Ein Versteck soll der Hof nicht sein.

Kuchenstand zum Fest

Der Hollerhofverein engagiert sich bei verschiedenen Gelegenheiten im Dorf. Seit neun Jahren ist der selbst gebackene Kuchen beim Adventsläuten gefragt. „Ich backe selbst vor allem Brot, aber wir haben hier einige talentierte Kuchenbäcker“, erzählt Bert Kronenberg. In lockerer Folge organisiert er Konzerte, zuletzt trat ein Schwulenchor aus Berlin in der Kirche auf.

In erster Linie ist und bleibt der Hollerhof ein geschützter Ort für Schwule. Sie sollen sich entspannen, können sich mit Gleichgesinnten austauschen oder auch das Alleinsein bei einem Spaziergang zum Bismarckturm genießen, den man von einer bestimmten Stelle im Garten aus sehen kann. In einer kleinen, gut sortierten Bibliothek stehen Bücher und Zeitschriften zu verschiedenen Aspekten von männlicher Homosexualität zur Verfügung.

Viel zu erzählen

Beim Rundgang über das Grundstück hat Bert Kronenberg viele kleine Episoden zu erzählen: woher das große Fass stammt oder was es mit der Heizung auf sich hat, dass für den Kindergarten noch ein Plumpsklo auf dem Hof gebaut worden war, wie die Scheune genutzt wird und wie das gemeinsame Kochen die Kommunikation fördert.

Bei all dem merkt man, wie gut Haus und Mensch zusammenpassen. Das Gefühl hatte der Hollerhof-Besitzer vom ersten Augenblick an. Und das wird auch nicht so schnell vergehen. Bert Kronenberg sieht sich noch in 20 Jahren auf dem Hollerhof in Klein-Mutz. Otto blinzelt. Er freut sich schon auf den nächsten Besuch.

Von Martina Burghardt

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